Vorauseilende Kapitulation
Im Herbst 2005 kam die Zeitschrift "HEEB - The New Jew Review" mit einer "Sex Issue" auf den Markt. HEEB erscheint vierteljährlich in New York, im Impressum des Magazins stehen Namen wie Maxwell, Honikman, Baruchowitz, Feinstein, Schwartzman, Liebman und Deutsch. Lauter Juden (und Jüdinnen) der jüngeren Generation, die nicht religiös, dafür aber sehr bewusst "jüdisch" in der säkularen Bedeutung des Wortes sind. HEEB artikuliert diese Haltung, indem es das Jüdische betont, zugleich aber ständig ironisiert. Ein Artikel ("Bigmouth Strikes Again") geht der Frage nach, ob jüdische Frauen deswegen von Natur aus großmäulig sind, damit sie "blow jobs" besser applizieren können. Die Autorin des Beitrags bringt auch ihre eigenen Erfahrungen ein: "The first time I tasted semen it reminded me slightly of my grandmother's chicken soup - opaque, salty and slightly chunky." Die Hühnersuppe ist fester Bestandteil der jüdischen Folklore; unabhängig davon, um welches Thema es geht, kommt man beziehungsweise frau immer auf das "jüdische Penicillin" zu sprechen. Der Beitrag wird mit einem Comic illustriert: "The Hebrew Hummer: An Oral History". Im ersten Bild sieht man Adam und Eva unter einem Baum stehen. Adam zeigt auf sein Feigenblatt und sagt zu Eva: "You like serpents so much, why don't you give mine a kiss?" Dann geht es über Maimonides, Sabbatai Zwi und Rosa Luxemburg in die Gegenwart: Im Zuge der Revitalisierung alter Rituale wird auch der "blow job" zur "geheiligten Kunst jüdischer Weiblichkeit" erhoben.
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anaximander - So, 27.08.2006 22:09 - Kommentar verfassen
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