"Der Euro ist eine Schnapsidee"
Professor Arnulf Baring mag den Euro nicht; er war ein Gegner der ersten Stunde. Deutschland soll die Euro-Zone verlassen, fordert er vehemnt; das Land sei nicht in der Lage die geforderte Führungsrolle zu übernehmen.
- Wir nehmen die innenpolitische Machtkonzentration in den Händen weniger hin. Ähnlich unbedarft geht die maßgebliche Öffentlichkeit mit dem Thema des europäischen Zusammenhalts um. Die Bundesrepublik hat, beschämt über das unter Hitler Geschehene, lange Zeit Europa an der Stelle der Nationen gesehen. Wir behaupteten, wir lebten postnational, hätten das nur früher gemerkt als andere, seien deshalb rückhaltlos bereit, unser Land irgendwie aufzulösen wie Zucker im Tee. Damit hat man das Einigungsprojekt völlig überschätzt.
Außerhalb unserer Grenzen, in den anderen europäischen Staaten, ganz besonders im postsowjetischen Ostmitteleuropa, blieb und bleibt nach wie vor die eigene Nation der maßgebliche Bezugspunkt politischen Handelns. Europa war dort eine zweite, höhere, freilich auch schwächere Bezugsgröße. Aber auch in Deutschland hält es inzwischen kaum noch jemand für möglich, Europa an die Stelle des eigenen Landes zu setzen.
Der Blick in diese Zusammenhänge schwächt das Vertrauen unserer Bürger in die Haltbarkeit des voreilig gestarteten Euro-Projekts. Ich selbst habe nie an die Überlebenschancen dieses Euros geglaubt, schon vor 15 Jahren seine Krisenanfälligkeit öffentlich beschrieben und behauptet, er werde nach einiger Zeit zu massiven Transferzahlungen zwingen und am Ende auf ein gewaltiges Erpressungsmanöver hinauslaufen.
anaximander - Sa, 05.05.2012 18:29 - Kommentar verfassen
- 0 Trackbacks - 0 Kommentare
- Mehr zum Thema Europa











