Existiert Gott?
Das ist eine Frage, die die Alten Denker ebenso beschäftigt hat wie sie die heutigen und künftigen beschäftigen wird. Es wurden viele sogenannte Gottesbeweise erbracht, doch allen war dasselbe Schicksal beschieden: sie sind gescheitert. Nun gibt es aber eine 200 Jahre alte mathematische Formen, mit deren Hilfe sich zumindest die Wahrscheinlichkeit der Existenz Gottes bestimmen lassen soll.
- Die Wahrscheinlichkeitstheorie zielt darauf ab, Ungewissheit mathematisch exakt auszudrücken. Das gängige Modell orientiert sich an der Häufigkeit, mit der ein Ereignis eintritt – das typische Beispiel ist der Münzwurf. In der Gottesfrage würde man damit nicht weit kommen. Dagegen verfolgt die Bayes’sche Methode einen weiter gefassten Ansatz: Dabei versucht man, die Plausibilität einer Hypothese auf Grund von Indizien zu bestimmen.
Angenommen, eine Bank wird überfallen. Die Polizei verdächtigt einen Mann, der zuvor bereits eine andere Bank ausgeraubt hat. Nun melden sich Zeugen, die den Verdächtigen zur Tatzeit in der Nähe der Bank gesehen haben. Wie wirkt sich dieses Indiz auf den ursprünglichen Verdacht aus? Natürlich ist es hochwahrscheinlich, dass der Mann in der Nähe des Tatorts gesehen wurde, wenn er die Tat auch tatsächlich begangen hat. Dass er rein zufällig dort war, obwohl er mit dem Überfall nichts zu tun hatte, scheint deutlich weniger plausibel. Die Hypothese »Der Mann hat die Bank überfallen« erklärt das Indiz (»Er wurde in der Nähe des Tatorts gesehen«) also besser – der Verdacht hat sich erhärtet, die Hypothese der Ermittler ist plausibler geworden.
Diese Methode können wir auch auf die Frage nach der Existenz Gottes anwenden. Unsere Hypothese lautet demnach: »Gott existiert.« Wir gehen dabei von einer theistischen Gottesvorstellung aus – also von einem allmächtigen, allwissenden, ewigen und vollkommen guten Gott, der die Welt nicht nur geschaffen hat, sondern auch aktiv in sie eingreift. Weiter legen wir fünf große Indizienbereiche fest, also Fakten, die möglicherweise für oder gegen die Existenz Gottes sprechen: die Entstehung des Universums, die Ordnung im Kosmos, die Evolution, das Gute und das Böse sowie die Evidenz religiöser Erfahrungen.
anaximander - Mi, 22.11.2006 14:30 - Kommentar verfassen
- 0 Trackbacks - 18 Kommentare
- Mehr zum Thema Mathe












