Affäre Widmer-Schlumpf in den Medien
Die Zeitungen verurteilen den Angriff der SVP auf die Bündner Bundesrätin. Bezüglich der Rolle von Eveline Widmer-Schlumpf gehen die Einschätzungen jedoch auseinander.
DAS «ST. GALLER TAGBLATT» STäRKT WIDMER-SCHLUMPF DEN RüCKEN. «Ihr Verhalten ist richtig. Man wünscht ihr dafür viel Kraft.»
DAS «BüNDNER TAGBLATT» SIEHT BEI DER EINHEIMISCHEN BUNDESRäTIN KEINE SCHULD. «In den letzten Tagen konnte Widmer-Schlumpf glaubhaft darlegen, dass sie am Geheimplan von SP und CVP nicht aktiv mitgewirkt hat.» - Eine groteske Behauptung angesichts des Interviews mit dem Tessiner-Fernsehen.
FüR DIE «THURGAUER ZEITUNG» KOMMEN DIE WAHREN PROBLEME ERST BEI DER BESTäTIGUNGSWAHL AUF SIE ZU. «Wirklich zittern muss sie erst 2011.»
FüR den «TAGI» MUSS DIE BUNDESRäTIN NOCH LERNEN, WILL SIE DEN MACHTKAMPF GEWINNEN. «In den letzten kritischen Wochen beobachtete man bei Widmer-Schlumpf eine kommunikative Unfähigkeit, Klahrheit über ihre Absichten zu schaffen und menschliche Nähe herzustellen.»
DIE «SüDOSTSCHWEIZ» DEUTET EIN SZENARIO AN, BEI DEM DIE BüNDNERIN FEDERN LASSEN MUSS. «Man kann daher davon ausgehen, dass der Druck für Widmer-Schlumpf gross werden wird, die Partei zu verlassen. Die Kantonalsektion wäre ‹gerettet›, der Schaden nur individuell und nicht kollektiv.»
DIE «BASLER ZEITUNG» NIMMT DIE SVP INS VISIER, HIER AUS DER GESCHLECHTERPERSPEKTIVE. «Irgendwann wird die SVP – immer noch ein Männerbund – ihr frauenfeindliches Sperrfeuer gegen Widmer-Schlumpf einstellen müssen.»
DIE «NZZ» KANN NICHT GLAUBEN, DASS DIE SVP NEUERDINGS DEM FERNSEHEN GLAUBT. «Irritierend ist vor allem die dürftige Beweislage: Die SVP bedient sich für ihre Anklage just eines Dokumentarfilms des von ihr bei jeder Gelegenheit der völligen Unausgewogenheit gescholtenen Schweizer Fernsehens.»
DER BERNER «BUND» STELLT VOR ALLEM «SEINER» SVP EIN SCHLECHTES ZEUGNIS AUS. «Die Berner ziehen die Köpfe ein.»
UND DER «TAGI» SCHLIESST DA DEREN BUNDESRAT SAMUEL SCHMID MIT EIN. «Er hat Eveline Widmer-Schlumpf in den letzten Tagen, als sie die Unterstützung seiner Berner SVP dringend benötigt hätte, demonstrativ allein gelassen.»
Der POLITOLOGE ANDREAS LADNER irrt, wenn er erklärt, es handle sich um einen Racheakt. Hätte sich die SVP an Widmer-Schlumpf rächen wollen, hätte sie mit dem Parteiausschluss nicht so lange zugewartet; sie hätte sofort gehandelt.
DAS «ST. GALLER TAGBLATT» STäRKT WIDMER-SCHLUMPF DEN RüCKEN. «Ihr Verhalten ist richtig. Man wünscht ihr dafür viel Kraft.»
DAS «BüNDNER TAGBLATT» SIEHT BEI DER EINHEIMISCHEN BUNDESRäTIN KEINE SCHULD. «In den letzten Tagen konnte Widmer-Schlumpf glaubhaft darlegen, dass sie am Geheimplan von SP und CVP nicht aktiv mitgewirkt hat.» - Eine groteske Behauptung angesichts des Interviews mit dem Tessiner-Fernsehen.
FüR DIE «THURGAUER ZEITUNG» KOMMEN DIE WAHREN PROBLEME ERST BEI DER BESTäTIGUNGSWAHL AUF SIE ZU. «Wirklich zittern muss sie erst 2011.»
FüR den «TAGI» MUSS DIE BUNDESRäTIN NOCH LERNEN, WILL SIE DEN MACHTKAMPF GEWINNEN. «In den letzten kritischen Wochen beobachtete man bei Widmer-Schlumpf eine kommunikative Unfähigkeit, Klahrheit über ihre Absichten zu schaffen und menschliche Nähe herzustellen.»
DIE «SüDOSTSCHWEIZ» DEUTET EIN SZENARIO AN, BEI DEM DIE BüNDNERIN FEDERN LASSEN MUSS. «Man kann daher davon ausgehen, dass der Druck für Widmer-Schlumpf gross werden wird, die Partei zu verlassen. Die Kantonalsektion wäre ‹gerettet›, der Schaden nur individuell und nicht kollektiv.»
DIE «BASLER ZEITUNG» NIMMT DIE SVP INS VISIER, HIER AUS DER GESCHLECHTERPERSPEKTIVE. «Irgendwann wird die SVP – immer noch ein Männerbund – ihr frauenfeindliches Sperrfeuer gegen Widmer-Schlumpf einstellen müssen.»
DIE «NZZ» KANN NICHT GLAUBEN, DASS DIE SVP NEUERDINGS DEM FERNSEHEN GLAUBT. «Irritierend ist vor allem die dürftige Beweislage: Die SVP bedient sich für ihre Anklage just eines Dokumentarfilms des von ihr bei jeder Gelegenheit der völligen Unausgewogenheit gescholtenen Schweizer Fernsehens.»
DER BERNER «BUND» STELLT VOR ALLEM «SEINER» SVP EIN SCHLECHTES ZEUGNIS AUS. «Die Berner ziehen die Köpfe ein.»
UND DER «TAGI» SCHLIESST DA DEREN BUNDESRAT SAMUEL SCHMID MIT EIN. «Er hat Eveline Widmer-Schlumpf in den letzten Tagen, als sie die Unterstützung seiner Berner SVP dringend benötigt hätte, demonstrativ allein gelassen.»
Der POLITOLOGE ANDREAS LADNER irrt, wenn er erklärt, es handle sich um einen Racheakt. Hätte sich die SVP an Widmer-Schlumpf rächen wollen, hätte sie mit dem Parteiausschluss nicht so lange zugewartet; sie hätte sofort gehandelt.
anaximander - Sa, 05.04.2008 09:39 - Kommentar verfassen
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Jaja, die lieben Medien..
derStandard.at: War es schwer, Frau Widmer-Schlumpf, die heute aus der SVP-Fraktion ausgeschlossen wurde, zum Antreten gegen Blocher zu überreden?
Andrea Hämmerle: Ich habe sie nicht überreden müssen, sondern ihr lediglich vorgeschlagen, zu kandidieren. Sie hat sich selbst entschlossen, es zu versuchen.
derStandard.at: Rechnen Sie nach dem Fraktionsausschluss der beiden SVP-Bundesräte mit einer Spaltung der SVP in einen moderaten und einen Blocher-Flügel?
Hämmerle: Das ist nicht auszuschließen.
Ist das nicht lustig? Das schweizer Fernsehen fand meinen Kommentar auf jeden Fall nicht so lustig, er wurde nach ein paar Minuten wieder gelöscht. Wie übrigens praktisch alle EWS-kritischen Kommentare.
Ist ja auch logo, sonst stimmt am Ende noch die "repräsetative" Umfrage nicht mehr so schön..
Hallo mas,
Es geht dort aber nur darum, Blocher Rachegelüste nachzusagen...