Das Okkulte im Schatten der Aufklärung
Sabine Doering-Manteuffel hat mit "Das Okkulte. Eine Erfolgsgeschichte im Schatten der Aufklärung. Von Gutenberg bis zum World Wide Web." einen der schönsten empirischen Beiträge zur anhaltenden Diskussion um die Dialektik der Aufklärung vorgelegt, sprachlich bravourös, in hermeneutischer Anschmiegsamkeit an den oft sperrig-stacheligen Gegenstand – ein wissenschaftliches Glanzstück im Streit der Weltbilder.
Tilman Allert schreibt in seiner Rezension "Das Buch, packend geschrieben, bietet, auf acht Kapitel verteilt, sorgfältig recherchierte Geschichten gelegentlich wahnhafter Suche nach stimmiger Explikation. Das esoterische Denken, so die Zentralthese, verschwindet mit dem Siegeszug der Wissenschaften keineswegs, vielmehr meldet es sich geradezu als Kehrseite wissenschaftlicher Rationalität zu Wort – und findet seine Anhänger ebenso wie seine Experten. Durchaus diesseitige Motive geben dazu meist den Anstoss. Notorisch laut quakende Frösche etwa konnten auch schon den Menschen im Mittelalter den Schlaf rauben. Bände von Rezepturen entstanden gegen das Quaken. Teichbrühe, Eierschalen, die Gebeine von Toten mussten zusammengerührt werden, um die Frösche zu bannen. Diejenigen, die Frösche zum Schweigen bringen oder dieses zumindest glaubhaft in Aussicht stellen konnten, wurden kultisch verehrt. Wer sich aufs Frösche-Bannen verstand, konnte damit sogar den Lebensunterhalt verdienen."
Tilman Allert schreibt in seiner Rezension "Das Buch, packend geschrieben, bietet, auf acht Kapitel verteilt, sorgfältig recherchierte Geschichten gelegentlich wahnhafter Suche nach stimmiger Explikation. Das esoterische Denken, so die Zentralthese, verschwindet mit dem Siegeszug der Wissenschaften keineswegs, vielmehr meldet es sich geradezu als Kehrseite wissenschaftlicher Rationalität zu Wort – und findet seine Anhänger ebenso wie seine Experten. Durchaus diesseitige Motive geben dazu meist den Anstoss. Notorisch laut quakende Frösche etwa konnten auch schon den Menschen im Mittelalter den Schlaf rauben. Bände von Rezepturen entstanden gegen das Quaken. Teichbrühe, Eierschalen, die Gebeine von Toten mussten zusammengerührt werden, um die Frösche zu bannen. Diejenigen, die Frösche zum Schweigen bringen oder dieses zumindest glaubhaft in Aussicht stellen konnten, wurden kultisch verehrt. Wer sich aufs Frösche-Bannen verstand, konnte damit sogar den Lebensunterhalt verdienen."
anaximander - Mi, 16.04.2008 07:19 - Kommentar verfassen
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