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Ahmadinejads Antisemitismus an der Buchmesse

Im Sommer 2005 wurde Mahmud Ahmadinejad zum iranischen Präsidenten gewählt. Im Herbst 2005 war der Iran in Halle 5 der Frankfurter Buchmesse vertreten - und wie er vertreten war. Schon damals war bekannt, dass der Iran die Existenz eines Mitgliedsstaats der Vereinten Nationen, Israels, auslöschen will, und dass Teheran zu diesem Zweck einen kruden Antisemitismus in alle Welt exportiert. Überraschend aber war, dass Iran das alles während der Frankfurter Buchmesse offen und ungerügt tun konnte. Nein, da ist nicht die Rede von iranischer Literatur, da ist die Rede von antisemitischen Schriften europäischer und amerikanischer Herkunft, Heftchen und Broschüren, die in Europa und den USA schon längst aus allen Regalen verschwunden sind, und die der iranische Staat in z.B. englischer Sprache neu aufgelegt hat. Unter der Überschrift "Jewish Conspiracy" wurde der Text angeboten, der Hitlers Antisemitismus wie kein anderes Werk beeinflusste: Die "Protokolle der Weisen von Zion", herausgegeben von der "Islamic Propagation Organization" der "Islamic Republic of Iran".
Da wird inform einer Schlange aus Dreiecken eine "Map of Greater Israel" vorgestellt. Jedes einzelne Dreieck, so heisst es in den Erläuterungen, symbolisiere das "Freemasony Eye", das Auge der Freimaurer, das nur ein anderes "Symbol of Jewry" sei.
Dass das "International Relations Department" des Iran auch den Zweck der Veröffentlichkeit erklärt, liegt auf der Hand. Man wolle "das wirkliche Antlitz des satanischen Feindes offen legen" und alle Moslems wachrütteln. Der Zionismus, das Judentum sei "ein tödlicher Krebstumor", der vollständig zu vernichten sei. Unter Rückgriff auf ein Zitat von Khomeini wurde die Tötung der Israelis propagiert.
Auch Henry Fords "The International Jew. The World’s Formost Problem" wird zum Kauf angeboten. "In the name of Allahm the Beneficent, the Merciful", - alles im Namen und unter den Insignien der "Islamic Republic of Iran".
Hm, ich frage mich, wie das zu den Aussprüchen Jürgen Boos, dem Macher der Frankfurter Buchmesse, passt "Wir bewegen uns in einer langen Tradition - in einer Tradition ständiger Veränderung. Die Frankfurter Buchmesse ist eine Veranstaltung zwischen Event, Wirtschaftsereignis und Eintritt für die Menschenrechte." und vor allem: Wird er seinen Segen die Juden schmähenden Schriften des Iranischen Staates auch im Jahr 2006 erteilen?
M.M. - 27. Aug, 18:49

Möglicherweise betont er die Tradition der "ständigen Veränderung" besonders stark.

anaximander - 27. Aug, 18:54

Möglicherweise

setzt er ein Koma: Tradition, ständige Veränderung...;-)
weil ein wenig ändern muss er ja schon

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