Träume lenken islamistische Terroristen
Von allen terroristischen Gewaltakten ist für die Menschen der westlichen Gesellschaften der Selbstmordanschlag die wohl am schwersten zu begreifende Tat. Was muss in einem Menschen vorgehen, der bereit ist, nicht nur andere Menschen, sondern auch sich selbst für eine Idee in den Tod zu reißen? Einen neuen Mosaikstein zur Klärung dieses Rätsels liefert jetzt ein britischer Forscher, der sich mit den Träumen von islamistischen Terroristen beschäftigt hat. Wie er jetzt in einem Vortrag auf dem Cheltenham Science Festival dargelegt hat, beziehen Islamisten Inspirationen und Rechtfertigungen für ihr Tun aus ihren nächtlichen Träumen.
"Der Islam ist überhaupt die größte Nachttraum-Kultur in der heutigen Welt", erklärt Iain Edgar von der Durham University. "Der Nachttraum wird als Angebot eines Weges zum metaphysischen und göttlichen Wissen aufgefasst. Der Nachttraum gilt im Islam gilt als eine zugängliche Quelle für Inspiration und Führung, um Klarheit über Handlungen in dieser Welt zu gewinnen."
Der Forscher hat überlieferte Träume von führenden Al-Qaida-Terroristen analysiert, darunter auch Träume, die in Texten von Osama bin Laden vorkamen. Darüber hinaus hat Edgar Individuen in Großbritannien, Pakistan, Nord-Zypern und der Türkei geführt, um die Schlüsselmerkmale des inspirierenden Nachttraums herauszuarbeiten. Dabei stellte er fest, dass der inspirierende Nachttraum für Islamisten, aber auch für normale Muslime oft realer erscheint als die Wirklichkeit und ein Individuum zu einer mythischen Vergangenheit führen kann, an die der Träumende dann auch glaubt. Daher können auch Trauminhalte als konkrete Handlungsanweisungen verstanden werden.
Dass etwa die Al-Qaida-Führer ihre Propaganda einfach auf erfundenen Träumen aufbauen, wie in der Forschung manchmal angenommen wird, glaubt Iain Edgar nicht: "Es könnte für einige Individuen zutreffen, aber das Spektrum und die Zahl der berichteten Traumerzählungen sprechen stark dagegen. Und selbst wenn die berichteten Träume von Dschihadisten erfunden sein sollten, so ist doch von erheblicher Bedeutung, dass Muslime oft an diese Träume glauben und daher von Dschihad-Parteien mobilisiert werden können."
Im Übrigen habe die Erforschung des Umgangs mit Trauminhalten eine grundsätzliche Bedeutung, so der Forscher. "Wie Muslime und andere Menschen ihre Nachtträume verstehen, ist ein mächtiges Werkzeug, um Zugang zu ihrer Weltsicht und ihren impliziten Schlüsselmotivationen zu gewinnen. Das Verständnis von Nachtträumen bietet einen Eintritt in die tiefsten Kammern des Selbst. Es besteht wenig Zweifel daran, dass jemandes Weltsicht und seine unbewusste, mythische Weltsicht Voraussagen über seine Sympathien und potenziellen Handlungen erlauben." Autor: Doris Marszk/Durham University
"Der Islam ist überhaupt die größte Nachttraum-Kultur in der heutigen Welt", erklärt Iain Edgar von der Durham University. "Der Nachttraum wird als Angebot eines Weges zum metaphysischen und göttlichen Wissen aufgefasst. Der Nachttraum gilt im Islam gilt als eine zugängliche Quelle für Inspiration und Führung, um Klarheit über Handlungen in dieser Welt zu gewinnen."
Der Forscher hat überlieferte Träume von führenden Al-Qaida-Terroristen analysiert, darunter auch Träume, die in Texten von Osama bin Laden vorkamen. Darüber hinaus hat Edgar Individuen in Großbritannien, Pakistan, Nord-Zypern und der Türkei geführt, um die Schlüsselmerkmale des inspirierenden Nachttraums herauszuarbeiten. Dabei stellte er fest, dass der inspirierende Nachttraum für Islamisten, aber auch für normale Muslime oft realer erscheint als die Wirklichkeit und ein Individuum zu einer mythischen Vergangenheit führen kann, an die der Träumende dann auch glaubt. Daher können auch Trauminhalte als konkrete Handlungsanweisungen verstanden werden.
Dass etwa die Al-Qaida-Führer ihre Propaganda einfach auf erfundenen Träumen aufbauen, wie in der Forschung manchmal angenommen wird, glaubt Iain Edgar nicht: "Es könnte für einige Individuen zutreffen, aber das Spektrum und die Zahl der berichteten Traumerzählungen sprechen stark dagegen. Und selbst wenn die berichteten Träume von Dschihadisten erfunden sein sollten, so ist doch von erheblicher Bedeutung, dass Muslime oft an diese Träume glauben und daher von Dschihad-Parteien mobilisiert werden können."
Im Übrigen habe die Erforschung des Umgangs mit Trauminhalten eine grundsätzliche Bedeutung, so der Forscher. "Wie Muslime und andere Menschen ihre Nachtträume verstehen, ist ein mächtiges Werkzeug, um Zugang zu ihrer Weltsicht und ihren impliziten Schlüsselmotivationen zu gewinnen. Das Verständnis von Nachtträumen bietet einen Eintritt in die tiefsten Kammern des Selbst. Es besteht wenig Zweifel daran, dass jemandes Weltsicht und seine unbewusste, mythische Weltsicht Voraussagen über seine Sympathien und potenziellen Handlungen erlauben." Autor: Doris Marszk/Durham University
anaximander - Do, 12.06.2008 11:40 - Kommentar verfassen
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Was leiten wir daraus ab?
Eine interessante Frage ist: "Wenn Terroristen diese Quelle der Nachtinspiration für eine kollektive Destruktivität zu nutzen scheinen, weshalb sind wir nicht fähig, diese gleiche Quelle zu nutzen, um das zu schaffen, was die Fixierung auf Destruktivität der Terroristen aufheben oder zumindest aufweichen könnte?"
Es liegt nicht an der Quelle, die Quelle ist einfach Quelle, weshalb wissen wir nicht besseres daraus abzuleiten?
Willkommen zu Verantwortung!
Puran