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Scharia für die Niederlande?

Wir haben die Meldung anfangs für einen Fake gehalten. Jetzt aber liegt uns der ganze Text im Original vor.
    Den Haag -
    "Für mich steht fest, wenn Zweidrittel aller Niederländer morgen die Sharia einführen wollten, dann muss es diese Möglichkeit doch geben. So was kann man mit Gesetzen doch nicht aufhalten. Es wäre eine Schande zu sagen "das darf nicht sein". Die Mehrheit entscheidet, das ist die Essenz der Demokratie. Donner stellt diese These in dem Buch "Das Land von Hass und Neid" von Margalith Kleijwegt und Max van Weezel auf. Das Buch erscheint heute.
    Donner reagiert mit seiner Aussage über die Sharia auf Äußerungen der CDA Fraktion (Christdemokraten), die bisher forderte, dass die Parteien die die Sharia einführen wollen, aus dem demokratischen System ausgeschlossen werden können. Der Minister meint jedoch, Moslems sollten auf demokratischem Wege an die Macht kommen können. Der Abgeordnete der zweiten Kammer (NL Parlament), Geert Wilders, hat Donner aufgefordert, sich für seine Äußerungen über die Sharia zu verantworten. Wilders meint, dass ein Minister sich für die niederländischen Werte und Normen einzusetzen hätte und sich gegen die Einführung der barbarischen Sharia wehren sollte.
    Donner äußerte weiterhin Kritik über die Art und Weise, wie seine VVD Parteifreundin Rita Verdonk auftritt (VVD = konservativliberale). Er meint, sie hätte vor zwei Jahren nicht auf einem Händedruck des Imams bestehen sollen. Königin Beatrix hat es - so Donner - besser gemacht. "Es war klug von der Königin nicht darauf zu bestehen, dass der Imam ihr die Hand gab. Wenn ich bei mir Moslems zu Besuch habe, dann sage ich auch nicht "Kommt Leute, wir trinken mal einen Schnapps zusammen". Nach Meinung des Ministers haben die Moslems ein Anrecht daruf, ihre Religion auf ihre eigene Art zu erleben, auch wenn sie sich weigern einer Frau die Hand zu geben. Er will nicht über Rita Verdonk urteilen, "aber es ist eine Tonart in die Debatte reingeschlichen, die mir nicht gefällt. Ein Ton so nach der Art "du wirst dich assimilieren, du wirst in der Öffentlichkeit unsere Werte annehmen. Das ist nicht meine Idee von Annäherung".
Damit keiner mehr meint, es handle sich um ein Fake, hat Donner seine Aussage noch einmal verdeutlicht:
    Justizminister Piet Hein Donner bleibt bei seiner Aussage zur Scharia, aber bedauert, dass das Bild entstanden sei, er wäre für eine Einführung dieser islamischen Gesetzgebung. Er sagte das als Reaktion auf den Aufruhr, der in der Zweiten Kammer wegen seiner Äußerungen aufkam. (...) "Die Leute versuchen mir nun in den Mund zu legen, dass ich für die Einführung der Scharia bin". (...) "Falls in diesem theoretischen Fall eine Mehrheit der Niederländer das Gesetz doch einführen will, muss die Verfassung umgeschrieben werden." Donner sagte auch, dass er sich dafür einsetzen werde, dass es nicht soweit käme.
[Wenn als Massstab dieselbe Mehrheit gilt wie in der Schweiz - es reicht, wenn 30 Prozent der Bevölkerung an der Abstimmung teilnehmen und 16 Prozent zustimmen - ist die Einführung der Scharia in den Niederlanden kein Ding der Unmöglichkeit.]
Übersetzung
S. (Gast) - 16. Sep, 02:35

ja und...

...der Kerl ist vielleicht ein prinzipienloser Dhimmi, aber er hat insofern recht, daß Demokratie eben das bedeutet: das die Verfassung vom Volk bzw. Parlament beschlossen wird, und eben auch mit 2/3 Mehrheit geändert werden kann.

Soll heißen: Wenn ganze Massen verrückt werden braucht man sich nicht an einem einzelnen Esel abzuarbeiten.

Grüßchen

la lupa (Gast) - 16. Sep, 12:39

ah,

du meinst, wenn nicht nur mehr Politiker durchdrehen - und die NYT im Namen des Volkes spricht, wenn sie vom Papst eine Entschuldigung fordert, weil Ratzinger gegen einen Beitritt der Türkei zur EU geredet hat vor zwei Jahren?
Weißes Papier - 16. Sep, 14:23

Und selbst wenn...

...Donner das tatsächlich beabsichtigt hätte und die Aussagekorrektur nicht stattgefunden hätte, glaube ich nicht, dass sich ein solcher Vorschlag in den Niederlanden - und auch nicht anderswo in demokratischen, westlich / mehrheitlich christlichen Ländern hätte durchsetzen können. Jedenfalls nicht mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament.
Und auch nicht in der Bevölkerung. Laut einem Zeitungsartikel in unserer Tageszeitung (Dürener Zeitung) von gestern, wo das Thema auf der zweiten Seite ganz groß rausgebracht worden war, ergab eine Umfrage der holländischen Zeitung "Telegraaf", dass 85% ihrer Leser dem nicht zustimmen würden.
In meinen Augen wurde auch dieses Thema in den Medien mal wieder gnadenlos hochgeschaukelt. Es dient denke ich hauptsächlich der Panikmache. Vielleicht sollte ich in dem Zusammenhang auch erwähnen, dass demnächst (am 22.11.) in den Niederlanden vorgezogene Neuwahlen stattfinden. Na, wenn das nicht dazu bestimmt ist, der Partei des angeblichen "Scharia-Ministers" (so betitelte ihn unsere Tageszeitung) einen empfindlichen Imageschaden zuzufügen...

anaximander - 16. Sep, 14:59

Imho

lässt Donner viel zu viele Frage offen - egal für welche Partei er kandidiert. Wenn jemand sinngemäss sagt, er wäre dagegen, dass man von Muslimen die hierzulande lebten zu verlangen, sich an unsere rechtsstaatlichen Regeln zu halten und nich tmal in einem Nebensatz erwähnt, wie er sich das vorstellt, sollte er nicht mehr kandidieren
Werther (Gast) - 21. Sep, 01:47

Abschaffung der Menschenrechte

Mit seiner Äußerung hat Donner sich mit der Abschaffung der
Menschenrechte einverstanden erklärt, weil :
Die Kairoer Deklaration der Menschenrechte im Islam stammt von der OIC (Organisation der Islamischen Konferenz), der alle islamischen Staaten angehören und stellt die Menschenrechte unter den Generalvorbehalt der Schari'a.

Dies bedeutet, kurz gefasst: Kopf und Fuss abhacken geht vor Menschenrecht und Donner hat nichts dagegen.

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