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Trittin und der Hurricane

American readers are furious at German Environmental Minister Jürgen Trittin, who believes America's lax policy on global warming is partly to blame for Hurricane Katrina.
Trittin ist ein Schnorrer und ein ausserordentlich dummer noch dazu.
Das Verhalten der amtierenden deutschen Regierung gegenüber den Opfern ist unter jedem Niveau. Statt Anteilnahme und Spendenaufrufen bekommen die Amerikaner aus Deutschland vor allem Häme und Belehrungen geliefert. Das transatlantische Verhältnis ist auf einem beschämenden Tiefpunkt angelangt.
Die Schweizer Politiker haben den Amerikanern zwar noch keine guten Ratschläge erteilt, aber sie verhält sich nicht weniger schäbig als die Deutsche Regierung; bis jetzt ist keine Geste, Hilfe zu leisten laut geworden. Hauptsache ist wohl einmal mehr, das Retten der eigenen Haut.
Soeben ist bekannt geworden, dass die deutsche Regierung den Amerikanern Hilfe angeboten hat. Zögerlich zwar, trotzdem hat sie es getan.
Die Schweizer hinken dann vielleicht heute Abend oder morgen hinter den Deutschen her. Der Schweizer Bundesrat braucht wie immer einen Vorreiter...
Wie die Amerikaner auf Trittin reagieren
OliverG - 1. Sep, 16:54

spiegel

na, die spiegel-reaktionen zeigen, dass es in beide richtungen jede menge vorurteile gibt ('die europäer machen ja nie was, nur die USA helfen allen, wir sind die liebesten')

nachem ich 88 sieben monate dort war, wusste ich zumidest eins: auch wenn wir alle jeans anhätten und denglisch sprächen - europa ist noch lange nicht 'amerikanisiert'.

trittin mag moralisch oder gar faktisch unrecht haben: dafür hat er jdenfalls prügel verdient.

aber: wer -selbst unter den grünen-wählern - mag trittin?

anaximander - 1. Sep, 17:07

So Unrecht

hat der Spiegel diesmal nicht. Wenns brennt, schreit die Welt nach den Amerikanern. Selbst Putin oder die Russen. Wenn die Amis in der Klemme stecken, halten sich alle bedeckt. In der Hoffnung auf den Friedensnobelpreis :-)))
Eine Naturkatastrophe kann jedes Land treffen. Bei uns hats Tote gegeben, Verletzte und eine wüste Zerstörung - aber vergleichen wollen mit dem, was in den Südstaaten passiert ist, geht nicht auf.
Wäre Stuttgart unter Wasser und du hocktest mit deinen Kids und deiner Frau auf dem Dach, wärst du nicht froh um Hilfe. Ich würde selbst die von Trittin annehmen :-)))
OliverG - 1. Sep, 17:24

ich tät

a) Isser gar nicht zuständig (oder soll er innenminister werden weil X. zur CDU, pardon, CSU übertritt?).
b) Ich tät mich aber bedanamken wenn der nachher sagt: "Ja Sie haben ja gar keinen Fahrradanhänger."
anaximander - 1. Sep, 17:31

das Zuständigkeitsgerangel

ist eh etwas, das mich immer wieder erstaunt. Wenn jemand in Not ist, kann man sich doch nicht noch Stunden lang darüber unterhalten, wer jetzt für was zuständig ist; man muss handeln.
zu b) er würde sagen: selber Schuld am Hochwasser; hätten sie sich einen Fahrradanhänger gekauft, wäre das alles nicht passiert :-))
Torsten (Gast) - 1. Sep, 17:59

Schöner Aufreger

Ein schöner Aufreger: Deutscher Umweltminister verweigert Hilfe, weil er die USA für Klimapolitik strafen will. Problem: nichts davon stimmt.

Der Artikel von Trittin stammt aus der Zeit vor dem Hurrican. Und die deutsche Regierung hat Hilfe angeboten, die aber erwartungsgemäß bisher nicht in Anspruch genommen wurde.

maikäfer (Gast) - 1. Sep, 18:06

die deutsche

Regierung hat erst heute Hilfe angeboten - halbherzig. Und Trittin hat zusammen mit andern nichts als Häme gespuckt. Er hat den Artikel in SpOn verdient und die Reaktionen der Amis auch - musst halt alles lesen
Torsten (Gast) - 1. Sep, 18:19

hab ich

Ich hab IMHO alles gelesen - zum Beispiel hab ich gelesen, wann der Trittin-Artikel veröffentlicht wurde. Das scheint der Spon-Autor nicht gemacht zu haben - oder er ignoriert es beharrlich.

Ich empfinde den Artikel Trittins als penetrante Selbstbeweihräucherung - es stimmt aber schlichtweg nicht, dass Trittin Häme in Bezug auf die Opfer des Hurrikans geäußert hätte. Die gab es nämlich gar nicht, als er das schrieb.

Und die Hilfsangebote der Bundesregierung laufen genau so wie immer: Man Schröder kondoliert, Schily bietet Hilfe an, die angenommen werden kann oder eben nicht.
Klaus Brüssel (Gast) - 1. Sep, 18:20

Stimmt nicht

Trittin Artikel in der FR stammt vom Montag (29.) und geht auch auf Katrina ein.
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/thema_des_tages/?cnt=718533&
Torsten (Gast) - 1. Sep, 18:34

Richtig, der Artikel wurde am Dienstag in der Tageszeitung Frankfurter Rundschau veröffentlicht und stammt somit vom Montag.

Natürlich war der Hurrikan da schon zu Gange, ich hab mich da falsch ausgedrückt. Aber am Montag war einfach noch nichts von Opfern bekannt. Man schaue sich die FR an dem Tag an. Der Aufmacher (der deutlich nach Trittins Artikel entstanden sein muss) lautet:
"Mit Windgeschwindigkeiten von 235 Kilometern pro Stunde hat der Hurrikan "KatrinaÓ am Montag die Südküste der USA erreicht und in hunderttausenden Haushalten die Stromversorgung unterbrochen.
anaximander - 1. Sep, 18:45

@ klaus

mit dem Erscheinungsdatum liegst du richtig. Der Sturm war im Gang.

@ Thorsten: Dass es Opfer geben würde, war zu vermuten. Trittin ist imho ein Menschenverächter erster Klasse - oder bloss ein gedankenloser Schwätzer.
Torsten (Gast) - 1. Sep, 19:00

Schwätzer sicherlich, Menschenverächter - in diesem Fall eindeutig - nein.
Klaus Brüssel (Gast) - 1. Sep, 19:04

Vermutung

Der Text lag bei Trittin schon in der Schublade, er wartete nur den passenden Zeitpunkt ab, so vermute ich. Ich selbst vermute durchaus einen Zusammenhang zwischen Klimawandel und menschlichen Einflüssen, aber unsere Regierung hat sich in sachen USA und G.W.Bush völlig verrannt, deshalb warten diese nur auf Fehler der Amerikaner bzw. auf Ereignisse, wo man den Amis die Schuld geben kann.
anaximander - 1. Sep, 19:29

Gewiss

vermuten kann man alles. Ich glaube sogar, dass es einen Zusammenhang gibt, schon immer gegeben hat. Den Klimawandel konnte man schon vor Jahrzehnten sehen - z.B. in Südfrankreich, wo die Erde Jahr für Jahr trockener geworden ist. Die Sahara dehnt sich nach Norden aus, so scheint es mir. Wir können etwas für die Ozonschicht tun, für den Klimawandel - das bezweifle ich. Da hätte man schon was tun müssen im 18. Jahrhundert. Das Verurteilen von Bush bringt nichts - auch nicht, wenn grad Wahlkampf ist. So aktuell ist Bush jetzt auch wieder nicht, dass er der Rotgrünen Rettung sein könnte. Wobei ich immer noch glaube, dass Deutschland mit einem Schröder als Kanzler aufwachen wird...

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