Literatur kultiviert die Katastrophe
Peter Utz beschreibt die Kultivierung der Katastrophe in der Schweizer Literatur.
- Katastrophen sind Teil jener Kultur, die sie bedrohen. Der Begriff der «Katastrophe» markiert die Grenze zwischen der Natur und der Kultur, und er entsteht mit dieser Grenzziehung: Seit die menschliche Kulturarbeit die «Natur» hinter Zäune und Dämme zurückdrängt, kann sie diese auch überschreiten. Dies versteht der Mensch dann als «Katastrophe». In ihr erfährt die Kultur nicht nur, wie fragil ihre innere Ordnung ist, sondern auch, wie nahe ihr das bleibt, was sie ausgrenzt. In der Katastrophe reisst die Aussenhaut der Kultur.
anaximander - Sa, 27.10.2012 12:26 - Kommentar verfassen
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