Paul Watzlawick - die Nachrufe
In der taz setzt sich Dirk Baecker mit Watzlawick und dessen Werk auseinander:"Er hatte eine wunderbare Gabe, immer genau zu wissen, worüber er schrieb, sich jedoch von diesem Wissen nie die Freiheit nehmen zu lassen, sich auch das Leiden und das Unglück des Menschen letztlich eher wie ein Naturforscher anzusehen, der darüber staunen kann, wie die Leute es schaffen, so zu leiden und so unglücklich zu sein, als wie ein Betroffener, der glaubt, er müsse sich von jedem Phänomen, das ihm begegnet, unbedingt anstecken lassen. Ich hatte damals in Italien den Eindruck, dass ein Ratsuchender sich bei ihm in guten Händen fühlen müsste, weil er zu verstehen wusste, aber doch immer anders verstand, als der Ratsuchende sich selbst versteht. Diese Kombination von Hinschauen einerseits und Verschieben des Kontextes andererseits gehörte vermutlich zu seinen großen therapeutischen Fähigkeiten."
Unter der Überschrift "Richtig oder falsch" geht Arno Widmann auf das Thema Watzlawick zu."Das Schöne an Watzlawick war, dass seine erkenntnistheoretischen Theorien Nebenprodukte seiner therapeutischen Tätigkeit waren. Über Therapien entschied er mit einem für die deutschen Debatten bis dahin undenkbaren Pragmatismus: 'Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern um wirksam oder unwirksam.' Das war genau der richtige Ton für Menschen, die das Gefühl hatten, die letzten zehn Jahre zuvor mit der Frage nach richtig oder falsch vergeudet zu haben."
Bernd Haasis ist der Auffassung, Watzlawick habe den Menschen beim Austricksen von sich selber zugesehen und greift dazu auf eine Anekdote zurück:"Ein Mann möchte sich von seinem Nachbarn einen Hammer ausleihen. Doch je länger er darüber nachdenkt, desto mehr Gründe findet er dafür, dass der Nachbar etwas gegen ihn haben könnte - angefangen damit, dass selbiger unlängst nur flüchtig gegrüßt hat. So sehr steigert sich der Mann in seine Vorstellung hinein, dass er schließlich hinübergeht und den Nachbarn anbrüllt, er solle seinen Hammer doch behalten."
Irmgard Schmidmaier sieht Watzlawick als Kämpfer "gegen imaginäre Elefanten":Der beständige Kampf gegen Elefanten, die gar nicht vorhanden sind, macht unglücklich: Griffig, mit lebensnahen Bildern und Humor machte der Philosoph, Psychologe und Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick seine Theorien verständlich. Dass gerade sein schmaler Band "Anleitung zum Unglücklichsein" zum populären Bestseller geriet, ist bezeichnend für den pragmatischen Denker aus Österreich, der am 1. April im Alter von 85 Jahren in Palo Alto in seiner Wahlheimat Kalifornien gestorben ist. Knapp und präzise vermochte er die kompliziertesten Gedanken auszudrücken und fand so eine begeisterte Leserschaft, die weit über das Fachpublikum hinausging.
Sabine Bretschneider hat einen Essay über Watzlawick verfasst:Watzlawicks bekanntestes Axiom: „In einer sozialen Situation kann man nicht nicht kommunizieren.“ Jetzt stellen Sie sich den zunehmend verbittert dreinschauenden Ex-Schweigekanzler vor. Oder den amtierenden, der grinst, während ihn der Juniorpartner öffentlich zum Tanzbären macht."
Unter der Überschrift "Richtig oder falsch" geht Arno Widmann auf das Thema Watzlawick zu."Das Schöne an Watzlawick war, dass seine erkenntnistheoretischen Theorien Nebenprodukte seiner therapeutischen Tätigkeit waren. Über Therapien entschied er mit einem für die deutschen Debatten bis dahin undenkbaren Pragmatismus: 'Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern um wirksam oder unwirksam.' Das war genau der richtige Ton für Menschen, die das Gefühl hatten, die letzten zehn Jahre zuvor mit der Frage nach richtig oder falsch vergeudet zu haben."
Bernd Haasis ist der Auffassung, Watzlawick habe den Menschen beim Austricksen von sich selber zugesehen und greift dazu auf eine Anekdote zurück:"Ein Mann möchte sich von seinem Nachbarn einen Hammer ausleihen. Doch je länger er darüber nachdenkt, desto mehr Gründe findet er dafür, dass der Nachbar etwas gegen ihn haben könnte - angefangen damit, dass selbiger unlängst nur flüchtig gegrüßt hat. So sehr steigert sich der Mann in seine Vorstellung hinein, dass er schließlich hinübergeht und den Nachbarn anbrüllt, er solle seinen Hammer doch behalten."
Irmgard Schmidmaier sieht Watzlawick als Kämpfer "gegen imaginäre Elefanten":Der beständige Kampf gegen Elefanten, die gar nicht vorhanden sind, macht unglücklich: Griffig, mit lebensnahen Bildern und Humor machte der Philosoph, Psychologe und Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick seine Theorien verständlich. Dass gerade sein schmaler Band "Anleitung zum Unglücklichsein" zum populären Bestseller geriet, ist bezeichnend für den pragmatischen Denker aus Österreich, der am 1. April im Alter von 85 Jahren in Palo Alto in seiner Wahlheimat Kalifornien gestorben ist. Knapp und präzise vermochte er die kompliziertesten Gedanken auszudrücken und fand so eine begeisterte Leserschaft, die weit über das Fachpublikum hinausging.
Sabine Bretschneider hat einen Essay über Watzlawick verfasst:Watzlawicks bekanntestes Axiom: „In einer sozialen Situation kann man nicht nicht kommunizieren.“ Jetzt stellen Sie sich den zunehmend verbittert dreinschauenden Ex-Schweigekanzler vor. Oder den amtierenden, der grinst, während ihn der Juniorpartner öffentlich zum Tanzbären macht."
anaximander - Mi, 04.04.2007 11:31 - Kommentar verfassen
- 0 Trackbacks - 1 Kommentar
- Mehr zum Thema Psychologie












