Richard Rorty ist tot
und darum bringen einige Feuilletonisten Nachrufe auf ihn. Den einen Nachruf auf den Philosophen hat sein Stanforder Kollege Hans-Ulrich Gumbrecht verfasst und Christian Schlüter den anderen.
Schlüter ist der Ansicht, dem Philosophen Richard Rotry wäre die Philosophie stets verdächtig gewesen. "Er traute ihr nur sehr eingeschränkt über den Weg, eigentlich nur, wenn sie der für ihn maßgeblichen Tradition des amerikanischen Pragmatismus folgte. Und hier war es insbesondere John Dewey, dessen Credo von der immer nur vorläufig gültigen und allein im menschlichen Handeln sich bewährenden philosophischen Erkenntnis zur leitenden Maxime wurde: Es gelte, so Rorty, der Vorrang der Demokratie gegenüber der Philosophie; man könne schließlich nie wissen, wohin es das philosophisch beseelte Denken mit seinen Absolutheitsansprüchen treibe, vor allem dann, wenn es sich anschickt, im Namen ewiger Wahrheiten politisch zu werden. "Dergleichen philosophisches Kauderwelsch", erklärte Rorty in der ihn mitunter eigenen Schnodderigkeit, sei "bestenfalls belangvoll für das private Streben nach Vollkommenheit."
Auch Habermas ergreift das Wort"Unter den zeitgenössischen Philosophen kenne ich niemanden, der wie Richard Rorty seine Kollegen mit neuen Einsichten überfallen und in Atem gehalten hat," denn sein Freund Rorty ist mit 75 Jahren gestorben, und zwar an Krebs. Betrübt ist auch der Wissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht, der wie Rorty im kalifornischen Stanford lehrt. Gumbrecht meint in der FAZ, der höchste Wert dieses Menschen sei es gewesen, ohne autoritäre Vorgaben denken zu können. - Der gebürtige New Yorker Rorty war vor allem bekannt für seine Kritik an der Philosophie als solcher. Bis zu seinem Tod lehnte er einen Lehrstuhl in dem Fach ab und unterrichtete Vergleichende Literaturwissenschaft. Die Frankfurter Rundschau betont: "Rorty lässt keine Erkenntnistheorie gelten, sobald sie etwas postuliert, das von Dauer sein soll." Das Blatt lässt ein Zitat des Denkers folgen. Er habe eines nie verges- sen, sagt Rorty: Das Misstrauen gegenüber dem geistigen Sno- bismus.
Schlüter ist der Ansicht, dem Philosophen Richard Rotry wäre die Philosophie stets verdächtig gewesen. "Er traute ihr nur sehr eingeschränkt über den Weg, eigentlich nur, wenn sie der für ihn maßgeblichen Tradition des amerikanischen Pragmatismus folgte. Und hier war es insbesondere John Dewey, dessen Credo von der immer nur vorläufig gültigen und allein im menschlichen Handeln sich bewährenden philosophischen Erkenntnis zur leitenden Maxime wurde: Es gelte, so Rorty, der Vorrang der Demokratie gegenüber der Philosophie; man könne schließlich nie wissen, wohin es das philosophisch beseelte Denken mit seinen Absolutheitsansprüchen treibe, vor allem dann, wenn es sich anschickt, im Namen ewiger Wahrheiten politisch zu werden. "Dergleichen philosophisches Kauderwelsch", erklärte Rorty in der ihn mitunter eigenen Schnodderigkeit, sei "bestenfalls belangvoll für das private Streben nach Vollkommenheit."
Auch Habermas ergreift das Wort"Unter den zeitgenössischen Philosophen kenne ich niemanden, der wie Richard Rorty seine Kollegen mit neuen Einsichten überfallen und in Atem gehalten hat," denn sein Freund Rorty ist mit 75 Jahren gestorben, und zwar an Krebs. Betrübt ist auch der Wissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht, der wie Rorty im kalifornischen Stanford lehrt. Gumbrecht meint in der FAZ, der höchste Wert dieses Menschen sei es gewesen, ohne autoritäre Vorgaben denken zu können. - Der gebürtige New Yorker Rorty war vor allem bekannt für seine Kritik an der Philosophie als solcher. Bis zu seinem Tod lehnte er einen Lehrstuhl in dem Fach ab und unterrichtete Vergleichende Literaturwissenschaft. Die Frankfurter Rundschau betont: "Rorty lässt keine Erkenntnistheorie gelten, sobald sie etwas postuliert, das von Dauer sein soll." Das Blatt lässt ein Zitat des Denkers folgen. Er habe eines nie verges- sen, sagt Rorty: Das Misstrauen gegenüber dem geistigen Sno- bismus.
anaximander - Mo, 11.06.2007 10:06 - Kommentar verfassen
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