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Freisinnige Feudalherrschaft

Der ETH-Professor Toni Gunzinger fordert einen Benzinpreis von 12 Franken pro Liter - und zweidrittel der Freisinnigen Partei stimmen ihm zu. Das bedeutet: Bewegungsfreiheit nur noch für jene, die die Feudalherrschaft über ihre Knechte, die auch ihre Wähler sind, ausüben.
Das sind doch tolle Zukunftsaussichten für die Schweiz, nicht?
Sokrates (Gast) - 2. Sep, 12:19

Projektion

Das ist wieder einmal ein schönes Beispiel für Psychologen zum Thema Projektion: Herr Gunzinger fährt nicht Auto und hat auch keinen Führerschein. Das erklärt ja schon (fast) alles.

anaximander - 2. Sep, 13:59

Nicht aber

die A...leckerei des Freisinns
Kosinsky (Gast) - 2. Sep, 20:02

anaximander: „[…] und zweidrittel der Freisinnigen Partei stimmen ihm zu.“

Tagesspiegelbericht: "Positive Reaktionen hat der Professor für sein Modell bereits erhalten. Kürzlich präsentierte er der FDP-Sektion Zürich seine Vision. Danach stimmte zu seiner eigenen Überraschung ein Drittel der Anwesenden einer Preiserhöhung auf 12 Franken pro Liter zu."

Ein Drittel ist auch schon eine Zahl. Allerdings sind darunter ja auch eventuell vielfach verwöhnte Großstadt-Menschen, die dem "der Natur zuliebe" zustimmen.

Neben der Gestaltung einer solchen Gesetzgebung in "öko"religiöser Exzentrik könnte es unter bestimmten Umständen auch ein radikal wirtschaftsliberaler Vorschlag sein:

- Die Nutzer der Straße bezahlen für die – zumindest vom Professor errechneten – Gesamtkosten der Straße. Das wäre eine Regelung, die dem (u.a.) wirtschaftsliberalen Prinzip des Dienstleistung-Bezahlung entspricht. Um (diesen einzelnen Bereich) wirtschaftsliberal zu organisieren, müssten dafür aber dann auch die Steuern, die für diesen Bereich erhoben werden – direkt erhobene oder aus dem allgemeinen Haushalt – wegfallen. Wenn das zum Vorschlag gehören würde, könnte man es einen wirtschaftliberalen Vorschlag nennen.

- Bisher werden die Straßen „für alle von allen“ finanziert. Das heißt, diejenigen die überhaupt Steuern zahlen und die, die viel einzahlen müssen, finanzieren die Straßen für alle Straßenbenutzer mit. Das ist (nach der Esping-Andersen’schen Wohlfahrtsstaats-Einteilung) ein sozialdemokratisches Prinzip. Das sollte man meiner Wertung nach durchaus beibehalten. Wenn dazu der Individualverkehr erschwinglich bleibt und der öffentliche Verkehr verbessert wird, wäre es ein sozialliberales Verkehrswesen. Für grüne Ersatzreligion wäre dieses am Thema (Verkehr und Mobilität) orientierte (politische) Handeln dann aber nicht mehr geeignet.

Bei den vermutlich eher grünautoritär ausgerichteten Vorschlägen von Professor Gunzinger würde der individuelle private und öffentliche Verkehr aber aus religiösen Gründen stark eingeschränkt.

„Das hat laut Gunzinger vor allem positive Folgen. Auf unnötige Fahrten würde verzichtet.“

Auf von den Autoritäten für "unnötig" erachtete Fahrten würde mindestens bis zur unteren Mittelschicht dann "verzichtet". "Endlich" wieder ein neuer religiöser Vorschlag, wie die Menschen rituelle Buße praktizieren und dabei für eine "große Sache" Opfer bringen können.
Und die Elektroindustrie könnte auch noch subventioniert werden.

„So gäbe es viel weniger Staus, und neue Elektrofahrzeuge würden gefördert.“

anaximander - 2. Sep, 20:16

Und womit

sollten die Elektrofahrzeuge betrieben werden?
Übrigens: in der Schweiz bezahlen die Autofahrer, sie sind die Milchkühe der Nation, die Straßen und einen großen Teil der öffentlichen Verkehrsmittel wie die SBB.
Kosinsky (Gast) - 3. Sep, 01:12

Der letzte Teil meines Textes ab "Auf von den Autoritäten..." ist ironisch bzw. kritisch gemeint.
Elektroautos sollten mit Kohlenstrom fahren. Oder Solarenergie, wenn diese unsubventioniert ist.
Gut wäre, wenn Individual- und Öffentlicher Verkehr so unreligiös und sozial ausgewogen und vernünftig wie möglich bleiben könnten.

anaximander - 3. Sep, 21:22

Gut, dann

vergiften wir die Umwelt mit halt mit Kohlestrom...

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