Die Enttarnung
Der Regisseur Romuald Karmakar lässt in seinem Film "Hamburger Lektionen" den Schauspieler Manfred Zapatka die deutsche Übersetzung einer Hasspredigt von Mohammed Ben Mohammed al-Fazazi vorlesen. Das ist, wie Verena Lueken findet, beeindruckend:
- "Man muss sich, um zu verstehen, was in diesen Predigten vor sich geht, einhören in das, was gesagt wird, den Girlanden folgen, den Abschweifungen und sophistischen Wendungen. [...] Gehalten wurden die Predigten in den letzten Tagen des Fastenmonats Ramadan im Januar 2000 in der Hamburger Al-Quds-Moschee. Ein Anwesender hat sie auf Video festgehalten, das Band wurde später in und außerhalb der Moschee verkauft. Fazazi, der seit Ende der neunziger Jahre Imam der Al-Quds-Moschee war, lehrt die salafistische Variante des Islams. Es ist bekannt, dass drei der vier Selbstmordpiloten des 11. September 2001 sowie andere Mitglieder der Hamburger Gruppe mit al-Fazazi in Kontakt standen und regelmäßig seine Predigten hörten.
Im Oktober 2001 kehrt Fazazi in seine Heimat Marokko zurück. Nach den Anschlägen von Casablanca wird er 2003 dort verhaftet und wegen Anstiftung zum Mord und der Teilnahme an der Planung terroristischer Akte zu dreißig Jahren Haft verurteilt. Auch mit den Anschlägen von Madrid ein Jahr später wird er in Verbindung gebracht, er soll ein Mobiltelefon im Gefängnis haben. In Deutschland wurde er nie belangt. [...]aran erinnert, dass der Islam sich in alles einmischt, in die Politik, die Wirtschaft, die Ehe, das Essen, die Beerdigungen, Kleidung und Recht, und dass man sich nicht einfach eine Scheibe von ihm abschneiden und den Rest anderweitig, demokratisch etwa, regeln kann. Härte und Barmherzigkeit des Propheten werden ausgebreitet, wobei die Barmherzigkeit der islamischen Gemeinschaft zuteil wird und die Härte all denen, die sie bedrohen."
anaximander - Mi, 19.09.2007 11:17 - Kommentar verfassen
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