Das Land Salzburg hat Jean Ziegler, der als Redner bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele 2011 vorgesehen war, wieder ausgeladen. Der Kommunist Jean Ziegler steht seit einigen Jahren wegen seiner Nähe zu Libyens Diktator Gaddafi immer wieder in der Kritik.
Die Salzburger Festspiele haben sich jetzt gegen Ziegler stark gemacht und auch Landeshauptfrau Gabi Burgstaller teile die Sorge, "dass in der Folge nicht die Inhalte von Zieglers Festspielrede, sondern der genannte Kritikpunkt im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gestanden wäre", wie es am Donnerstag aus ihrem Büro hieß. Für Burgstaller sei es "auch im Interesse von Jean Ziegler nicht sinnvoll", wenn dieser die Salzburger Festspielrede halte.
Österreich liebt Ziegler. Eigentlich. Er ist Träger des Bruno-Kreisky-Preises, außerdem wurde ihm der Salzburger Landespreis für Zukunftsforschung 2008 verliehen.
Jean Zieglers Reaktion auf die Ausladung kam daher, wie von einem Sozialisten nicht anders erwartet; er sei "zutiefst verwundert" über das Vorgehen des Landes und vermute, dass die Schweizer Großkonzerne wie Nestle und Credit Suisse als Großsponsoren der Salzburger Festspiele politisch interveniert hätten: "Credit Suisse und Nestle und diese Leute habe ich sehr angegriffen wegen ihrer Politik in der Dritten Welt. Und die hassen mich natürlich. [...] Dass die Druck gemacht haben auf das Land Salzburg, erscheint mir höchstwahrscheinlich."
Als
"beschämend" hat der Landessprecher der Salzburger Grünen, Cyriak Schwaighofer, die Ausladung Zieglers bezeichnet. Er will mit zivilgesellschaftlichen Organisationen dafür sorgen, dass Ziegler seine Rede in "einem anderen Rahmen" in Salzburg halten kann.
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