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Aberglaube

Mittwoch, 16. April 2008

Das Okkulte im Schatten der Aufklärung

Sabine Doering-Manteuffel hat mit "Das Okkulte. Eine Erfolgsgeschichte im Schatten der Aufklärung. Von Gutenberg bis zum World Wide Web." einen der schönsten empirischen Beiträge zur anhaltenden Diskussion um die Dialektik der Aufklärung vorgelegt, sprachlich bravourös, in hermeneutischer Anschmiegsamkeit an den oft sperrig-stacheligen Gegenstand – ein wissenschaftliches Glanzstück im Streit der Weltbilder.
Tilman Allert schreibt in seiner Rezension "Das Buch, packend geschrieben, bietet, auf acht Kapitel verteilt, sorgfältig recherchierte Geschichten gelegentlich wahnhafter Suche nach stimmiger Explikation. Das esoterische Denken, so die Zentralthese, verschwindet mit dem Siegeszug der Wissenschaften keineswegs, vielmehr meldet es sich geradezu als Kehrseite wissenschaftlicher Rationalität zu Wort – und findet seine Anhänger ebenso wie seine Experten. Durchaus diesseitige Motive geben dazu meist den Anstoss. Notorisch laut quakende Frösche etwa konnten auch schon den Menschen im Mittelalter den Schlaf rauben. Bände von Rezepturen entstanden gegen das Quaken. Teichbrühe, Eierschalen, die Gebeine von Toten mussten zusammengerührt werden, um die Frösche zu bannen. Diejenigen, die Frösche zum Schweigen bringen oder dieses zumindest glaubhaft in Aussicht stellen konnten, wurden kultisch verehrt. Wer sich aufs Frösche-Bannen verstand, konnte damit sogar den Lebensunterhalt verdienen."

Mittwoch, 20. Februar 2008

Bundesrat frönt Aberglauben

(sda)"Der Bundesrat glaubt nicht, dass die Steueraffäre zwischen Deutschland und Liechtenstein den Finanzplatz Schweiz in Mitleidenschaft zieht. Das sagte Bundesrat Samuel Schmid vor den Bundeshausmedien in Bern.
Toll, der Sämi versteht ja so viel von Finanzen und Steuerrecht. Aah, die anderen Bundesräte haben Militärminister vor sich gehalten, wie man einen Schild vor sich hält...
Finanzminister Hans-Rudolf Merz habe die Regierung an der Sitzung vom Morgen über die Sachlage informiert, ergänzte Vizekanzler Oswald Sigg. Nach Einschätzung von Merz werde der Finanzplatz Schweiz durch die Affäre kein Schaden erwachsen.
Für eine Scherz ist Finanzminister Merz immer zu haben. Vor allem auf Kosten der anderen.
Auf Journalistenfragen sagte Schmid, auch der Ruf der hiesigen Banken werde nicht leiden.
Verfügt der Sämi jetzt über okkulte Fähigkeiten oder hängt nur dem Aberglauben an, den die anderen ihm eingeredet haben?
In Steuerangelegenheiten gingen gelegentlich Nachfragen ein. Das sei nicht aussergewöhnlich und auch in anderen Ländern gang und gäbe. Die Hausdurchsuchung einer UBS-Filiale in München habe unter deutschem Recht stattgefunden.

Montag, 18. Juni 2007

Isaac Newtons Weltuntergangsprognose

isaac_newtonIsaac Newton, einer der einflussreichsten Wissenschafter der Welt, hat Anfang des 18. Jahrhunderts das Ende der Welt für das Jahr 2060 vorausgesagt. In der Ausstellung "Newtons Geheimnisse" präsentiert die Hebräische Universität in Jerusalem seit Sonntag unter anderem einen Brief von 1704, in dem der Forscher das Weltende auf 1.260 Jahre nach der (800 nach Christus erfolgten) Gründung des Heiligen Römischen Reiches festsetzte.
Newton wertete für seine Vorhersage nach Angaben der Universität eine Passage aus dem Buch Daniel aus. Der Forscher legte mit seinen Erkenntnissen über die Gesetze der Schwerkraft und Optik Grundsteine für die moderne Wissenschaft. Die aktuelle Ausstellung fokussiert allerdings auf theologische und andere nicht-naturwissenschaftliche Schriften Newtons, der sich unter anderem auch mit der Suche nach dem Stein der Weisen beschäftigt hatte.
Damit hat Newton zum ersten Mal nicht Recht - oder?
AP

Donnerstag, 12. April 2007

Freitag, der 13.

Beim Gedanken an "Freitag, den 13." wird jedem vierten Deutschen mulmig in der Magengrube. Die übersteigerte Furcht vor der 13 wird mit dem psychologischen Fachausdruck «Triskaidekaphobie» bezeichnet.
Die Angst vor dem vermeintlichen Unglückstag ist ein recht junges Phänomen des 20. Jahrhunderts, in alten Volkssagen sucht man danach vergeblich. Der Aberglaube taucht erst in modernen Erzählungen und Liedern auf - zum Beispiel in Reinhard Meys Ballade von 1968 «Ankomme Freitag, den 13.». Die Zahl 13 selbst wird hingegen seit langem als Unglücksbote gedeutet, im Volksmund hieß sie früher «Dutzend des Teufels». Die zwölf gilt in der Zahlensymbolik als harmonisch: Tag und Nacht haben jeweils zwölf Stunden, und ebenso viele Monate hat das Jahr.
In der Bibel werden zwölf Apostel genannt, beim letzten Abendmahl saßen dagegen 13 Personen am Tisch - der 13. war der Verräter Judas. In der heidnischen Mythologie gibt es die Geschichte der zwölf Götter, die im Götterpalast Walhall speisten. Mit der Ankunft Lokis als 13. entbrannte Streit, in dessen Folge der Götterliebling Baldur sterben musste. Auch der Freitag ist für sich genommen schon lange als Unglückstag gefürchtet. Adam und Eva sollen an einem Freitag vom verbotenen Apfel gegessen haben, Jesus an Karfreitag gekreuzigt worden sein. Im Mittelalter galten Wochen und Monate, die mit einem Freitag begannen, als Unglückszeiten.
Der Statistik zufolge kommt es am Freitag, dem 13., nicht öfter zu Unfällen als sonst - obwohl, wie Mathematiker ausgerechnet haben, der 13. am häufigsten auf diesen Wochentag fällt. Somit könnte auch schlicht ein Nullsummenspiel daraus werden - weil alle vorsichtiger sind. In diesem Jahr werden die Orakelnden gleich zwei Mal mit dem Schreckenstag konfrontiert. Nach dem 13. April fällt auch der 13. Juli 2007 auf einen Freitag.
Pressemitteilung

Dienstag, 27. März 2007

Hexenwahn

Hexen, Teufel und Zauberer sind Begriffe, die uns nicht jeden Tag beschäftigen. Trotzdem erinnern wir uns mit leisem Grauen an die Zeit der Hexenverfolgungen. Nils Minkmar hat das Buch mit dem Titel "Hexenwahn. Geschichte einer Verfolgung“ von Lyndal Roper rezensiert....ein modernes, intellektuell riskantes Buch, Produkt jahrzehntelanger Forschung und theoretischer Beschäftigung nicht nur mit der Sozial- und Kulturgeschichte der frühen Neuzeit, sondern ebenso mit Psychoanalyse und Ethnologie, so dass wir nach der Lektüre auf Anhieb verstehen, was Geisteswissenschaften zu leisten vermögen, wie sie uns herausfordern und inspirieren, wenn sie auf der Höhe ihres Themas und der Fragen unserer Zeit sind.
Das Buch „Hexenwahn“ der australischen Historikerin Lyndal Roper ist ein nahezu avantgardistisches Werk, in welches man trotzdem nahezu voraussetzungslos einsteigen kann, um sich von den Tiefen der Einzelfallanalyse zu den Höhen der historischen Überblicksdarstellungen transportieren zu lassen.

Montag, 8. Januar 2007

Schmerz als 'wunderbares spirituelles' Erleben

Beschneiden, piercen, tätowieren, verstümmeln - Schmerz spielt, sagt der Ethnologe Nigel Barley, in allen Kulturen eine wichtige Rolle – nicht nur bei Naturvölkern, sondern auch in der westlichen Welt.
Der Schmerz ist eine private Sprache, die sich nicht mitteilen lässt. Schmerz kann am ehesten noch durch Vergleiche mit Dingen ausgedrückt werden, die wir durch andere erleiden: Er ist «stechend», «hämmernd» oder «bohrend», und vielleicht wird er deshalb in den meisten Kulturen auf äussere Feindseligkeit zurückgeführt und als Folge einer böswilligen Einflussnahme durch Magie oder mutwillige Götter interpretiert. Wenn wir ihn haben, ist der Schmerz unsere ganze Wirklichkeit. Wenn er vergangen ist, ist seine Intensität sogar für uns, die wir ihn erduldet haben, nicht mehr zu greifen. Fragen Sie eine Frau, die ein Kind geboren hat. Der Schmerz muss fortwährend wachgehalten werden, sonst löst er sich auf, entwischt durch die Risse in unserer Wahrnehmung.
Vielleicht ist dies der Grund, weshalb die Reformer, die gegen die Brutalität schmerzhafter Rituale zu Felde ziehen, so wenig Erfolg haben. Die Abschaffung der Initiation ist ihr wichtigstes Anliegen, und die Initiation von Frauen (nicht von Männern) ihr bevorzugtes Ziel. Diese Einseitigkeit liegt vermutlich daran, dass sie jede Kultur als männliche Verschwörung begreifen und Mädchen als die Opfer ansehen, während Knaben schliesslich selbst wieder zu Unterdrückern heranreifen...

Donnerstag, 4. Januar 2007

Aberglaube macht Schicksal für Krebs verantwortlich

Mehr als ein Viertel der Menschen glaubt, dass das Schicksal bestimmt, ob sie an Krebs erkranken oder nicht. Zu diesem Ergebnis ist eine Umfrage von Cancer Research UK gekommen. Frauen glauben eher als Männer daran, dass die Vorsehung ihre Chancen bestimmt. Raucher glaubten um 50 Prozent häufiger daran. An der Befragung nahmen 4.000 Personen teil.
Gefragt wurde laut BBC unter anderem, ob die Teilnehmer glaubten, dass sie einen Einfluss auf ihr Krebsrisiko hätten. Insgesamt waren 27 Prozent der Befragten der Meinung, dass das Schicksal über eine Erkrankung entscheide. Bei den Teilnehmern aus den sozial am stärksten benachteiligten Regionen stieg dieser Prozentsatz auf 43 Prozent. In den reichsten Bezirken fiel der Prozentsatz auf nur 14 Prozent. Rauchen und Fettsucht werden immer wieder mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht. Die Studie ergab auch, dass 34 Prozent der Raucher und 36 Prozent der Teilnehmer über 65 Jahren ebenfalls an die Schicksalhaftigkeit einer Erkrankung glaubten.
Laut Lesley Walker von Cancer Research UK sei es alarmierend, dass ein so hoher Prozentsatz der britischen Bevölkerung nicht realisiert, dass die Hälfte aller Krebserkrankungen durch Veränderungen der Lebensgewohnheiten verhindert werden kann. "Wir alle können unser Krebsrisiko verringern, in dem wir nicht mehr rauchen, ein gesundes Gewicht halten und uns ausgeglichen mit viel Obst und Gemüse ernähren und reichlich für körperliche Bewegung sorgen." Zusätzlich helfe es Sonnenbrände zu vermeiden.
ptat

Mittwoch, 3. Januar 2007

Sterndeutereien für 2007

    "Es wird enden das Jahr, in dem großes Ungemach im Osten herrschte und die Verwirrung im Westen zunahm. Und zu Beginn des Jahres, das aus diesem geboren wird, werden sich die Schreiber erheben und an den Sternen zweifeln . . . " "
Die apokryphe Prophezeiung stammt von Nostradamus und soll für das Jahr 2007 gelten. Und weil sie überall in voller Blüte stehen, die astrologisch begründeten Prophezeiungen für das Jahr 2007, prügelt "profil" mit "Schwachsinn Astrologie" auf die Propheten ein.
Deutschland Radio verkündet "Horoskope geben Armen andere Tipps als Reichen" Die Sterne leuchten für arme Menschen anders als für Reiche. Das hat die Sprachwissenschaftlerin Katja Furthmann herausgefunden. Der in Berlin erscheinenden "Tageszeitung" sagte sie, das Horoskop in einer Zeitung für sozial Schwächere empfehle eher Sparsamkeit und rufe im Beruf tendenziell zu Kompromissbereitschaft auf. Hochglanzmagazine hingegen forderten ihre Leser mit gleichem Sternzeichen dazu auf, sich doch mal ein Wellness-Wochenende zu gönnen und beruflich ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen.
Und jetzt, was tun Sie?

Dienstag, 26. Dezember 2006

Die Schweiz im Jahr 2007

Elisabeth Teissier hat ein Schweizer Horoskop für das Jahr 2007 erstellt.
Geboren am 12. September 1848, sei die Schweiz Jungfrau mit Aszendent Skorpion. Im nächsten Jahr würden sich positive und negative Zyklen überschneiden, was Prognosen schwierig mache. Doch: Für den Herbst rechnet Elisabeth Teissier wegen eines starken Pluto mit Destabilisierung und Unruhen. Ende November könne ein dramatisches Ereignis für Schlagzeilen sorgen. 2008 sehe es wieder besser aus dank Jupiter, dem Glücksplaneten. Selbst einem erfolgreichen Abschneiden der Schweizer Fußballnationalmannschaft an der Europameisterschaft stehe nichts im Wege.
NZZ online

Mittwoch, 20. Dezember 2006

Die Macht der Wunder

Kann man heutzutage als aufgeklärter Zeitgenosse noch an Wunder glauben? Anscheindend beantworten 56 Prozent der Deutschen die Frage mit "Ja". Das ist so weit weg von der Logik nicht, schliesslich erleben wir im Alltag immer wieder Wunder, selbst, wenn es nur kleine sind. Was aber steckt hinter unserer tiefen Sehnsucht nach dem Unvorhersehbaren?
Eine Antwort auf diese Frage sucht Frank Nicolaus

Wer suchet, der...

 

Reden & Widerreden

Schöne Wunschvorstellung,
die sich jedenfalls nicht dadurch realisieren lässt,...
Gilbert-rgbm - 18. Mai, 08:09
Bündner SVP will...
Dieser Wunsch sei ihr Befehl! - und zwar basta! "...Das...
anaximander - 18. Mai, 00:43
Bundesrat Leuenberger...
Schon das ist ein gutes Zeichen. Weniger gut allerdings...
anaximander - 18. Mai, 00:34
Ehrenmorde sind kein...
Amnesty International vertritt, nicht immer, aber immer...
anaximander - 17. Mai, 23:13
Ja, tin. Aber es ist...
Ja, tin. Aber es ist schon eigenartig, dass ganz unterschiedliche...
Gris-Gris - 17. Mai, 22:14
Ja eben
Aber die Medienwelt (und ein paar BloggerInnen) halten...
tin11 - 17. Mai, 21:37
Sorry - ich wollte das...
Sorry - ich wollte das noch korrigieren mit: http://www.textlog.d e/38374.html und http://w ww.korrekturen.de/beliebte _fehler/weissmachen.shtml Und...
Gris-Gris - 17. Mai, 21:15
So eine Partei ist auch...
So eine Partei ist auch nur ein Verein. Und wenn ein...
Gris-Gris - 17. Mai, 21:04
Früher einmal hiess...
Früher einmal hiess das "Schutzhaft". Nein,...
Gris-Gris - 17. Mai, 20:12
Ach so,
jetzt haben wir ein neues Feindbild: die Richter. Du...
tin11 - 17. Mai, 19:52
Hallo
Du kennst doch den Witz: Wenn wir den Beamten und Richtern...
blogguru - 17. Mai, 19:41
Verhaftungsgrund: Karikatur
In Holland ist ein Karikaturist wegen des Verdachts...
anaximander - 17. Mai, 18:53
Firefox 3 - Release Candidate...
Nach fünf Beta-Versionen haben die Firefox-Entwickler...
anaximander - 17. Mai, 18:39
Die Po-Zusammenhänge...
Die Po-Zusammenhänge lassen wir mal weg, Schoggo-TV,...
Gris-Gris - 17. Mai, 18:38
Entzauberung des Bio-Mythos
Maxeiner und Miersch sind keine Öko-Fetischisten....
anaximander - 17. Mai, 18:00
Ja und?
Zufrieden jetzt? Nur - was ändert eigentlich jetzt?...
tin11 - 17. Mai, 17:57
Mediale Fehlinformation
Den Verfechtern des Verwaltungsstaates passt die Einbürgerungsinitiative...
anaximander - 17. Mai, 16:28
Auschlussverfahren gegen...
(sda) Der Zentralvorstand der SVP Schweiz eröffnet...
anaximander - 17. Mai, 15:56
Etwas Gescheites von...
Die SP fordert, nicht nachhaltig produzierte Agrartreibstoffe...
anaximander - 17. Mai, 15:22
Es wurde dir
doch schon gesagt, dass die Arena keine Live-Sendung...
tin11 - 17. Mai, 15:08

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Meine Kommentare

Schade,
in den frühen Jahren wurde noch live gesendet....
litart - 17. Mai, 13:10
Dessen bin
ich mir durchaus bewusst. Allerdings macht sich der...
litart - 16. Mai, 23:00
So kommt doch
der mannheemer Slang endlich wieder einmal zum Zug...
litart - 16. Mai, 21:58
Der Halter
für Männer wäre zu weit unten - außerhalb...
litart - 16. Mai, 18:40
Die Mitarbeiter-Motivation
kommt nicht nur bei der Pharma zu kurz. Mich graut...
litart - 16. Mai, 11:29
Hm, tin,
findest du dies okay - ich meine sowohl rinks als auch...
litart - 15. Mai, 22:50
Die Kippa?
Yep, das ist die Regel unter "Anstand". Ein Tschador...
litart - 15. Mai, 15:47
Hier ist der Spruch
"Wehret den Anfängen" angebracht.
litart - 15. Mai, 14:56

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