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Der letzte Kampf des Kommunismus

kommunismusDer bekannte Hamburger Historiker Bernd F.Schulte veröffentlicht sein neustes Buch unter dem Titel "Armageddon des Kommunismus", in dem er sich mit dem letzten Kampf des Kommunismus in Europa befasst.
Er behandelt diesen auf drei Ebenen:
- die ökonomisch-politische Entwicklung der DDR zwischen 1960 und 1990
- die elemantare Ebene der Stasi-Verbindung zur westdeutschen Industrie (deren Bemühung um verstärkten Westexport und den Osthandel)
- die politisch-finanzielle Bemühung der westlichen Politik, die DDR aus COMECON und RGW herauszubrechen (Strauss-Kredit, Schalck, Andropow, Olschowski, Honecker, Jenninger, Kohl und Schäuble).
Es zeigt sich, dass der Kommunismus einer Dreizack-Strategie des Westens erlag, welche sich aus strategischer Überrüstung (Reagan), ökonomischer Indienstnahme (Osthandel der westdeutschen Industrie/VOLKSWAGEN-PLAN) und politisch-finanzieller Abhängigkeit zusammensetzte.
Die inneren Unzulänglichkeiten der DDR bestanden nicht zuletzt in der ungenügenden Arbeitsleistung der ostdeutschen Arbeiterschaft. Hier gilt es Mythen zu überwinden.
Die Quelle dieses Buches bilden vor allem erstmals ausgewertete Industrieakten des Ministeriums für Staatssicherheit (Bestände des DDR-Staates im Bundesarchiv Berlin, der Chemieindustrie der DDR, private Tagebücher und Geschäftsakten) die sich als zentrale Quelle von hohem Aussagewert erweisen.
chr.nake (Gast) - 15. Mai, 20:28

Den Schleier vor der Wahrheit zerreissen.

Ein Buch das aufrüttelt. Der Schleier vor den wahren rUrsachen und Gründen der deutschen Einheit wird zerrissen, die Kooperation von Industrie und Politik in Deutschland, mit dem Ziel, die DDR aus dem RGW herauszubrechen ist unübersehbar. Das Schicksal von Einzelpersonen, in diesem Umfeld der gefährlichen 80iger Jahre, wird deutlich. Durch die Dinge, die publiziert weren, hindurchsehen, Myten in Frage stellen und die tatsächlichen Wirkkräfte in der Geschichte erkennen. Das sind die Hauptergebnisse dieses Buches, das im Detail viele bemerkenswerte und überraschende Fakten aufdeckt, die manchem der damals Handelnden so früh denn doch überraschen dürften. Das liegt an den ausgewerteten Primärakten des MfS der DDR. Dessen Wirtschaftsabteilung (HA XVIII) ein kritischer Mentor der DDR-Wirklichkeit war. So stellt sich heraus, dass die DDR nicht nur infolge des Systems und überforderter Führer zusammenbrach, sondern auch an der zu geringen Leistungsbereitschaft ihrer Bevölkerung. Bittere Wahrheiten, die sich verbinden mit weiteren Sterotypen des sozialistischen Alltags.

berg, g. (Gast) - 15. Jan, 12:59

Weltmacht durch die Hintertür

Schulte, Bernd, F.: Weltmacht durch die Hintertür. Hamburger Studien zu Geschichte und Zeitgeschehen, Bd. 2, Hamburg (Dr.Schulte) 2003.
Ein Sammelband, der, ausgehend von der deutschen Militärgeschichte, über die jüngeren Einschnitte unserer Geschichte, bis zu den Forschungskontroversen um den Ausbruch des Ersten Weltkrieges, neue Einsichten - auch in den Gang und die Hintergründe der modernen nationalstaatlichen Entwicklung unseres Landes seit 1990 - bietet. Das ist wertvoll.
Sch. warnt letztlich davor, aus der Geschichte nicht zu lernen. Ob Bismarcks preußischer Weg, die Rückschläge, welche diese kleindeutsche Lösung erfuhr, oder die Neuansätze seit 1990, die charakterisiert sind durch eine Weltlage zunehmend in der Krise. Eine deutsche Politik, basiert auf die schmale Basis in Zentraleuropa, so Sch., wird die Fragen der Zukunft nicht beantworten. So bietet dieses "Lesebuch" (Beiträge Sch./Hamburg, Wette/Freiburg, Otto/Potsdam, Moses/Brisbane) mehr als nur abgelebte Geschichte nacherzählt. Es geht im Grunde um die Ausgangsbasis für zukünftige staatliche Entwicklung. Ob das die Politik hört, ist jedoch ungewiß. Wissenschaft ist, entgegen deren Selbstverständnis, eben nicht die Chefberaterin der Herren Politiker.

unbekannt (Gast) - 19. Mai, 14:53

Armageddon zeigt u.a. den Deutsch-Deutschen Auto-Deal.

'HORCH und Guck', die Zeitschrift zu den Diskussionen um Ministerium für Staatssicherheit der DDR und Forschungen, die inzwischen in einiger Zahl erschienen sind, widmet sich mit einer Wortmeldung zu Ausschnitten aus: "Bernd Schulte 'Armageddon des Kommunismus'". Der Vorbehalt in ostdeutscher Bevölkerung und Intelligenzia der vergangen 40 Jahre ist greifbar, sich umfassend der Problematik ostdeutscher kommunistischer Politik nach 1945 und deren Ergebnissen zu stellen.
Prof. Joerg Roeßler: Schwierige Geburt eines deutsch-deutschen Automobildeals, in: "HORCH UND GUCK", Historisch-literarische Zeitschrift des Bürgerkomitees "15. Januar" e.V. Berlin, Heft 4/2007, S. 77f.
Bernd Schulte (Gast) - 29. Nov, 09:59

Aufstieg oder Niedergang. Deutschland zwischen Mittelalter und Postmoderne. Hamburger Studien, Bd. 4. Noderstedt (BOD) 2008.

Es gibt inzwischen den oben erwähnten weiteren Titel. Darin wird die Zusammenfassung von "Armageddon" (mit weiterem Material aus dem Stasi-Archiv), zur Übernahme der DDR, mit Hilfe und Einsatz der westdeutschen Industrie (Audi/VW), geboten.

anaximander - 29. Nov, 13:03

Danke für

den Hinweis - wir werden uns damit auseinandersetzen.
forumfilm (Gast) - 6. Dez, 09:41

Deutsche Policy opf Pretention. Der Abstieg eines Kriegerstaates, 1871-1914

ABSTIEG EINES KRIEGERSTAATES – Eine Reaktion aus Hohenfinow.


Barnimer Bürgerpost die unabhängige Leserzeitung NR. 190 ·16.JAHRGANG · AUSGABE 11 / 2010 VOM 3. DEZEMBER 2010 · ERSCHEINT MONATLICH · 1 EUR

buchtip 14

Der Abstieg eines Kriegerstaates

Heute werden Kriege demokratisch geführt. Über den Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch und anderswo entscheidet offiziell der Bundestag – wenngleich gegen den ausdrücklichen Willen der Mehrheit des deutschen Volkes. Wer die aktuelle politische Weltlage in ihrer ganzen Explosivität begreifen will, der muß sich mit der europäischen Krise des Jahres 1914 beschäftigen. Unheilvolle Parallelen drängen sich dabei auf.

Wichtige Entscheidungen fielen damals ganz in der Nähe von Eberswalde. »Im Juli 1914 berührte die deutsche Reichspolitik Hohenfinow«, heißt es dazu in der Ortschronik von Hohenfinow, die 2007 anläßlich 750. Ortsjubiläums erschien. Der Hohenfinower Gutsherr Theobald von Bethmann Hollweg war seit 1909 Reichskanzler. Im Juli 1914 war die Reichsregierung im Sommerurlaub und Bethmann Hollweg weilte auf seinem Schloß in Hohenfinow. Über eine Telegraphenstation im Schloß hielt er den Kontakt mit Kaiser Wilhelm II., den Regierungsstellen in Berlin und der Militärführung. »Akten wurden von und nach Berlin zur Bearbeitung gesandt. Des Reichskanzlers Expreßzug stand im Bahnhof Niederfinow bereit.« Am 25. Juli 1914 verließ Bethmann Hollweg Hohenfinow. Am 1. August proklamierte Wilhelm II. die Generalmobilmachung…

Ein 2009 in zweiter Auflage erschienene Aufsatzband aus dem Jahr 1983 über die deutsche Hegemonialpolitik liefert komplexe Einsichten zur Vorgeschichte und zu den Ursachen des Ersten Weltkriegs. Dabei wird das teilweise verwirrende Spektrum des innenpolitischen Kräftespiels im Deutschen Reich akribisch herausgearbeitet. Autor ist der Historiker und Publizist Bernd F. Schulte, ein Schüler des berühmten Hamburger Zeitgeschichtlers Fritz Fischer. »Dieser Band faßte 1982/83 jene Fragen und Antworten zum Forschungsstand ›Erster Weltkrieg‹ zusammen, die in der damaligen westdeutschen Geschichtsschreibung nicht zur Kenntnis genommen wurden«, heißt es in der Vorbemerkung zur Neuauflage. Die von Schulte in seiner Einleitung zur Erstauflage konstatierte »Tendenzwende innerhalb der deutschen Geschichtswissenschaft, weg von einer progressiven Interpretation (Theorie-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte) zurück zu der traditionellen, neubelebten Diplomatiegeschichte alter Prägung in einer ›neuen politischen Geschichte‹, unter Verwendung modisch gewordener Versatzstücke aus der Politikwissenschaft (›Polykratielehre‹)«, hat längst, spätestens aber im Gefolge der Abwicklung der DDR-Geschichts-Wissenschaft, alle Bereiche der historischen Forschung erfaßt. Die offiziöse »historische Analyse«, die sich in Schultes Worten 1983 noch »anschickt(e), in die Diktion apologetischer, letztlich das Schicksal bemühender Erklärungsversuche zurückzufallen«, hat diesen Anpassungs- und Verfallsprozeß inzwischen weitgehend vollzogen. Ausgangs- und Orientierungspunkt von Schultes Aufsätzen bildet die sogenannte Fischer-Kontroverse der 1960er Jahre. Fischers Arbeiten beruhten auf akribische Quellenrecherchen, vor allem der gründlichen Auswertung der Akten des Auswärtigen Amtes und der Reichskanzlei. Im Potsdamer Zentralarchiv war er auf das »Septemberprogramm« des Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg aus dem Jahr 1914 gestoßen, das in Erwartung eines raschen deutschen Sieges weitreichende Annexionen in Frankreich und den Beneluxstaaten sowie koloniale Inbesitznahmen in Zentralafrika vorsah. Dieses Programm, schrieb Fischer, stellte »keine isolierten Forderungen des Kanzlers dar, sondern repräsentierte Ideen führender Köpfe der Wirtschaft, Politik und des Militärs«, die darin formulierten Richtlinien seien »im Prinzip Grundlage der gesamten deutschen Kriegszielpolitik bis zum Ende des Krieges« gewesen (Griff, Sonderausgabe 1967, S. 95). Fischer widersprach damit der damals in der BRD verbreiteten Auffassung, Deutschland sei rein defensiv in den Krieg »hineingeschlittert«.
Wie Bernd F. Schulte nachweist, lief das Konstrukt der »Policy of Pretention«, der deutschen Hegemonialpolitik, seit 1905 nahezu zwangsläufig früher oder später auf einen Kriegsentschluß hinaus. Vor dem Hintergrund des militärischen Zusammenbruchs der Türkei im 1. Balkankrieg 1912 wurden die Weichen endgültig auf einen Krieg ab 1914 gestellt. Bereits am 20. Januar 1913 stellte der Generalstab den »Aufmarschplan Deutschlands« in einem Dreibundkrieg fertig. Im Juni 1913 folgte die »Große Heeresvermehrung«, nach Schulte nichts anderes als die »Vorbereitung der Armee für den großen Krieg mit den Flügelmächten Frankreich und Rußland und damit zugleich für den europäischen Krieg, der in neunzig Prozent zum Weltkrieg führen würde«. (S. 37)

»Nicht ausschließlich Wilhelm II.«, das zeigen laut Schulte »die Quellen zu den Krisenkonferenzen in Springe und Berlin, sondern der Verbund von Politik und den Kräften der kaiserlichen Umgebung, das heißt des Hofes (mit ›Maison Militaire‹), der Militärs, aber auch der Vertreter der ›pressure groups‹ aus Industrie, Landwirtschaft und Bürokratie bestimmten den Kurs der deutschen Politik.« (S. 344) Völlig widersinnig sei daher die dem traditionellen Ansatz zugrundeliegende Annahme, »die ›au fond‹ friedensliebenden Führungseliten des Kaiserreichs seien unter dem Druck einer kriegswilligen Öffentlichkeit letztlich zum Kriege gezwungen worden«, urteilt derAutor und schließt: »Eine solche Geschichtsschreibung stellt die historische Wirklichkeit auf den Kopf.« (ebd.)

In weiteren Aufsätzen geht Schulte der Frage nach, warum das Deutsche Reich im Weltkrieg nicht den von den Führungseliten in Wirtschaft, Militär und Politik erwarteten militärischen Erfolg erzielte. Laut Schulte ist dies insbesondere in den tiefer liegenden strukturellen Defiziten des deutschen Staatswesens und dessen Streitkräften – etwa hinsichtlich Ausbildungsstand und Waffentechnik – begründet. In überlebten gesellschaftlichen Strukturen erstarrt, habe die politische und militärische Führung die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Ein nur mittelmäßiges Management habe schließlich Fehlschläge wie die Marneschlacht verursacht, die irreparabel waren. Den Fokus richtet der Autor auch auf den – angesichts von Staatsstreich-, Anarchismus-, Streik-, Revolutions- und Bürgerkriegsdrohung – von den kaiserlichen Militärbehörden immer schärfer konturierten Sicherheitsaspekt, der im Hinblick auf die deutschen Kriegsvorbereitungen analysiert und ausgeleuchtet wird.

Dieser Beitrag beruht maßgeblich auf der Rezension
von
ALEXANDER BAHAR
in der Tageszeitung
»Junge Welt« vom 1. September 2010
anaximander - 6. Dez, 10:02

Danke für

den Hinweis :-)

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