Regina Mönch und die Tottreter
- Ob ihr Opfer tot ist oder noch am Leben, interessiert die Schläger nicht. Wenn der Gewaltrausch vorüber ist, hauen sie einfach ab. „Ich schlag Dich tot!“ – unter diesem Titel diskutierte Maybrit Illner gestern Abend mit ihren Gästen über Gewalt um der Gewalt willen.
Wieder trat – wie schon in der Nacht zuvor bei Anne Will – die Schwester des totgeschlagenen Jonny K. auf und erzählte, wie sie erfuhr, was geschehen war. Eine wohlerzogene junge Frau, die sich weder Zorn noch Tränen leistet, allenfalls Unverständnis, weil der mutmaßliche Haupttäter in der Türkei munter Interviews gibt, statt sich zu stellen. Wenn man das mehrmals gehört hat, wirkt es fast routiniert. Am Sonntag zuvor, bei der buddhistischen Trauerfeier, zu der viele Berliner gekommen waren, hatten ihre Freunde erklärt, gemeinsam mit der Familie alles zu tun, das übliche Bild nach derartigen brutalen Taten stören zu wollen: Es solle nicht wieder nur von den Tätern die Rede sein, so lange, dass die Opfer dahinter verschwänden. Ob es wirkt, ob „die Gesellschaft“, das ist ihre Hoffnung, daraus etwas lernt, sei dahingestellt.
E.S.
anaximander - Fr, 02.11.2012 16:37 - Kommentar verfassen
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