Drohung - Weltwoche knickt ein
Vor drei Wochen, am 11.10., schrieb Henry M. Broder in seiner Kolumne über die meistgehasste Institution in der Bundesrepublik, die Gebühreneinzugszentrale, GEZ, die für die öffentlich-rechtlichen Anstalten (ARD, ZDF, Deutschlandradio) die Gebühren eintreibt, gelegentlich auch mit extrem fragwürdigen Mitteln am Rande der Legalität. Er zitierte u.a. DIE WELT, die von einer „kafkaesken, unerreichbaren“ Behörde spricht, die sich auf einem von Video-Kameras überwachten Gelände „hinter Stacheldrahtzäunen und hohen Eisengittern“ verschanzt. Er gab seiner Kolumne den Titel „Gestapo light“, wohl wissend, dass es sich um eine Übertreibung handelt, denn nur wo „Gestapo“ drauf steht, ist auch „Gestapo“ drin. Angemessener wäre es gewesen, die GEZ mit der Stasi der DDR zu vergleichen.
Elf Tage später, am 22.10., meldete sich die „Unter-nehmenssprecherin“ des WDR per email beim Chefredaktor der Weltwoche, Roger Köppel. Es wäre in Ordnung, schrieb sie, die „extrem fragwürdigen Methoden“ der GEZ „zu diskutieren“. Es ginge aber zu weit, sie als „Gestapo light“ zu bezeichnen. Das wäre „nicht nur eine Verharmlosung der gefürchteten NS-Organisation, sondern vor allem auch eine Diskreditierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GEZ“. Sie hielte es deswegen „für angemessen, wenn der Artikel aus dem Online-Angebot der Weltwoche gelöscht würde“. Nota bene: Die Unternehmenssprecherin des WDR forderte nichts, sie drohte nicht einmal mit rechtlichen Konsequenzen, falls die Weltwoche die Anregung nicht befolgt.
[ Zum ganzen Artikel in der Weltwoche vom 1. November 2012 ]
Elf Tage später, am 22.10., meldete sich die „Unter-nehmenssprecherin“ des WDR per email beim Chefredaktor der Weltwoche, Roger Köppel. Es wäre in Ordnung, schrieb sie, die „extrem fragwürdigen Methoden“ der GEZ „zu diskutieren“. Es ginge aber zu weit, sie als „Gestapo light“ zu bezeichnen. Das wäre „nicht nur eine Verharmlosung der gefürchteten NS-Organisation, sondern vor allem auch eine Diskreditierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GEZ“. Sie hielte es deswegen „für angemessen, wenn der Artikel aus dem Online-Angebot der Weltwoche gelöscht würde“. Nota bene: Die Unternehmenssprecherin des WDR forderte nichts, sie drohte nicht einmal mit rechtlichen Konsequenzen, falls die Weltwoche die Anregung nicht befolgt.
[ Zum ganzen Artikel in der Weltwoche vom 1. November 2012 ]
anaximander - Do, 01.11.2012 09:41 - Kommentar verfassen
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