Die westlichen Medien setzen wider besseres Wissen voll und ganz auf Moussavi. Sie tun, als ob Moussavi ein Demokrat wäre. Aber das ist mitnichten so. Da hat einmal die Berliner Zeitung ein Dossier zu den Ereignissen in Iran zusammengestellt: Martina Doering
lässt sich am Telefon von Augenzeugen die Ereignisse in Teheran und Shiraz schildern. Frank Herold
porträtiert das Ehepaar Mussawi. Marin Majica
berichtet, wie Journalisten behindert werden und welche Bedeutung Twitter für die iranischen Demonstranten hat. Bahman Nirouman erklärt im
Interview die Hintergründe des Wahlbetrugs. Es gibt ein kleines
Lexikon zum politischen System in Iran. Und schließlich ist da auch noch ein
Bericht über die nette Aufnahme Ahmadinedschads in Moskau beim Treffen der Shanghai-Organisation für Zusammenarbeit zu finden.
Hajo Schumacher
twittert ganz optimistisch und erklärt, wie ein Volksaufstand via Internet und Handy aussieht: "Bis zu 100 neue Kurznachrichten treffen sekündlich ein. Und es dauert eine Weile, um herauszufinden, welcher Absender welche Rolle spielt. Nur wenige haben wirklich etwas gesehen, viele wollen einfach auch mal was sagen, es gibt Menschen mit Helfersyndrom, Schwätzer, Wichtigtuer und Lügner. Die Filter- und Erklärfunktion, die bei klassischen Medien der Journalist übernimmt, fehlt völlig. Stattdessen funktioniert die Schwarmintelligenz ganz gut."
Nüchtern
analysiert Bahman Nirumand die Proteste in Teheran.
Alessandro Topa
berichtet aus Teheran über seine Eindrücke der vergangenen Tage, zum Beispiel von der Wahl am Freitag selbst: "Schienen sich im Süden und Osten der Stadt die Anhänger für Ahmadinejad und Moussawi die Waage zu halten, war es in der nördlichen Stadtmitte unmöglich, einen Lehrer zu Wort kommen zu lassen, der erklären wollte, weshalb er dem amtierenden Präsidenten seine Stimme gegeben hatte."