Die Beschneidung von Jungen füllt auch heute die Feuilletons.
"Beschneidung ist nicht harmlos"
Wolfgang Schmidbauer
schreibt: Das Urteil des Kölner Landgerichts zur Beschneidung ist auf
heftige Kritik gestoßen. Der traditionelle Eingriff wird unter
anderem mit hygienischen Gründen verteidigt. Doch das sind
durchsichtige Vorwände.
„Das Wohl des Kindes ist nicht verhandelbar“
schreibt Timot Szent-Ivanyi. Maximilian Stehr betrachtet das Thema 'Beschneidung' aus
medizinischer Sicht - er praktiziert in der Kinderchirurgischen
Klinik der Uni München. Im Interview erklärt er, warum dort
bereits seit Jahren keine Beschneidungen aus religiösen Grün-
den mehr vorgenommen werden.
Waltraud Messmann
ist sich einig mit Necal Kelek. Für die deutsch-türkische Soziologin Necla Kelek ist die Beschneidung
von Jungen ein Unterdrückungsinstrument, das geächtet werden muss.
Der Osnabrücker Religionswissenschaftler Professor Rauf Ceylan hält sie
dagegen für ein kulturell stark verankertes Ritual, das unbedingt erhalten
werden sollte
E.S.
Und die Schweiz unterwirft sich dem Kölner Urteil. Das Kinderspital Zürich führt keine Beschneidungen mehr durch.