Zur Blasphemie-Debatte
Robert Spaemann greift in die von Mosebach angestossene Blasphemie-Debatte ein; er ärgert sich, dass in Deutschland nur noch der Islam vor Hohn und Spott geschützt wird, weil beschlossen worden ist, dass nur Beleidigungen, die den "öffentlichen Frieden gefährden" strafbar sind.
- Nur noch die mohammedanische Religion genießt den Schutz des Gesetzes, nicht die christliche. Denn Christen reagieren auf Beleidigung nicht mit Gewalt, Muslime aber wohl, und keineswegs nur „Islamisten“. Als in London vor Jahren der Film „Die letzte Versuchung Jesu“ in die Kinos kam, wurde er nach drei Tagen wieder abgesetzt, weil Muslime die Theater wissen ließen, dass sie die Beleidigung Jesu, der bekanntlich für den Islam ein Prophet ist, nicht hinnehmen würden. Dass die Christen es bei folgenlosen Protesten bewenden ließen, konnte bei Muslimen nur stille Verachtung auslösen. Den Christen, so folgern sie, ist offenbar nichts wirklich heilig.
anaximander - Fr, 27.07.2012 17:23 - Kommentar verfassen
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