Extremismus und Freiheit
Arno Widmann stellt das neue Buch des in Nanterre lehrenden tunesischen Literaturwissenschaftlers Abdelwahab Meddeb vor: "Zwischen Europa und Islam".""115 Gegenpredigten" lautet der Untertitel von Abdelwahab Meddebs überreichem Buch. Es sind kurze Reflexionen über immer neue Themen. Im Grunde aber geht es immer nur um eines: Hört auf, nach dem Einen zu suchen. Die vielen Dinge, die vielen Ideen sind Euer Glück! Man kann die mehr als vierhundert Seiten nicht an einem Stück lesen. Nicht, weil sie einem lange werden. Im Gegenteil, man möchte immer weiter lesen, so interessant sind sie. Aber man möchte auch Pause machen, nachdenken über das, was man gelesen hat. Man sollte das Buch mit sich führen wie ein Mönch sein Brevier und jeden Tag nicht mehr als zwei, drei Abschnitte lesen darin. So würde man auch seine Art zu lesen ändern. Man würde sich wieder einüben in einer alten, in Vergessenheit geratenen meditativen Lesekunst. Das wäre vielleicht ein noch größerer Gewinn als der immense, den man aus den Texten selbst ziehen kann.
Zum Beispiel wenn Meddeb über den "Exzess" schreibt. Das ist der Begriff - "ghulw" im Arabischen -, mit dem die Saudis den islamistischen Extremismus kritisieren. Es sind drei Seiten, auf denen Meddeb klarmacht, dass es falsch ist, den Extremisten ihren Extremismus zum Vorwurf zu machen. "Der Krieg findet nicht zwischen Übermaß und Klugheit statt. Er findet zwischen der wortwörtlichen Auslegung auf der einen Seite statt und der Freiheit auf der anderen Seite, welche die Bedeutung schwanken lässt. In der Anstrengung der Interpretation können der Exzess, die Maßlosigkeit, das Wort sogar von dem Sinn befreien, der es einschränkt. Um die Radikalen besiegen zu können, muss man die vorderste Linie der Freiheit neu beleben." Dazu sind die Saudis nicht nur nicht bereit. Dazu sind sie nicht in der Lage."
Zum Beispiel wenn Meddeb über den "Exzess" schreibt. Das ist der Begriff - "ghulw" im Arabischen -, mit dem die Saudis den islamistischen Extremismus kritisieren. Es sind drei Seiten, auf denen Meddeb klarmacht, dass es falsch ist, den Extremisten ihren Extremismus zum Vorwurf zu machen. "Der Krieg findet nicht zwischen Übermaß und Klugheit statt. Er findet zwischen der wortwörtlichen Auslegung auf der einen Seite statt und der Freiheit auf der anderen Seite, welche die Bedeutung schwanken lässt. In der Anstrengung der Interpretation können der Exzess, die Maßlosigkeit, das Wort sogar von dem Sinn befreien, der es einschränkt. Um die Radikalen besiegen zu können, muss man die vorderste Linie der Freiheit neu beleben." Dazu sind die Saudis nicht nur nicht bereit. Dazu sind sie nicht in der Lage."
anaximander - Do, 06.12.2007 11:03 - Kommentar verfassen
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