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Arabische Autoren machen Druck

Aus Anlass des 60. Geburtstags des Staates Israel haben die Veranstalter der Turiner Buchmesse israelische Schriftsteller eingeladen. Unter Führung des "Gelehrten" Tariq Ramadan, der zusammen mit den Linksradikalen zum Boykott der Turiner Buchmesse aufruft (wir haben berichtet), protestieren die arabischen Autoren gegen die Einladung israelischer Schriftstellern.
Turins Wahrzeichen ist die Mola Antonelliana. Der markante Bau, dessen eigentümliches Profil sich auf jeder italienischen Zwei-Cent-Münze findet, war 1863 von der jüdischen Gemeinde der piemontesischen Hauptstadt als Tempel in Auftrag gegeben worden. Bei seiner Fertigstellung wurde die „Mola“ mit 167 Metern das höchste Gebäude der Welt, elf Meter höher als der acht Jahre zuvor vollendete Kölner Dom. Die Kosten für das Gebäude hatten das Vermögen der Juden Turins zwar damals so ruiniert, dass sie es noch während des Baus an die junge italienische Republik weiter verkaufen mussten. Doch eine selbstbewusstere jüdische Gemeinde als die aus Heimatstadt Primo Levis kann man sich auch heute in Italien kaum vorstellen. Da sollte es keinen erstaunen, dass das Leitungs-Komitee der Internationalen Buchmesse von Turin als Ehrengäste der diesjährigen Veranstaltung Schriftsteller aus Israel eingeladen hat. Der Staat Israel wird 60!
Tariq Ramadan sagt in einem Interview, er wolle mit israelischen Schriftstellern nicht streiten oder debattieren. Die "Ehreneinladung" Israels zu der Buchmesse solle einfach nur rückgängig gemacht werden, weil es unanständig sei, "einen Staat zu feiern, dessen Regierung die Menschenrechte nicht im geringsten respektiert und täglich das palästinensische Volk erniedrigt".
Es ist immer dasselbe: Ramadan und seine Genossen sind auf dem palästinensischen Auge blind...
Quelle
Thommen (anonym) - 7. Feb, 15:35

Beide auf den Augen blind

Es ist nicht besser, wenn eine demokratisch legitimierte Regierung auch auf dem einen Auge blind ist...
Die Israelis und Palästinenser werden mal ein gemeinsames Denkmal erbauen und gemeinsam darüber weinen, was ihre Führer einst für Verbrechen begangen haben!
So wird es auch mit den Balkankriegen sein... Thommen, Basel (58)

anaximander - 7. Feb, 16:20

Die Turiner-Buchmesse

könnte imho durchaus eine Chance sein für die Schriftsteller beider Lager. Doch solange die eine Seite auf einen zündelnden Tariq Ramadan hört, bleibt die Chance ungenutzt. Das finde ich traurig.
Gris-Gris (anonym) - 7. Feb, 19:08

"...was ihre Führer einst für Verbrechen begangen haben!"

Sorry, dagegen protestiere ich. Da wird so nebenbei suggeriert, beide Seiten würden "Verbrechen" begehen. Und da Israel eine Demokratie ist - seitens Israels Verbrechen im Namen eines Volkes.

Das ist - im besten Fall - nur ein dummer Ausrutscher, Thommen. Ich hoffe, es ist so in deinem Fall

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