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Blogger-Aktion

Die Presse hat sie ausgeblendet, die Öffentlichkeit hat sie vergessen, die beiden deutschen Geiseln im Irak René Bräunlich und Thomas Nitzschke. Entführungen im Irak sind Alltag geworden und geben keine Schlagzeilen mehr her. Das Auswärtige Amte lässt sagen, dass "die Bemühungen um die Freilassung unvermindert intensiv fortgesetzt werden" und der Krisenstab "täglich zusammenkommt". Mehr erfährt man allerdings nicht. Horst Köhler versucht, dem Eindruck, die Geiseln würden vergessen, entgegenzuwirken: "Hier gerät nichts in Vergessenheit", sagte er. "Die Bundesregierung ist intensivst an dem Thema dran." Es mag durchaus sein, dass der Krisenstab arbeitet, aber die "Öffentlichkeit" hat die beiden Ingenieure bereits aus "ihrem Bewusstsein" verdrängt. - Und die Blogger schweigen, sie sind mit ihren Hunden befasst, ihrer Katzen, ihrer Haarfarbe, den passenden Schuhen der zersprungenen Kaffeetasse und der Cebit.
Es fehlt von Seiten der Öffentlichkeit Druck auf die Regierung, jeder Druck auf die Beamten, welche mit der Befreiung der beiden Geiseln befasst sind.
"Es müsste wieder irgendetwas Größeres für die beiden passieren", wünscht sich Karin Berndt, Prokuristin der Firma Cryotec, für die die beiden Männer in den Irak gereist waren. "Etwas, das auch wieder in die arabische Welt getragen wird."
Und Blogs werden in der arabischen Welt gelesen - auch deutsche Blogs und jene von Schweizern.
Also, liebe Blogger, wollt ihr weiter schweigen?
spot (Gast) - 11. Mrz, 09:58

ist Medienaufmerksamkeit für Geiseln gut?

ich frage mich was für ein Zeichen für potentielle Entführer grösser bzw. in welche Richtung es weisst, wenn über eine Entführung Riesengeschichten geschrieben werden.

Die Regierungen und Geheimdienste stehen sicher oder versuchen in Kontakt mit den Geiselnehmern zu treten.

Oder denkt Ihr, Deutschland macht nur etwas für seine Landsleute wenn es in der Bild steht? Kann sein..

anaximander - 11. Mrz, 12:40

@ spot wenn der Druck fehlt

schieben die zuständigen Stellen das Problem von einem Ort zum andern - egal in welchem Land.
Roman Hanhart (Gast) - 11. Mrz, 10:34

Betroffen?

Einen Moment lang hast Du mich mit Deinem Artikel betroffen gemacht. Obwohl ich mich bis anhin zu diesem Thema noch nie geäussert habe, denke ich, dass Du zumindest teilweise recht hast.

Du hast eines von x möglichen Themen herausgezupft, zu welchem eine Ungerechtigkeit oder eine unhaltbare Situation passiert. Sie kursieren eine Zet lang im "flüchtigen Speicher" der Medien (und Blogs) und verschwinden dann wieder. Ob sie gelöst wurden oder nicht. Das selbe Phänomen ist auch bei unserer Natur zu beobachten. Wer spricht noch über den sauren Regen, über das Waldsterben oder über die oberste Schicht der Atmosphäre, die durch die Flugzeug-Ausstosse fast zernichtet wird?

Und gerade deshalb halte ich Deinen Aufruf eigentlich für wichtig. In Erinnerung behalten, nicht vergessen, was abgeht. Dran bleiben und weiter Druck machen, an der Oberfläche bleiben.

anaximander - 11. Mrz, 12:43

@ Roman

Du hast es richtig formuliert, es geht um die verd***** Gleichgültigkeit gegenüber Menschen, gegenüber der Natur und das wohlige Zurücklehnen, die Bequemlichkeit, das furchtbare Denken "mir geht's gut" - so what?
Wenn schon kein Druck gemacht wird, sollen die beiden wenigstens nicht vergessen werden.
bigberta - 11. Mrz, 11:10

Schon wieder keine Widerrede

Was schlägst Du vor? In Leipzig gibt es eine Mahnwache und - so denke ich - auch ein Organisationskomitee. Das wäre die erste Möglichkeit. Dann könnte man, wie im Falle von Susanne Osthoff, eine virtuelle Unterschriftenaktion starten, mit einem Banner zum Verlinken. Wer macht? Wie macht? ich bin dabei.

anaximander - 11. Mrz, 12:49

Hi BB

in Frankreich haben die Medien mal vor einigen Jahren eine Aktion gestartet: während der Tagesschau wurde mit einem kleinen Bild in der oberen Bildschirmecke an die Entführten erinnert - und alle paar Tage wurde kurz über den Stand und den Gang der Dinge informiert. Aber die Leipziger Ingenieure fallen einfach dem Vergessen der Medien anheim - das muss für die Angehörigen furchtbar sein.
bigberta - 11. Mrz, 11:23

Guckst Du hier:

http://bigberta.twoday.net/stories/1682619/

Schönen Tag noch. Man liest sich :-)

neurotransmitter - 11. Mrz, 16:17

Wetten, es finden

sich keine drei Schweizer-Blogger, die da mittun?
schlafmuetze - 11. Mrz, 16:05

Nur weil etwas NICHT...

in der Zeitung steht, bedeutet es nicht automatisch, das es vergessen ist.
Meiner Meinung nach ist zu viel Öffentlichkeit nicht immer gut, weil damit den Entführern in die Hände gespielt wird.
Niemand kann den ganzen Tag an die Schicksale anderer Menschen denken. Zum einen werden wir täglich mit unzähliegen, unüberschaubaren Infos von allem und jedem zugeschüttet und zum anderen meistern wir ja vielleicht auch noch täglich unser eigenes Leben mit der Familie etc.
Trotzdem bedeutet das nicht automatisch, oberflächlich, gedankenlos und egoistisch zu sein.
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

neurotransmitter - 11. Mrz, 16:19

Schalfmütze,

nein, es bedeutet bestimmt nicht, dass einer oberflächlich ist, aber wahrscheinlich sind das alles - sorry - Schlafmützen wie du :-)
Pantha Rhei - 11. Mrz, 23:58

Nun es sind Deutsche und jedes Leben zählt auf der Erde!!!

Ja ich weiß das es in der Stille sich besser diplomatisch angehen läßt, was auszuhandeln, als unter großer Pressebegleitung, aber dennoch sollte man als Blogger mit Verantwortung sich selber stark machen für unsere beiden Ingenieure!
Dies schreibe ich nicht weil ich auch diesen Titel trage, nein weil es zwei von uns sind die versuchen zu helfen den Menschen und sich nicht produzieren politisch oder so.
Nun was kann man machen.
Man kann hier bloggen und die Prokuristin Karin Berndt bitten dies in das Irakische zu übersetzen zu lassen und dort regional in das Irakische Netz einzuspeisen.
Ich selber habe schon versucht in Irak einen Kontakt aufzubauen, aber von hier war dies nicht möglich da der Irak derzeit gesperrt war für das Internet von außen.
Aber die Prokuristin kennt sicherlich Wege dies auf die Webseiten von den Zeitungen im Irak zu legen, so das viele Chatter in den Cafees dies lesen können.
Nur so ist es möglich auch die Entführer dies lesen zu lassen; unbemerkt in der Masse der Leser im Irak.
Manchmal ist es ein Züglein an der waage was den Ausschlag gibt das die beiden am Leben bleiben, weil das >Interesse< eben auch hier in Deutschland eben noch groß ist.
Unpopularität kann schnell tödlich sein, denn die Geiselnahme ist ja auch sehr aufwendig . Dem gilts einen starken Gegenpol für die Freilassung gegenüberzustellen, so das durch uns Blogger auch ein Beitrag erbracht wird das Internet mal für die Rettung zweier Deutscher zu nutzen!
"Hiermit ersuchen ich die Entführer von René Bräunlich und Thomas Nitzschke welche ich nicht persönlich kenne, aber die für den Friedlichen Wiederaufbau im Irak dort sind, diese wieder frei zu lassen.
Bin selber sehr lange Leipziger gewesen und einst ging von Leipzig aus die friedliche Revolution die es ermöglichte , das beide Deutsche Staaten wiedervereinigt wurden.
Nun ich glaube fest daran wenn die USA sich ertwas zurückhalten, das es den Irakern möglich sein wird dies auch zu können, einen Neuanfang zu wagen und mit Deutscher Hilfe und auch diesen beiden Ingenieuren dann den Irak wieder aufzubauen.
Mir ist bekannt das auch viele Objekte die Kulturerbe sind in diesem Krieg zerstört wurde und damit auch ein Stück Identität.
Werte Entführer diese beiden Ingenieure waren dabei die Identität des Iraks wieder mit herzustellen. Laßt diese bitte frei.
Falls sich alle an unserer friedlichen Wiedervereinigung ein Beispiel nehmen, wird es real möglich sein innerhalb einer Menschengeneration viel von dem zerstörten wieder aufzubauen.
Alle Menschen brauchen den Frieden um kreativ Leben und mit Würde das Leben beschreiten zu können.
Mit Brutalität eskaliert man diesen Prozess nur.
Ich schrieb mal ein Gedicht dazu welches eigentlich die Meinung der Deutschen widerspiegeln könnte, ohne das ich für dies alle sprechen kann.

Hallo Friedenstaube

Ja fliege getragen von Picassos Gedanken,
Durbrich religiösen und politische Schranken.
Sage den Menschen wie einem Engel gleich.
Krieg führt auf Dauer ins ewige Totenreich.

Sage so wie Du am Himmel segelnd die Erde erreicht,
das die Menschen die Bitope durch Krieg aufweicht.

Nichts mehr da zum erfreuen, all in der Rund,
die Zeitungen stets neue Todesmeldungen tun kund.
Fliege über die UNO zu der USA dies Land erreichend,
die Freiheitsstatue vor Scham schon erbleichend.

Was die unter dem Erhalt von Frieden an Waffen baun
diese nicht nur zum drohen und für den Feind zum´Schaun.
Nein um richtig die Erde zu belasten,
werfen Bomber ab dann ihre Lasten.

Der Friede wieder einkehren wird in diesem Land,
wenn die Bomber sehen wieder ihr Heimatland.
Fliege Taube fliege ins Gewissen rein,
es soll Friede sein nicht nur zum Schein.

Norbert

Mit diesen Zeilen versuche ich die Freulassung für unsere beiden Deutschen René Bräunlich und Thomas Nitzschke aus der Geiselnahme zu erreichen.
Hier in Deutschland bin ich nicht alleine der so denkt aber dennoch kann ich nur für mich schreiben."

Verbunden das diese Zeilen einen Erfolg für die Freilassung
verbleibe ich

Gruß Norbert

anaximander - 12. Mrz, 00:39

Pantha Rhei

ein schönes Gedicht - vielleicht findet sich jemand, der einen Teil deines Aufrufs ins Arabische übersetzt. Danke.
bigberta - 12. Mrz, 01:07

Ich werde...

...morgen zumindest den prosa-Text mal ins englische übersetzen. Den Reim-Text, dafür habe ich kein Talent. Ich verspreche nichts, aber vielleicht fällt mir für das Arabische noch was ein, aber das geht dann nicht so schnell. Seht Ihr, wir kommen voran.
Die Dicke Berta
bigberta - 12. Mrz, 01:15

The Dove of Peace

Fly ye dove, fly, Picasso's voice,
tell the humans that they do have a choice,
remaining in war's calamity
will lead to death in eternity.

Tell them, flying in the Heavens your round,
war will spoil ev'rything on the ground.

so, für die ersten sechs Zeilen wäre das mein Vorschlag. Macht jemand weiter?
bigberta - 12. Mrz, 14:38

War's das etwa schon?

Wie dem auch sei: ich habe Panta Rhei's Text jetzt in eine englische Fassung gebracht, von der ich hoffe, daß sie den Ton vielleicht besser trifft:
Herewith the abductors of Renè Bräunlich and Thomas Nitzschke are urged to set them free. Both of them have come to Iraq to be part of the country's peaceful restoration and reconstruction.
From their hometown, the City of Leipzig once started a peaceful revolution which facilitated at last Germany's Re-unification.
We firmly believe that the Iraqi people will be able as well to wipe the slate clean and rebuild their country. Germany will help as well as the two consulting engineers wanted to.
We are well aware that a lot of Iraqi cultural heritage was stolen or destroyed. We are well aware that Iraqi identity and honor often was violated but these two men, fathers of young families and sons of caring mothers, were determined to support the Iraqi people.
God willing, it will be possible to rebuild as much as possible of this mankind's cradle within one generation – or even less.
We are sure that those two men will help again.

So, please, for the sake of their mothers and families, for the sake of your wonderful country: Set them free!!!

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