Feuilletons protzen mit Sarrazin
Necla Kelek und Monika Maron kennen den SPD-Politiker Thilo Sarrazin, schätzen ihn sehr und führen ein Gespräch über ihn und seine Thesen und über die monströse Aufgeregtheit in den politischen Parteien - und den Feuilletons. Quintessenz ist der Satz: "Nicht Sarrazin, sondern die Diskussion spaltet das Land".
Wie Recht die beiden doch haben.
Der Germanist Manfred Schneider ekelt sich vor Thilo Sarrazin und den amerikanischen Autoren, die er als Sarrazins Vorläufer betrachtet: Bruce Bawer, Walter Laqueur, Mark Steyn und Christopher Caldwell.
Markus Linden erläutert, weshalb Thilo Sarrazins "völkisch inspirierter Amoklauf" gut für die Demokratie ist: "In einer argumentative Debatte, die sich daraus entspinnt, lassen sich die Ansichten eines Thilo Sarrazin ebenso disqualifizieren wie der Chauvinismus eines Geert Wilders. Der bloße moralisierende Rückgriff auf die Vokabeln der Political Correctness hilft hingegen wenig. Wer sich auf den Vorwurf des Rassismus und des Populismus beschränkt, bestärkt für viele eher den Eindruck, hier spreche jemand unterdrückte 'Wahrheiten' aus."
Elsbeth Stern wehrt sich gegen die Thesen des Thilo Sarrazin, der sie an entscheidenden Stellen seines Buches zitiert. Unmittelbare Verdummungsgefahr sieht sie jedenfalls nicht: "Eltern und Kinder zeigen nur eine mittelhohe Übereinstimmung im Intelligenzquotienten. Unterdurchschnittlich intelligente Eltern können überdurchschnittlich intelligente Kinder haben und umgekehrt. Das Ungleichgewicht in der Fortpflanzung müsste noch über viele Generationen gehen, bevor der IQ merklich absinkt. Die größte Gefahr für eine gesellschaftliche Verdummung besteht darin, dass soziale Herkunft für Schul- und Berufserfolg wichtiger ist als Intelligenz und Begabung."
Wie Recht die beiden doch haben.
Der Germanist Manfred Schneider ekelt sich vor Thilo Sarrazin und den amerikanischen Autoren, die er als Sarrazins Vorläufer betrachtet: Bruce Bawer, Walter Laqueur, Mark Steyn und Christopher Caldwell.
Markus Linden erläutert, weshalb Thilo Sarrazins "völkisch inspirierter Amoklauf" gut für die Demokratie ist: "In einer argumentative Debatte, die sich daraus entspinnt, lassen sich die Ansichten eines Thilo Sarrazin ebenso disqualifizieren wie der Chauvinismus eines Geert Wilders. Der bloße moralisierende Rückgriff auf die Vokabeln der Political Correctness hilft hingegen wenig. Wer sich auf den Vorwurf des Rassismus und des Populismus beschränkt, bestärkt für viele eher den Eindruck, hier spreche jemand unterdrückte 'Wahrheiten' aus."
Elsbeth Stern wehrt sich gegen die Thesen des Thilo Sarrazin, der sie an entscheidenden Stellen seines Buches zitiert. Unmittelbare Verdummungsgefahr sieht sie jedenfalls nicht: "Eltern und Kinder zeigen nur eine mittelhohe Übereinstimmung im Intelligenzquotienten. Unterdurchschnittlich intelligente Eltern können überdurchschnittlich intelligente Kinder haben und umgekehrt. Das Ungleichgewicht in der Fortpflanzung müsste noch über viele Generationen gehen, bevor der IQ merklich absinkt. Die größte Gefahr für eine gesellschaftliche Verdummung besteht darin, dass soziale Herkunft für Schul- und Berufserfolg wichtiger ist als Intelligenz und Begabung."
anaximander - Do, 02.09.2010 14:10 - Kommentar verfassen
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