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Karrierekiller Google

Die Wirtschaftswoche hat ein Experiment gestartet: Passend zur Titelgeschichte "Karrierekiller Google" wurden bei diversen Web 2.0-Diensten und auch sonst im Internet Profile von "Reiner Fakman" angelegt. Auch ein Blog ist dabei, ein Wunschzettel bei Amazon oder ein mySpace-Account. Außerdem hat sich Reiner Fakeman bereits als Streber geoutet, geht gerne fremd und wurde betrunken auf einer Party gesehen.
Informationen aus dem Internet können bei Stellenbesetzungen zur Jobfalle werden. Eine gemeinsame Befragung des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) und des Magazins WirtschaftsWoche, an der sich über 300 Entscheidungsträger aus Personalberatungsgesellschaften beteiligt haben, kam jetzt zu dem Ergebnis: 28 Prozent der Personalexperten nutzen das Internet, um an Informationen zur fachlichen und persönlichen Eignung oder zu Referenzen und Freizeitaktivitäten von Kandidaten zu gelangen.
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nömix - 22. Nov, 09:19

Der Wirtschaftwoche-Artikel ist nimmer online, aber warum der Titel "Karrierekiller" heißt, ist so oder so nicht nachvollziehbar. Dass Personalberater das Persönlichkeitsprofil der Stellenbewerber recherchieren, die sie ihren Klienten vermitteln, spricht ja für deren Professionalität, würde ich meinen. Dafür kriegen die doch ihr Geld. Es handelt sich ja um Informationen, die der Betreffende selber öffentlich zugänglich macht, indem er sie ins Netz stellt. Also gehts hier auch nicht um geschützte Persönlichkeits-Daten oder Ausschnüffeln der Privatsphäre usw. Wenn ich Personalchef bin, würde ich mir auch dreimal überlegen, ob es dem Betriebsklima dienlich wäre so einen Blödmann einzustellen der in seinem Weblog coram publico mit seiner Promiskuität prahlt oder dass er sich auf Partys zu betrinken pflegt. Seine "Karriere" killt der selber, nicht Google.

anaximander - 22. Nov, 11:07

Hm, so

kann man es auch sehen. Allerdings geht es wohl kaum um Promiskuität, eher um politische und gesellschaftspolitische Einstellungen, die in Mailinglisten mit Archiv bekannt gemacht werden.
Aurisa - 22. Nov, 11:51

Hallo anaximander,
ist mir bekannt, das Problem...
So gesehen hätte ich vernünftigerweise mein Blog längst dicht machen, sprich löschen, und - soweit möglich - alles was ich im Internet jemals geschrieben habe beseitigen - ja ich weiss, daß das sowieso nicht geht...
Aber da ich als Transsexuelle sowieso kaum Chancen habe auch nur einen Arbeitsplatz zu bekommen... geschweige denn Karriere machen, habe ich das seltene Privileg sagen zu können:
ZUM TEUFEL DAMIT!
Ich hab in der Beziehung sowieso nichts zu verlieren...
Falls mich jemand nimmt... dann trotz der Transsexualität... und so jemand wird sich sicher auch nicht an dem stören, was ich so im Internet dazu schreibe...
Allerdings... in einer anderen Beziehung halte ich dieses freiwillige Outing im Internet für mindestens genauso problematisch...
Nicht nur der zukünftige Arbeitgeber... auch alle möglichen anderen Leute dürften sich für solche Daten interessieren... beispielsweise Banken, Versicherungen, Vermieter...
Und es gibt je inzwischen leider jede Menge Datensammler im Web, die genau solche persönlichen Daten zusammensuchen...
Wenn man dann also beispielsweise irgendwo schreibt, daß man finanziell klamm ist, kann es einem passieren, daß man etwa keinen Telefonvertag bekommt... oder nicht mehr auf Rechnung einkaufen kann sondern nur noch per Nachname... oder keine Mietwohnung... Kredit ja sowieso nicht, da ist die Schufa vor...
Viele Grüße
Aurisa

anaximander - 22. Nov, 12:09

Genau, Aurisia

Die Banken, Versicherungen, Vermieter - jeder kann sich über Google eine Datensammlung zu wem auch immer anlegen. Darüber macht man sich kaum Gedanken, wenn man seine Meinung kund tut.
Ich wünsch dir, dass du einen Job findest; nicht jeder stösst sich an der Transsexualität - wäre ja noch schöner. Bei uns könntest du klagen wegen Diskriminierung
davide (anonym) - 22. Nov, 12:13

hmm mit vosicht zu geniessen

das problem ist, ist die gefundene person tatsächlich die gesuchte? Mein voller Name klingt nicht gerade sehr häufig-vorkommend und dennoch heissen mindestens 49 Menschen im Land genau wie ich. Wie will man sowas unterscheiden?

Schlussendlich kann man auch Profile im Namen des ungemütlichen Nachbarn anlegen und ihn so schädigen, oder was auch immer...

Ich wäre da sehr vorsichtig mit solchen Sachen, selbst wenn Bilder dabei sind..

Annalina (anonym) - 22. Nov, 13:30

und trotzdem

werden Kandidaten ergoogelt von Personalchefs und Personalberatern. Irgendwann verrät offensichtlich jeder irgendetwas Unliebsames ;-)
davide (anonym) - 22. Nov, 14:50

das machts aber nicht etwas besser bzw. professioneller annalina
fakeman - 22. Nov, 20:27

das problem sind nicht nur die daten, die man selber ins netz stellt und von denen man glaubt, sie schaden nicht. vieles kann so oder so bewertet werden (siehe beispiel gisela m. im artikel). und dann gibt es noch den subtext - in diskussionen, in der art des auftritts, selbst die frage: kennt der die richtigen leute und kennen die ihn? oder macht der nur einen auf zampano in seiner bewerbungsmappe?

anaximander - 22. Nov, 20:45

.. und stellt er

die "richtigen" Fragen und hat er auf alle Fragen der andern eine Antwort und wieviele davon sind die "richtigen"...
Man könnte sagen: am besten fahren die, die im Netz nur Lurker spielen. Aber das trifft nicht zu, denn wer im Netz schweigt, wird von den Personalberatern schon heute, als "nicht-existent" betrachtet. Ha, immer schön der Wand entlang, bloss nie auffallen, dann kann man nicht reinfallen...
fakeman - 23. Nov, 10:10

so ist es auch nicht. das leben besteht ja nicht nur aus extremen. der goldene weg liegt in der mitte: präsenz im netz, ja - aber bitte nur überlegte und kontrollierte.
anaximander - 23. Nov, 10:17

Es war

ironisch gemeint und wie immer habe ich das ;-) vergessen
Nie emotional reagieren ist meine Sache nicht, aber ich habe natürlich auch gut reden

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