Saul Friedländer - Kafka zum 80.
Patrick Bahners unterhält sich mit Saul Friedländer - auch über dessen Spekulationen zu Kafkas Sexualität, die er in seinem neuen Buch ausführlicher darlegt.
- Während „die winzigsten Details“ von Leben und Werk genauestens erfasst worden sind, haben zwei „gewaltige Türme, die hoch über dem Kafka-Territorium aufragen, sein Scham- und Schuldgefühl, die jeder Leser und natürlich jeder Forscher wahrnimmt, überwiegend nur zu ganz allgemeinen und abstrakten Interpretationen geführt“.
Einer höchst speziellen und konkreten Deutung führt Friedländer das Geständnis aus dem Brief an Milena Jesenská vom 26. August 1920 zu: „Schmutzig bin ich, Milena, endlos schmutzig, darum mache ich ein solches Geschrei mit der Reinheit.“ Kafka artikuliere hier nicht irgendein metaphysisches Ungenügen an der eigenen Person, sondern spiele auf seine unerfüllten sexuellen Wünsche an.
anaximander - Do, 11.10.2012 15:30 - Kommentar verfassen
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