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Appell an alle liberalen Kräfte der Schweiz

Während wir hier über eine innere Reform der Freisinnigen Partei der Schweiz oder aber die Gründung einer neuen liberalen Partei plaudern, hat Martin Müller sich bereits eingehend mit beidem befasst und kommt zu folgendem Schluss...
Gris-Gris (Gast) - 21. Okt, 22:47

Blödsinn

Spontan hingeschaut: Ein irgendwie (schamloser) Versuch, quer einzusteigen in die FPS. Soll er doch lieber auch seine Spielzeugkiste einscannen, dann hat man wenigstens was zum Lachen.

Also: das geht nicht mehr so plakativ ("Liberalismus") – die Maloche, solches zu definieren muss sein, sonst sind das Lippenbekenntnisse. Man hat genug von solchen Schaumschlägereien und Schlaumeiereien.

Martin Müller (Gast) - 21. Okt, 23:58

FPS? Freiheitspartei? Ich hoffe doch sehr, dass Sie wissen, von was Sie schreiben. Wenn Sie sich nur vertippt haben und eigentlich FDP meinen, dann empfehle ich Ihnen, etwas genauer hinzuschauen. Von Quereinsteiger kann dann wohl keine Rede mehr sein. Aber was schreib ich mir die Finger wund. Einer der nur abschätzige Bemerkungen macht, kann nicht relevant sein.
anaximander - 22. Okt, 00:12

GrisGris

da bist du falsch gewickelt: lies die Site doch einfach noch mal. Liberalismus bedeutet für uns nicht "Neo-Liberalismus"
Gris-Gris (Gast) - 22. Okt, 10:18

FPS lag mir halt zuvorderst, weil ich las:

- "ohne wenn und aber zu mehr Freiheit und weniger Staat bekennen"
- "in einer ausserparteilichen Bewegung sammeln."
- "Schattenregierung, Schattenverfassung"

Darf ich meine Qualifizierung "plakativ" nochmals wiederholen? In der direkten Demokratie Schweiz geht es schon darum, zu den einzelnen "Sachfragen" Position zu beziehen: AHV-Finanzierung, Landwirtschaftssubventionen, Bildung, Ökologie, Integration - halt der übliche Problem-Kanon.

Sicher habe ich keine Relevanz (schreiben Sie sich Ihre Finger wegen mir bitte ja nur nicht wund!) – aber was für eine Relevanz haben Schlagworte (z.B. für mich)?

In seinem neusten WeWo-Kommentar hat Köppel das Drama des Freisinns nicht schlecht erfasst. Das von der SVP geklaute freisinnige Tafelsilber, die Rückkehr des Freisinns zu sich selbst, welche Jahre dauern wird...

Gris-Gris (Gast) - 22. Okt, 11:02

Ach ja, ich bin noch den "Quereinsteiger" schuldig geblieben. Das wäre für mich derjenige, welcher sich die Ochsentour erspart. Man organisiert eine ideologisch-überparteiliche Pressure-Group und hofft so, zu einem Ticket zu kommen... Möglicherweise eine (unfaire) Unterstellung meinerseits.

Ich bin halt auch ein Anhänger der parlamentarischen Demokratie. Sie funktioniert dank Parteien, und sie braucht eher mehr Transparenz und eher weniger Lobbyismus.

Und selbstverständlich dürfen Sie denken, was Sie wollen. Ich aber auch. Sie denken IMHO eher schwungvoll, ich eher nüchtern.

Martin Müller (Gast) - 22. Okt, 15:21

Nun, die Unterstellung mit dem Quereinsteiger ist nicht unfair, nur unüberlegt und voreilig. Denn sie beweist, dass Ihre Selbstqualifikation, eher nüchtern zu denken, höchstens haarscharf an Selbstbetrug vorbeischrammt. Würden Sie nämlich, bevor Sie soche Äusserungen in die Welt setzen, sich mit der Person, über die Sie Gülle verspritzen, auseinandersetzen, dann wäre Ihnen aufgefallen, dass diese die berühmte Ochsentour sehr wohl absolviert. Ich stelle ungern meine Leistungen in den Vordergrund, aber Sie zwingen mich ja dazu: Von 1998 - 1006 Schulpfleger, seit 2000 OPP (und das nicht mal so erfolglos -> Wähleranteil um 2.3 Prozentpunkte gesteigert, Besetzung des einzigen sich noch in freisinniger Hand befindlichen, vollamtlichen Stadtpräsidiums im ganzen Kanton Zürich), seit 2004 BPP, seit ungefähr 2003 VP der FDP-Kommission für Staat, Gemeinden, Justiz und Polizei. Und ein Gratisticket habe ich als Drittplazierter und ertsplatzierter Neuer auf der Liste bei den Zürcher Kantonsratswahlen ebenfalls nicht nötig. Das habe ich mir mit harter Arbeit und einem Leistungsausweis, den die nominierenden Delegierten offensichtlich positiv bewertet haben, erschaffen.

Was den Positionsbezug zu den Sachfragen angeht, so haben Sie zweifellos recht, dass zu diesen Lösungen erarbeitet werden müssen. Jedoch tappen Sie in dieselbe Falle, wie so viele Freisinnige: Wenn nicht gleich von Anfang an die Lösung auf dem Präsentierteller liegt, dann ist es nicht Wert, näher darüber nachzudenken, man tut das Ganze als Geschwätz ab und spielt auf die Person, indem man ihre Glaubwürdigkeit in Zweifel zieht (Spielzeugkiste einscannen...). Wie viele kluge Köpfe haben wohl das ehemalige Flaggschiff genau deswegen verlassen, weil niemand bereit war, ihre Initialgedanken weiter zu denken und daran weiter zu arbeiten und Lösungen dazu zu entwickeln, stattdessen aber lieber die pfannenfertigen Lösungen bejubelnd konsumiert wurden, die populistische Strategen dem sozialdemokratischen Gedankengut der späten 80er und frühen 90er Jahren entnahmen???

Aufgrund Ihrer Aussage, es brauche weniger Lobbyismus, wage ich die Entgegnung, dass Sie nach wie vor nicht verstanden haben, was meine Kernbotschaft ist. Ich will nicht eine Pressure-Group auf die Tagespolitik, sondern ein (mir ist das Wort zwar zuwieder, weil langsam etwas abgelutscht, aber es fällt mir gerade kein besseres ein) Think-Tank für die praktische Umsetzung des liberalen Gedankenguts. Philosophische Wissensarbeiter, die dasselbe auf abstrakter, professoraler Ebene tun, gibt es bereits (Liberales Institut) und das ist auch gut so. Was fehlt, ist die Umsetzung in der Praxis, was ich gemeinhin als Durchschlagskraft benenne.

Wenn Sie schon Köppels Artikel als "nicht schlecht erfasst" qualifizieren, was sind denn die Konsequenzen daraus? Weiter achselzuckend zuschauen? Seit Jahren schreibt sich Köppel den Frust punktuell von der Seele. Genutzt hat es nichts.

Nun gut, Sie werden wohl nicht zu einem meiner Mitstreiter. Macht nichts, ich brauche ja auch noch Gegenstreiter im Wettbewerb der Ideen.
Martin Müller (Gast) - 22. Okt, 15:25

Falls Sie Schreib- und Tippfehler finden: Sie können Sie behalten ;-)
tin (Gast) - 22. Okt, 15:39

Lieber

Herr Müller. Sie unterstreichen wichtige Dinge - obwohl ich wahrscheinlich politisch nicht ganz auf der selben Wellenlänge ticke. Aber ihr Vorwurf, es müssten immer gerade pfannenfertige Lösungen präsentiert werden, stimmt absolut. Weiter wird das Bemühen, über etwas _nachzudenken_, sofort als Gewäsch und Wischi-Waschi diffamiert. Dabei hätten wir ja schon längst kappieren müssen, dass Probleme eben oft viel komplexer sind und ein dualistisches Denken und Handeln eben nicht zu Ziel führt.

Aber die politische Kultur In unserer Zeit ist total polarisiert, da werden solche Politiker "vergöttert", die genau dieses Schema, eine Lösung pfannenfertig zu präsentieren, so hochgejubelt - und andere, die Denker und Überdenker, ständig diffamiert.

In politischen Gesprächen habe ich auch sehr oft gemerkt, dass der andere gar nicht gehört wird, sondern es werden nur die eigenen Phrasen gedroschen und gehoft, beim Publikum zu punkten - und sehr oft ging es dann gar nicht mehr um die Sache.

Für Ihren Think-Tank wäre das ja auch ein Thema: Wie kann die politische Kultur und v.a. Diskussions-Kultur wieder versachlicht werden - es wird zu oft nur noch auf den Mann / auf die Frau gespielt - Politik ist für mich zur Zirkusnummer verkommen - und darum wurde ich auch nicht Politiker ;-)
Alfons Meyer (Gast) - 22. Okt, 16:32

Gris-Gris,

es zeugt schon von seltsamer Einstellung, wenn jeder, der für Liberalismus steht, der FPS zugerechnet wird.
@tin
Es ist tatsächlich schon eine Erleichterung, dass Sie nicht Politiker werden wollen; es ist zu hoffen, dass Sie sich an Ihre Vorsätze halten.
@ Martin Müller, Sie schreiben:
ein "Think-Tank für die praktische Umsetzung des liberalen Gedankenguts"
Es tut gut, in Zeiten der Polarisierung solches zu lesen. Ich würde mich zum Mitstreiter eignen und werde in den nächsten Wochen und Monaten weiterverfolgen, sehen, was sich tut und mich anlässlich der Ideenmesse für das entscheiden, was ich tun und beitragen kann.
tin (Gast) - 22. Okt, 16:55

Ja Herr

Alfons Meyer - ich könnte mich da in das total polariserte Denken der heutigen Politik und das politische Gehabe a la Kindergarten nicht einfügen, wo alles, was nicht gerade zur eigenen Ansicht passt, als links, als Gutemenschentum (und was musste ich mir hier schon alles anhören) diffamiert wird. Ich bin mir gewohnt, die Dinge von verschiedenen Seiten her zu überlegen und Argumente, Fakten und Ansätze zu prüfen und nicht alles vorschnell in irgend eine Schublade zu stecken und wo nur noch provokativ auf den Mann, die Frau gespielt wird. Nein, wie gesagt, das wär nichts für mich.
Gris-Gris (Gast) - 22. Okt, 19:05

@Herr Müller

Ich bedanke mich (ernsthaft!) für Ihre differenzierten Ausführungen. Ob ich jetzt Gülle über eine (Ihre) Person verspritzt habe... Wenn Sie es so empfunden haben, dann entschuldige ich mich. (Das mit dem Einscannen ist eine Nebenstory, die Sie nicht nachvollziehen können, quasi ein Detail aus der Swiss Blogosphere.) Und das mit der FPS war, wie angedeutet, ein rhetorischer Schlenker angesichts von so viel absolutem Freiheitswillen.

Ich wiederhole nochmals, ich bin hellhörig geworden auf Begriffe wie "Schattenregierung, Schattenverfassung". Und ich bin der Meinung, dass Weg (1) Reform der FDP oder Weg (2) Gründung einer neuen liberalen Partei die besseren Wege wären.

Solche liberalen Thinktanks gibt es doch schon (wieviele Helds braucht dieses Land noch?), aber ein weiterer kann wohl nicht schaden, speziell dann, wenn dort Theorie und Praxis quasi zur Einheit gebündelt werden... Letztlich bin ich jetzt bereits derart eingeschüchtert von diesen grossartigen Programmen und Absichten, dass ich ihnen (und Ihnen persönlich) viel Erfolg wünsche.

Fassen Sie dennoch meine Ausführungen insgesamt als Misstrauensbeweis gegenüber einer bestimmten Art von politischer Einflussnahme oder Strategiebildung oder Verdrängung auf. Das müssen Sie mir zugestehen angesichts des Zustands/Niedergangs der FDP, für den ich Sie persönlich aber selbstverständlich nicht (mit)verantwortlich mache.

Martin Müller (Gast) - 22. Okt, 22:17

Das akzeptiere ich so selbstverständlich. In meinem Anliegen steckt von meiner Seite her einfach zu viel Ernsthaftigkeit drinn, als dass ich in Begriffen wie "Blödsinn", "Spielzeugkiste", "etwas zu Lachen haben", eine konstruktive Kritik hätte erkennen können.
Gris-Gris (Gast) - 22. Okt, 22:36

@Martin Müller
Ich steig jetzt aus aus diesem Tread. "Blogosphere* (inkl. Commentsbereich) ist eine eigenartige Kommunikationsform, und ich bin mir sicher, Sie verstehen, was ich meine.

Nochmals danke für Ihre Antworten. G-G

anaximander - 23. Okt, 11:41

Da muss ich mich einmischen

Eine Reform der FDP wäre sicher der beste Weg zum Ziel - es ist aber auch der langwierigste. Bis zu den nächsten Wahlen lässt sich den Wählern keine Freisinnige Partei mit Anwärtern, die sich dem Liberalismus verschrieben haben präsentieren. Herr Müllers Idee, die liberalen Kräfte aller bürgerlichen Parteien zu bündeln, ist die einzige, die eine Chance auf Verwirklichung innerhalb eines Jahres hat. Wobei nicht einmal gesagt, ist dass es gelingen wird. Aber es könnte und dieses Könnte beinhaltet Hoffnung - und das ist mehr als nichts.

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