Das Reich des Scheins
Vom Fernsehen sagte Johannes Gross einmal, es wäre unter allen "Medien das unsensibelste für Falschungen, weil es selbst auf Täuschung beruht. Alles ist artifiziell. Die Auftretenden sind geschminkt; der seltene Vogel, den die Dokumentation über den Anden schwebend zeigt, wird in der Nahaufnahme durch einen im Zoo ersetzt; aktuelle Vorgänge sind mit Archivbildern illustriert; die Wetterkarte, auf der die Meteorologin kundig fuchtelt, ist ihr selber unsichtbar, weil sie auf Bluebox eingespielt wird." In dieser artifiziellen Welt komme es nicht auf Geist, sondern auf Geistesgegenwart an. Sie sei nicht das Reich der Wahrheit und nicht das Reich der Lüge, sondern des Scheins.Das bringt es genau auf den Punkt - und ist der Grund, weshalb es für Fernsehjournalisten spezielle Lehrbücher braucht.
SRM hat sich mit zwei Lehrbüchern auseinandergesetzt, demjenigen von Martin Ordolff: "Fernsehjournalismus" und demjenigen von Gerhard Schult / Axel Buchholz: "Fernseh-Journalismus" Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis und kommt zum Schluss:
Zu kurz kommen in beiden Büchern Fragen des Redaktionsmanagements und damit die menschliche Seite des Fernsehbetriebs: das Intrigenspiel, die Eitelkeiten der TV-Gewaltigen und deren an Suchtverhalten erinnernder Drang, sich vor der Kamera zu präsentieren und zu produzieren, ebenso wie die Verselbständigungstendenzen des Apparats und deren unerfreuliche Konsequenzen für die redaktionelle Arbeit - vor allem in den grossen öffentlichen Sendern.
Und da gibt es immer noch Zuschauer, die meinen von Fernsehjournalisten objektiv informiert zu werden....
SRM hat sich mit zwei Lehrbüchern auseinandergesetzt, demjenigen von Martin Ordolff: "Fernsehjournalismus" und demjenigen von Gerhard Schult / Axel Buchholz: "Fernseh-Journalismus" Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis und kommt zum Schluss:
Zu kurz kommen in beiden Büchern Fragen des Redaktionsmanagements und damit die menschliche Seite des Fernsehbetriebs: das Intrigenspiel, die Eitelkeiten der TV-Gewaltigen und deren an Suchtverhalten erinnernder Drang, sich vor der Kamera zu präsentieren und zu produzieren, ebenso wie die Verselbständigungstendenzen des Apparats und deren unerfreuliche Konsequenzen für die redaktionelle Arbeit - vor allem in den grossen öffentlichen Sendern.
Und da gibt es immer noch Zuschauer, die meinen von Fernsehjournalisten objektiv informiert zu werden....
anaximander - Fr, 23.02.2007 06:12 - Kommentar verfassen
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Zitat aus: Bistdufrei.de - Bedienungsanleitung für die persönliche (R)Evolution
Individuell gesehen, treten die Fallen des Fernsehens deutlich in zu langem Konsum auf, dem wahllosen Aneinanderreihen von Filmen, Unterhaltungssendungen und Infotainement. Die Motivation besteht nicht mehr darin, etwas zu erleben oder zu unternehmen, man möchte häufig nur abschalten. Die Animation des Tages wird im Betrachten standardisierter Meinungen über andere fortgesetzt.
Herzliche Grüße
Martin.Fickinger@bistdufrei.de
http://vorleser.blog.de