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Reaktionen auf das Minarett-Verbot

SpOn titelt Schweizer stimmen gegen Minarett-Bau
    Damit dürfte der Schweiz ein außenpolitisches Problem ins Haus stehen, das die international orientierte Wirtschaft zu belasten droht. Erst vor wenigen Monaten wurde der Steuerstreit mit den USA beigelegt. Noch nicht ausgestanden ist dagegen eine Auseinandersetzung mit Libyen um zwei Schweizer, die dort festgehalten werden, nachdem Sohn und Schwiegertochter des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi vor einiger Zeit in Genf vorübergehend festgenommen worden waren.
Die FAZ schreibt unter dem Titel Schweizer verbieten Bau von Minaretten fast dasselbe.
Die Welt schreibt unter dem Titel Sorge vor militantem Islam und beweist schon damit, dass sie nichts verstanden hat,
    Ob das Bauverbot tatsächlich in die Verfassung des Landes aufgenommen wird, ist jedoch fraglich. Rechtsexperten betonen, ein Bauverbot verstoße wahrscheinlich gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte könnte das Bauverbot für Minarette in der Schweiz stoppen. „Gegen das Bauverbot wird sicher vor dem Gerichtshof geklagt“, sagte der Berner Islamwissenschaftler Reinhard Schulze.
Der Herr Schulze hat nicht begriffen, worum es bei dieser Abstimmung ging.
Für den n-tv war es vor allem ein Erfolg der Rechtspopulisten; für die Redakteure von n-tv hat ein Volk kein Recht auf Selbstbestimmung.
Dass es auch für die Süddeutsche eine Initiative der "Rechtspopulisten" war, ist logisch; die Redakteure haben nicht begriffen, dass Blocher ein Gegner dieser Initiative war.
Das Handelsblatt urteilt nüchtern Die Mehrheit ist für das Verbot. Dabei hatte Regierung in den Stimmberechtigten empfohlen, mit Nein zu votieren. Sie befürchtet, ein Minarett-Verbot werde „im Ausland auf Unverständnis stoßen und dem Ansehen der Schweiz schaden“.
Für den Stern war die Abstimmung lediglich eine Volksbefragung.
Die FR stellt fest Bevölkerung wählt das Verbot
Der selbsternannte Muslimvertreter Farhad Afshar ist sauer; er tadelt die Schweizer in der BAZ «Das Ergebnis ist der Schweiz unwürdig».
LeMonde stellt die massive Zustimmung zur Anti-Minarett-Initiative in den Vordergrund.
Die Presse sucht die Schuld an der Zustimmung zur Anti-Minarett-Initiative bei Libyen.
Die NYTimes titelt Swiss Voters Projected to Back Minaret Ban"
Für die Washington Post berichtet Alexander G. Higgins unter dem Titel "Projection: Swiss vote to ban new minarets"
OhneNick - 29. Nov, 17:25

Ich freue mich schon auf die Tagesschau-Kommentare heute Abend :-)

Newsnetz hat bereits am Nachmittag eine Zusammenstellung gemacht, wie diese Initiative im Ausland wahrgenommen und auf den Frontseiten der ausländischen Medien präsentiert wird.
Aber dies nicht zu unserer Information, sondern um uns aufzuklären, wie unbeliebt wir uns doch auch wieder machen im Ausland...

Dieser Spur (u.a.) folgt auch der Kommentar der NZZ:
Neuen Zürcher Zeitung: Ein Zeichen - keins von Selbstvertrauen

Na ja, wir werden noch manche solcher Kommentare hören heute Abend...

anaximander - 29. Nov, 17:58

Gerade habe ich

mir überlegt, einen Kommentar zu diesem Unfug, den Christoph Wehrli geschrieben hat, abzugeben. Er ist so typisch für einen Medienschaffenden, der sich einen Dreck um das, was die Bevölkerung bewegt, schert. Glauben Sie mir, die Bewohner der arabischen Halbinsel werden dieses Abstimmungsresultat als das interpretieren, was es ist: ein konsequentes Aufzeigen der Grenzen der Toleranz im Sinne von bis hierher und nicht weiter.
Der Bundesrat wird sich nicht entblöden den Stimmbürgern zu erklären, wie unbedarft sie gehandelt haben.
Gris-Gris - 29. Nov, 18:48

Ich war gegen ein Verbot -

- akzeptiere das Ja aber gerne und denke mir, gerade für die kleine schweizerische Blogosphere ist es ideal, fliegen doch nun weiterhin die Fetzen - gegen "die Oben" und die "linken Journalisten" von Tagi und NZZ, und wir allen haben weiterhin was zu diskutieren und dürfen uns mit intelligenten Beiträgen profilieren-

- sei es zur verhinderten Beschneidung von Schweizerinnen, sei es zum Untergang der liberalen Schweiz.

Gratulation, anaximander!
OhneNick - 29. Nov, 19:31

@ anaximander

Zitat: "...die Bewohner der arabischen Halbinsel werden dieses Abstimmungsresultat als das interpretieren, was es ist: ein konsequentes Aufzeigen der Grenzen der Toleranz im Sinne von bis hierher und nicht weiter."

Denke ich eben auch, die wissen genau, dass es bei uns anders läuft als bei ihnen.
Dazu passt auch der Kommentar von FDP Nationalrat Ruedi Noser, welcher vor kurzem in Saudi-Arabien und Kuweit war:

- ... Initiative absolut kein Thema dort

und jetzt das Beste:

- "... ich würde sogar fast behaupten, wenn es Reaktionen gibt, dann sind es Reaktionen welche von Schweizern moderiert worden sind "zum ihres Süppli choche" ...

Video Kommentar auf der Tagesschau-Seite.
anaximander - 29. Nov, 19:45

Danke für diese

Liebeserklärung, Gris-Gris. Deine Gratulation ist zwar fehl am Platze, aber das war schon öfter so - und wird wohl auch so bleiben.
anaximander - 29. Nov, 19:52

@OhneNick

Ein ägyptischer Rechtsgelehrter an der Universität von Kairo hat klipp und klar erklärt, er freue sich nicht über das Resultat, doch habe man den demokratischen Entscheid zu respektieren. Muslime brauchten keine Minarette um zu beten.
Die negativen Reaktionen kommen, wie Sie sagen, von Schweizer Journalisten, die sich jetzt zu profilieren hoffen.
Für ein Mal hat der Ruedi Noser recht ;-)
kraM - 30. Nov, 06:43

naja, der eu-menschenrechtsgerichtshof wird das ganze sowieso kippen. es sei denn, die diskrepanz zwischen religionsfreiheit und minarettverbot fällt vorher noch jemandem auf.

Gilbert-rgbm - 30. Nov, 08:12

Ich halte die Schweizer nicht für intolerant und fremdenfeindlich

Das Ergebnis ist eher eine natürliche Reaktion auf die vom Islam praktizierte Intoleranz und Feindlichkeit gegenüber ihren Gastländern, und so ein "Schuss vor den Bug" war eigentlich schon lange überfällig. Es wäre auch eine Chance für die Musels, mal etwas zu lernen, wenn ... ja, wenn die Qualitätspresse sich nicht wieder überschlagen würde, gegen die Bevölkerung zu hetzen, was letztendlich wieder den Extremisten auf beiden Seite zu Gute kommt.

Claudio Zanetti (Gast) - 30. Nov, 08:50

Schweizer Nestbeschmutzer

Leider sind es fast immer Schweizer Journalisten, die in ausländischen Medien ünber das eigene Land herziehen. Im "Spiegel" fallen vor allem die Herren Balzli und von Rohr als traurige schreiberlinge auf.

OhneNick - 30. Nov, 11:21

Stimmt, und die Kirchenfunktionäre:

- Thomas Wipf, Präsident des SEK:
„Die allgemeine Geltung der Menschenrechte, insbesondere das Recht auf freie Ausübung des Glaubens, sind Errungenschaften, die nicht aufgegeben werden dürfen.“
(Nachzulesen auf ref.ch)

- Für den Theologen Hans Küng ist das Minarett-Verbot schlimmer als alle Kopftuchverbote. (Bernerzeitung)

Man könnte meinen, gestern seien die Menschenrechte in der Schweiz abgeschafft worden...
tin (Gast) - 30. Nov, 12:46

Nicht "die",

aber eines. Ist und bleibt eigentlich fraglich, ob man über Punkte der akzeptierten Menschenrechte überhaupt abstimmen lassen darf. Und eine Bauvorschrift gehört auch nicht in die Verfassung - das ist etwas für kantonale und kommunale Gesetze. Ich habe die Vorahnung, dass sich diese Initiative rechtlich gar nicht umsetzen lässt.
anaximander - 30. Nov, 17:43

@OhneNick & Claudio Zanetti

Die Schweizer Schreiberlinge wünschen sich nichts sehnlicher als eine Reaktion, der jener auf die Mohammed-Karikaturen in nichts nachsteht. Da die Reaktion nicht von selbst kommt, muss jetzt eine provoziert werden - und die Grünen und Linken sind mit von der Partie. Die haben nichts kapiert.

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