Leidet der Bundespräsident an Gedächtnislücken?
"DIE KRATZER AN COUCHEPINS Gedächtnis-Lücken-Theorie verstärken sich noch, seit SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli gestern Mittag seine persönliche Abschrift des Tonbandprotokolls der Sitzung der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) vom 1. Februar veröffentlicht hat. Er habe das «qualitativ einwandfreie Tonprotokoll» am Freitag bei den Parlamentsdiensten abhören können, schreibt Mörgeli (siehe rechts).
Mörgelis Tonband-Protokoll und jene Version, die Couchepin den Medien präsentierte, unterscheiden sich in zwei Punkten wesentlich und werfen damit entscheidende Fragen auf:
> GELäCHTER: Gemäss Mörgelis Tonprotokoll gab es im Verlaufe von Couchepins Mengele-Erklärung viermal «teilweise grosse Heiterkeit». Couchepin hingegen sprach von einer Einzelperson: «Ich habe jemanden gesehen, der gelacht hat.» Ein Kommissionsmitglied, das Mörgelis Abschrift insgesamt als zutreffend bezeichnet, betont aber: «Das Lachen ist in dieser Abschrift überzeichnet. Wenn es Lacher gab, dann aus Verlegenheit oder Schock.»
> REAKTION COUCHEPINS: Der Knackpunkt der beiden Versionen ist die Frage, wie Couchepin auf den oder die Lacher reagiert hat. An der Medienorientierung betonte er, sofort und entschieden reagiert zu haben: «Das ist nicht zum Lachen. Das ist ernst.» In Mörgelis Tonprotokoll sieht das ganz anders aus. Nachdem Kommissionsmitglieder schon dreimal gelacht haben, fragt Couchepin «Pourquoi vous riez?» (Warum lacht ihr?). Das löst weitere Lacher aus, doch Couchepin beendet seine Aussagen zu Mengele. Nahm er die Lacher bewusst in Kauf? Provozierte er sie gar? Und: Erzählte er an der Medienkonferenz die Unwahrheit?
Dass sich Pascal Couchepin nicht an den Namen Josef Mengele, den «Todesengel von Auschwitz», erinnern konnte, scheint aus mehreren Gründen zumindest fragwürdig. Mengele gilt mit seinen Versuchen an Insassen des Konzentrationslagers als einer der scheusslichsten Verbrecher des Nazi-Regimes. Und Couchepin ist ein Kenner des Zweiten Weltkrieges. Regelmässig warf er der SVP und vor allem Christoph Blocher totalitäre und faschistoide Tendenzen vor – und provozierte gezielt: 1999 spricht Couchepin im Zusammenhang mit einer SVP-Initiative von einem «Angriff auf die demokratische Grundordnung»; 2004 wirft er der SVP «Manipulation» vor und sieht in Blochers Staatsverständnis eine Gefahr für die Demokratie; 2007 macht er bei der SVP Analogien zum Faschismus aus und sieht in Christoph Blocher eine Art Mussolini."
Quelle Mittelland-Zeitung
Mörgelis Tonband-Protokoll und jene Version, die Couchepin den Medien präsentierte, unterscheiden sich in zwei Punkten wesentlich und werfen damit entscheidende Fragen auf:
> GELäCHTER: Gemäss Mörgelis Tonprotokoll gab es im Verlaufe von Couchepins Mengele-Erklärung viermal «teilweise grosse Heiterkeit». Couchepin hingegen sprach von einer Einzelperson: «Ich habe jemanden gesehen, der gelacht hat.» Ein Kommissionsmitglied, das Mörgelis Abschrift insgesamt als zutreffend bezeichnet, betont aber: «Das Lachen ist in dieser Abschrift überzeichnet. Wenn es Lacher gab, dann aus Verlegenheit oder Schock.»
> REAKTION COUCHEPINS: Der Knackpunkt der beiden Versionen ist die Frage, wie Couchepin auf den oder die Lacher reagiert hat. An der Medienorientierung betonte er, sofort und entschieden reagiert zu haben: «Das ist nicht zum Lachen. Das ist ernst.» In Mörgelis Tonprotokoll sieht das ganz anders aus. Nachdem Kommissionsmitglieder schon dreimal gelacht haben, fragt Couchepin «Pourquoi vous riez?» (Warum lacht ihr?). Das löst weitere Lacher aus, doch Couchepin beendet seine Aussagen zu Mengele. Nahm er die Lacher bewusst in Kauf? Provozierte er sie gar? Und: Erzählte er an der Medienkonferenz die Unwahrheit?
Dass sich Pascal Couchepin nicht an den Namen Josef Mengele, den «Todesengel von Auschwitz», erinnern konnte, scheint aus mehreren Gründen zumindest fragwürdig. Mengele gilt mit seinen Versuchen an Insassen des Konzentrationslagers als einer der scheusslichsten Verbrecher des Nazi-Regimes. Und Couchepin ist ein Kenner des Zweiten Weltkrieges. Regelmässig warf er der SVP und vor allem Christoph Blocher totalitäre und faschistoide Tendenzen vor – und provozierte gezielt: 1999 spricht Couchepin im Zusammenhang mit einer SVP-Initiative von einem «Angriff auf die demokratische Grundordnung»; 2004 wirft er der SVP «Manipulation» vor und sieht in Blochers Staatsverständnis eine Gefahr für die Demokratie; 2007 macht er bei der SVP Analogien zum Faschismus aus und sieht in Christoph Blocher eine Art Mussolini."
Quelle Mittelland-Zeitung
anaximander - So, 10.02.2008 11:13 - Kommentar verfassen
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Herr Couchepin