An erster Stelle steht Zettel, der sich, um seine Gedanken zu diesem Dichter ins
Netz zu stellen, eine ganze Nacht um die Ohren geschlagen hat - und nicht zu vorgefertigten Nachrufen gegriffen hat.
Auch Ina Hartwig
trauert um das unerschrockene Artischokenherz
"Peter Rühmkorf wirkte stets frisch, vielleicht, weil er nicht an Öffentlichkeitssucht litt und uns lange Pausen der Absenz gönnte; so dass man aufhorchte, wenn nach längerer Zeit ein Gedichtband oder ein Tagebuchband von ihm erschien. Sieh an! Der Rühmkorf: immer noch so hager und witzig-missmutig wie eh und je. Dabei war er durchaus ein Suchtmensch, von Alkohol über Tabak (inkl. Hanf) bis zu Schlaftabletten ließ er nichts aus, und da alles von ihm selbst haarklein dokumentiert wurde, darf man es auch in einem Nachruf schreiben."
Der Lyriker Dirk von Petersdorff,
schreibt unter dem Titel
Die Spottdrossel von Oevelgönne zum Tod von Peter Rühmkorf
"Peter Rühmkorf war ein schlaksiger Mensch mit einem schlendernden Gang und einem kecken, durchaus frechen Lächeln. Und so, schlendernd, witzig und überraschend, sind auch seine Gedichte und Tagebücher, die wohl den wichtigsten Teil seines Werkes darstellen, das auch Essays, Märchen und Dramen umfasst; es erscheint gerade noch einmal in einer schönen Gesamtausgabe, mit der der Rowohlt-Verlag seinen Dichter ehrt.
Franziska Augstein
meint"Das Politische an Rühmkorfs Gedichten ergibt sich nicht daraus, dass er eine Botschaft an den Mann hätte bringen wollen und dafür das passende Reimkleid suchte. Er dachte politisch. In "Tabu II" schrieb er, man habe ihn gefragt, woher er eigentlich immer noch seine Wut beziehe. Seine Antwort: Das sei "ein festes Integral meiner Angst, seit den Nazis tief eingefleischt, und durch Diskussionen allein nicht mehr aus der Welt zu schaffen"."Die Süddeutsche veröffentlicht ein
Gedicht Rühmkorfs dazu.
In der FAZ
trauert Patrick Bahners und gibt seinen Gefühlen zum Tod Rühmkorfs Ausdruck. An Marcel Reich-Ranicki geht Rühmkopfs Tod nicht einfach so vorbei; der Abschied
rührt ihn, hat ihn das Schaffen Rühmkorfs doch seit Jahren begleitet. Für Michael Lentz sind Rühmkorfs Werke
ein Erlebnis.
Traurig ist auch Hans Magnus Enzensberger. Er
schreibt"Von allen Schmerzensmännern der Poesie war er der luftigste. Virtuos wie kein anderer hat er die Schwermut zum Tanzen gebracht. So konnte auch der Tod ihn nicht überraschen; denn schon mit seinen frühesten Versen hat er ihm über die Schulter geschaut. Andere Dichter mögen es darauf anlegen, ihre Leser mit ihrer Weheklage zu deprimieren. Das ist eine Kunst, von der Peter Rühmkorf wenig hielt. Er zog es vor, uns mit einer Heiterkeit zu unterhalten, die, wie das Leben selber, nie ganz geheuer war."