Abschied vom freien Willen
Das menschliche Gehirn soll nicht mehr sein als eine willenlose Apparatur. Sagt ein Teil der Neurologen - und behauptet, damit Recht zu haben. Was sich einerseits nach einer katastrophalen Meldung anhört, liest sich andererseits beruhigend, vor allem für Straftäter, Mörder, Vergewaltiger und Terroristen. Kein Mensch, so sagen diese Neurologen, verfügt über einen freien Willen; alle werden von einem dezentralen Netzwerk regiert, haben sich scheinbar willenlos - wo kein Wille ist... - unterworfen. Jürgen Roth, einer der beiden Hauptmatadore auf Seiten des jüngsten naturalistic turn in Sachen Willen, sagt dies so: "Jeder Mensch handelt so, wie seine Persönlichkeit - bestimmt durch Gene, Hirnentwicklung, frühkindliche Erfahrung und spätere Sozialisierung - es vorschreibt." Determinismus also, Motiv-Determinismus. "Alle pädophilen Mörder haben schwere Hirnschäden". Von Schuld könne hier nicht gesprochen werden, da die Möglichkeit des "Anders-Handeln-Könnens" nicht gegeben sei.
So ist das also. Ich habe das schon lange vermutet. Dass der Rechtsanwalt Dr. Michel Friedmann, der sich auf dem Gebiet der Philosophie mit dem verlorenen freien Willen befasst, nicht gerade unglücklich über dessen Verlust ist, leuchtet mir ein...
Ich stimme mit dem Autor des Berichts vollkommen überein in "Wo kein Wille, da kein Recht. Strafrecht ist da nur eine Fußnote. Das wär"s: Legal, illegal, scheißegal!"
So ist das also. Ich habe das schon lange vermutet. Dass der Rechtsanwalt Dr. Michel Friedmann, der sich auf dem Gebiet der Philosophie mit dem verlorenen freien Willen befasst, nicht gerade unglücklich über dessen Verlust ist, leuchtet mir ein...
Ich stimme mit dem Autor des Berichts vollkommen überein in "Wo kein Wille, da kein Recht. Strafrecht ist da nur eine Fußnote. Das wär"s: Legal, illegal, scheißegal!"
anaximander - Do, 03.05.2007 12:42 - Kommentar verfassen
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