Günter Grass ist 80
und die Feuilletons schäumen über vor Lob für den literarischen und gesellschaftlichen "Helden" Deutschlands...
Eckhard Fuhr würdigt Günter Grass gegen die "Rädels"führer unter seinen Kritikern:"Jedenfalls nimmt er einen Rang ein, den kein Schriftsteller der nachfolgenden Generationen für sich beanspruchen kann.[...]Heute schreckt der Alte die Bürgerkinder des liberal-urbanen Justemilieu. Er erinnert sie daran, wie weit entfernt sie von wirklicher Bürgerlichkeit sind. Dass einer Wurzeln in kaschubischen Kartoffeläckern hat und immer noch daran glaubt, dass demokratisches Engagement die Welt, wenn auch nur im Schneckentempo, besser machen könne, empfinden sie als ästhetische und politische Zumutung. Sie wollen den Alten endlich loswerden. In den Medien verfügen sie über starke Stimmen."Eckhard Fuhr hat die Geburtstagswünsche von Martin Walser an Grass im Visier.
Grass' dänischer Übersetzer wartet mit einer Hommage an das Dichtergenie auf.
Im "Tagesspiegel" meldet sich der umschwärmte Jubilar selbst zu Wort. In einem Interview mit Matthias Hoenig antwortet er auf die Frage, warum er sich nun vom Bundespräsidenten ehren lässt, wo er früher doch das Bundesverdienstkreuz abgelehnt hat."""Wir sind jahrelang in Deutschland, zum zweiten Mal, bemüht gewesen, eine Demokratie aufzubauen, mit wechselndem Erfolg, aber sie festigte sich. Zurzeit sind wir dabei, sie zu demontieren. Wir werden aus hysterischer Terroristenfurcht mehr und mehr zu einem Überwachungsstaat, betreiben das Geschäft der Terroristen, indem wir das, was die Terroristen so hassen, nämlich den demokratischen Rechtsstaat, mehr und mehr schwächen, wobei wir es hinnehmen, dass ein Innenminister von Woche zu Woche die Angst antreibt. Ich sehe, wie bestimmte politische Leistungen der Nachkriegszeit, auf die wir eigentlich stolz sein könnten, ins Bröckeln geraten. Wir machen einen Kotau vor dem Terrorismus, indem wird die Grundrechte schmälern. All das ist Abrissarbeit am Gebäude der Demokratie, das wir mit sehr viel Mühe aufgebaut haben."In der taz zitiert Alexander Cammann Worte aus der Feder eines Grass-Kritikers."Der eben verstorbene Walter Kempowski musste im April 1983 bei der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung in Bad Godesberg auftreten. "Als ich in das Versammlungslokal trat, hatte ich in der Menschenansammlung mit Hemmungen zu kämpfen", notierte er in sein Tagebuch. Doch die Fantasie half: "Wie öfter in solchen Fällen stellte ich mir vor, ich sei Günter Grass, und da gings.""Roman Buchelis Gratulation an Günter Grass fällt dafür umso kanpper oder bescheidener aus.
Lorzen Jäger darf allen Widrigkeiten zum Trotz ein paar Gratulationsworte an den Jubilar anbringen. Damit durchbricht er das Grass verschweigende Feuilleton...
Dafür wird hier die in der New York Times veröffentlichte Hommage des Schriftstellers John Irving an sein großes Vorbild Günter Grass, wenn auch gekürzt, so doch veröffentlicht.
Auch Thomas Steinfeld darf Grass gratulieren. Allerdings bedauert der Gratulant scheinbar, dass Grass' Geschichen den Zenit überschritten haben.
Eckhard Fuhr würdigt Günter Grass gegen die "Rädels"führer unter seinen Kritikern:"Jedenfalls nimmt er einen Rang ein, den kein Schriftsteller der nachfolgenden Generationen für sich beanspruchen kann.[...]Heute schreckt der Alte die Bürgerkinder des liberal-urbanen Justemilieu. Er erinnert sie daran, wie weit entfernt sie von wirklicher Bürgerlichkeit sind. Dass einer Wurzeln in kaschubischen Kartoffeläckern hat und immer noch daran glaubt, dass demokratisches Engagement die Welt, wenn auch nur im Schneckentempo, besser machen könne, empfinden sie als ästhetische und politische Zumutung. Sie wollen den Alten endlich loswerden. In den Medien verfügen sie über starke Stimmen."Eckhard Fuhr hat die Geburtstagswünsche von Martin Walser an Grass im Visier.
Grass' dänischer Übersetzer wartet mit einer Hommage an das Dichtergenie auf.
Im "Tagesspiegel" meldet sich der umschwärmte Jubilar selbst zu Wort. In einem Interview mit Matthias Hoenig antwortet er auf die Frage, warum er sich nun vom Bundespräsidenten ehren lässt, wo er früher doch das Bundesverdienstkreuz abgelehnt hat."""Wir sind jahrelang in Deutschland, zum zweiten Mal, bemüht gewesen, eine Demokratie aufzubauen, mit wechselndem Erfolg, aber sie festigte sich. Zurzeit sind wir dabei, sie zu demontieren. Wir werden aus hysterischer Terroristenfurcht mehr und mehr zu einem Überwachungsstaat, betreiben das Geschäft der Terroristen, indem wir das, was die Terroristen so hassen, nämlich den demokratischen Rechtsstaat, mehr und mehr schwächen, wobei wir es hinnehmen, dass ein Innenminister von Woche zu Woche die Angst antreibt. Ich sehe, wie bestimmte politische Leistungen der Nachkriegszeit, auf die wir eigentlich stolz sein könnten, ins Bröckeln geraten. Wir machen einen Kotau vor dem Terrorismus, indem wird die Grundrechte schmälern. All das ist Abrissarbeit am Gebäude der Demokratie, das wir mit sehr viel Mühe aufgebaut haben."In der taz zitiert Alexander Cammann Worte aus der Feder eines Grass-Kritikers."Der eben verstorbene Walter Kempowski musste im April 1983 bei der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung in Bad Godesberg auftreten. "Als ich in das Versammlungslokal trat, hatte ich in der Menschenansammlung mit Hemmungen zu kämpfen", notierte er in sein Tagebuch. Doch die Fantasie half: "Wie öfter in solchen Fällen stellte ich mir vor, ich sei Günter Grass, und da gings.""Roman Buchelis Gratulation an Günter Grass fällt dafür umso kanpper oder bescheidener aus.
Lorzen Jäger darf allen Widrigkeiten zum Trotz ein paar Gratulationsworte an den Jubilar anbringen. Damit durchbricht er das Grass verschweigende Feuilleton...
Dafür wird hier die in der New York Times veröffentlichte Hommage des Schriftstellers John Irving an sein großes Vorbild Günter Grass, wenn auch gekürzt, so doch veröffentlicht.
Auch Thomas Steinfeld darf Grass gratulieren. Allerdings bedauert der Gratulant scheinbar, dass Grass' Geschichen den Zenit überschritten haben.
anaximander - Di, 16.10.2007 13:20 - Kommentar verfassen
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