Martin Walser, Sarrazin, Afghanistan und die Politiker
Heute vor 21 Jahren ist die Mauer gefallen - und der Schriftsteller Martin Walser erhält in Berlin den Preis der Deutschen Gesellschaft e.V. für seine Verdienste um die deutsche und europäische Verständigung.
Zur Preis-Verleihung sprach er unter anderem über den Afghanistan-Krieg: "Wir führen Krieg. Und die, die uns regieren, finden nicht mehr heraus aus diesem Kriegsdilemma. (…) Bei uns seien, heißt es, 70 % der Bevölkerung gegen diesen Krieg. Das heißt, diese 70 % könnten den Regierenden aus dem Kriegsverhängnis heraushelfen. Durch Wahlboykott.“
Zuvor gab er Bild ein Interview über die deutsche Einheit, Patriotismus, Sarrazin - und gab einen Einblick in sein Tagebuch. Auf die Frage: Sie sammelten in Ihrem Leben viele Erfahrungen mit Kritikern. Wie haben Sie Merkels Kritik an Sarrazins Buch empfunden, die es als „wenig hilfreich“ bezeichnet hat?
antwortet Walser: "Das ist unmöglich. Da müsste sie einen Berater entlassen. Nun, bitte schön, sie hat es gesagt und die Leute haben es überwunden. Manchmal ist es ein Glück, wenn ein Politiker etwas sagt und es hat keine Folgen.
Die politische Klasse hat Sarrazins Buch so töricht schnell verurteilt. Aber das Volk ist auf die Straße gegangen, hat es Millionen Mal gekauft und damit Sarrazin bestätigt. Das ist nicht Verdrossenheit – das ist Wachheit. Man kann sich also auf das Volk verlassen! Inzwischen würde es sich wahrscheinlich auch Gabriel mit einem Parteiausschluss-Verfahren gegen Sarrazin nicht mehr so leicht machen."
Tja, die Politiker müssten sich das hinter die Ohren schreiben - aber eben: müssten...
Zur Preis-Verleihung sprach er unter anderem über den Afghanistan-Krieg: "Wir führen Krieg. Und die, die uns regieren, finden nicht mehr heraus aus diesem Kriegsdilemma. (…) Bei uns seien, heißt es, 70 % der Bevölkerung gegen diesen Krieg. Das heißt, diese 70 % könnten den Regierenden aus dem Kriegsverhängnis heraushelfen. Durch Wahlboykott.“
Zuvor gab er Bild ein Interview über die deutsche Einheit, Patriotismus, Sarrazin - und gab einen Einblick in sein Tagebuch. Auf die Frage: Sie sammelten in Ihrem Leben viele Erfahrungen mit Kritikern. Wie haben Sie Merkels Kritik an Sarrazins Buch empfunden, die es als „wenig hilfreich“ bezeichnet hat?
antwortet Walser: "Das ist unmöglich. Da müsste sie einen Berater entlassen. Nun, bitte schön, sie hat es gesagt und die Leute haben es überwunden. Manchmal ist es ein Glück, wenn ein Politiker etwas sagt und es hat keine Folgen.
Die politische Klasse hat Sarrazins Buch so töricht schnell verurteilt. Aber das Volk ist auf die Straße gegangen, hat es Millionen Mal gekauft und damit Sarrazin bestätigt. Das ist nicht Verdrossenheit – das ist Wachheit. Man kann sich also auf das Volk verlassen! Inzwischen würde es sich wahrscheinlich auch Gabriel mit einem Parteiausschluss-Verfahren gegen Sarrazin nicht mehr so leicht machen."
Tja, die Politiker müssten sich das hinter die Ohren schreiben - aber eben: müssten...
anaximander - Di, 09.11.2010 14:05 - Kommentar verfassen
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