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Antisemitismus

Dienstag, 8. Mai 2012

Grass, die PEN-Brüder und Rolf Hochhuth

Rolf Hochhuth bekräftigt Vorwurf des Antisemitismus
gegenüber Günter Grass - und den offiziellen Stimmen
des PEN

Rolf Hochhuth hat in einem Gespräch mit 'Deutschland-
radio Kultur' die Position zu seinem Austritt aus der Aka-
demie der Künste Berlin und den Vorwurf des Antisemi-
tismus gegenüber Günter Grass bekräftigt.
Das vollständige Gespräch mit Rolf Hochhuth (6:21 Min.)
kann man bis zum 7. Oktober 2012 als MP3-Audio im
Audio-On-Demand-Player nachhören.

Auch der Tagesspiegel berichtet darüber.
E.S.

Montag, 7. Mai 2012

Geistige Verwirrung von Geistesgrössen

Am Wochenende trat der Dramatiker Rolf Hochhuth aus der Berliner Akademie der Künste aus.
    Zur Begründung sagte er, er habe verhindern wollen, dass in der Vollversammlung der Akademie über das Gedicht von Günter Grass „Was gesagt werden muss“ diskutiert wird. „Keiner der Anwesenden, der sprach, fand nicht ,Gründe’ zu seinen Gunsten, stets auf Kosten der Juden“, so Hochhuth. Dabei hätte ein solches „antisemitisches Pamphlet sehr gern Julius Streicher in seinem ,Stürmer’ gedruckt“. Die Diskussion in der Akademie sei „einseitig, zugunsten des Irans und der Palästinenser“ verlaufen. „Ich weigere mich, zwischen Antisemiten zu sitzen.“
    [...]
    Dennoch deutet der demonstrative Akt seines Austritts aus der Akademie auf eine Besonderheit hin: Kaum eine Zunft hat Grass und sein Gedicht so vehement verteidigt wie die der deutschen Künstler und Schriftsteller, oder genauer: deren organisierte Repräsentanten. Wofür man als Korpsgeist noch ein gewisses Verständnis haben könnte, entpuppt sich rasch als ein in sich geschlossener Kreis von ideologisch Gleichgepolten.
[ mehr ]

Sonntag, 6. Mai 2012

Hochhut verlässt wegen Grass Akademie der Künste

Der Dramatiker Rolf Hochhuth mag nicht neben einem Antisemiten wie Günter Grass sitzen; er hat wegen des israel-kritischen
Gedichts von Literaturnobelpreisträger Günter Grass die Berliner
Akademie der Künste mit sofortiger Wirkung verlassen.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Jean-Paul Sartre und Theodor W. Adorno zum Antisemitismus

Zur Debatte der letzten Wochen, u.a. um das "Grass-Gedicht",
hier Aussagen von Jean-Paul Sartre und Theodor W. Adorno
aus den Jahren 1945 bzw. 1962 zum Thema ANTISEMITISMUS:


Jean-Paul Sartre
schreibt 1945 in den "Betrachtungen zur Judenfrage":

"So erscheint uns die antisemitische Gesinnung als Molekül, das
man mit was immer anderen Molekülen kombinieren kann, ohne
das es sich verändert.
Somit kann jemand ein guter Gatte und Vater, ein Musterbürger,
hochgebildet, ein Philanthrop und andererseits ein Antisemit sein.
Er kann die Freuden der Liebe und die Freuden des Angelsports
lieben, in religiösen Dingen tolerant, voll großmütiger Ideen über
die Lebensbedingungen der Eingeborenen Zentralafrikas sein und
anderseits die Juden verabscheuen."


Theodor W. Adorno
sagt 1962 im Vortrag über die "Bekämpfung des Antisemitismus":

"Ein besonders hintersinniges Argument ist:
'Man darf ja gegen die Juden heute nichts sagen.'
Es wird sozusagen gerade aus dem öffentlichen Tabu über den Anti-
semitismus ein Argument für den Antisemitismus gemacht: Wenn
man nichts gegen Juden sagen darf, dann - so läuft die assoziative
Logik weiter - sei an dem, was man gegen sie sagen könnte, auch
schon etwas dran.
Wirksam ist hier ein Projektionsmechanismus: Dass die, welche die
Verfolger waren und es potentiell heute noch sind, sich aufspielen,
als wären sie die Verfolgten."
E.S.

Jean Amery & Bob Dylan - 1969 & 1982

Ähnlichkeiten zur derzeitigen Situation sind offensichtlich!


Jean Amery
schreibt 1969 in "Der ehrbare Antisemitismus":

"Doch neu ist in der Tat die Ansiedlung des als Anti-Israelismus
sich gerierenden Antisemitismus auf der Linken. Einst war das
der Sozialismus der dummen Kerle. Heute steht er im Begriff,
ein integrierender Bestandteil des Sozialismus schlechthin zu
werden, und so macht jeder Sozialist sich selber freien Willens
zum dummen Kerl.
(…)
Jahrelang hat man - um einmal von Deutschland zu reden -
den israelischen Wehrbauern gefeiert und die feschen Mädchen
in Uniform. In schlechter Währung wurden gewisse Schuldge-
fühle abgetragen. Das musste langweilig werden. Ein Glück,
dass für einmal der Jude nicht verbrannt wurde, sondern als
herrischer Sieger dastand, als Besatzer. Napalm und so weiter.
Ein Aufatmen ging durchs Land. Jedermann konnte reden wie
die 'Deutsche National- und Soldaten-Zeitung'; wer links stand,
war befähigt, noch den Jargon des Engagements routinemäßig
zu exekutieren."



Bob Dylan
schreibt nach dem Einmarsch der Israelis 1982 in den Libanon
den Song "Neighborhood Bully". Er erschien 1983 auf seinem
Album "Infidels".

Hier der Beginn des Liedes in deutscher Übersetzung:

"Ja, der Störenfried der Nachbarschaft, er ist nur einer /
Seine Feinde sagen, er ist auf ihrem Land. /
Sie sind Millionen, er einer /
kein Ort nimmt ihn, nirgends kann er hin.
Er ist der Störenfried der Nachbarschaft.

Der Störenfried der Nachbarschaft versucht zu überleben, /
dass er lebt, wirft man ihm vor. /
Wehren soll er sich nicht, /
eine dicke Haut soll er haben, /
auf den Boden soll er sich legen und sterben,
wenn sie ihm die Tür eintreten.
Er ist der Störenfried der Nachbarschaft.

Der Störenfried der Nachbarschaft wurde aus jedem Land vertrieben, /
als Exilant wandert er von Ort zu Ort.
Vor seinen Augen wurde die Familie verstreut,
seine Landsleute verfolgt und zerstört, /
und immer wird ihm vorgehalten, dass er überhaupt geboren ist.
Er ist der Störenfried der Nachbarschaft.

Und als er eine Mörderbande k.o. schlug, kamen die Kritiker, /
alte Frauen verdammten ihn, er solle sich entschuldigen. /
Dann vernichtete er eine Bombenfabrik, es freute sich niemand. /
Die Bomben galten ihm. / Und er sollte sich schämen. /
Er ist der Störenfried der Nachbarschaft."

HIER der Song zum Anhören:
http://inliniedreapta.net/bob-dylan-neighborhood-bully/

Und hier der gesamte Songtext im Original:

Well, the neighborhood bully, he’s just one man

His enemies say he’s on their land
They got him outnumbered about a million to one
He got no place to escape to, no place to run
He’s the neighborhood bully

The neighborhood bully just lives to survive
He’s criticized and condemned for being alive
He’s not supposed to fight back, he’s supposed to have thick skin
He’s supposed to lay down and die when his door is kicked in
He’s the neighborhood bully

The neighborhood bully been driven out of every land
He’s wandered the earth an exiled man
Seen his family scattered, his people hounded and torn
He’s always on trial for just being born
He’s the neighborhood bully

Well, he knocked out a lynch mob, he was criticized
Old women condemned him, said he should apologize.
Then he destroyed a bomb factory, nobody was glad
The bombs were meant for him. He was supposed to feel bad
He’s the neighborhood bully

Well, the chances are against it and the odds are slim
That he’ll live by the rules that the world makes for him
’Cause there’s a noose at his neck and a gun at his back
And a license to kill him is given out to every maniac
He’s the neighborhood bully

He got no allies to really speak of
What he gets he must pay for, he don’t get it out of love
He buys obsolete weapons and he won’t be denied
But no one sends flesh and blood to fight by his side
He’s the neighborhood bully

Well, he’s surrounded by pacifists who all want peace
They pray for it nightly that the bloodshed must cease
Now, they wouldn’t hurt a fly. To hurt one they would weep
They lay and they wait for this bully to fall asleep
He’s the neighborhood bully

Every empire that’s enslaved him is gone
Egypt and Rome, even the great Babylon
He’s made a garden of paradise in the desert sand
In bed with nobody, under no one’s command
He’s the neighborhood bully

Now his holiest books have been trampled upon
No contract he signed was worth what it was written on
He took the crumbs of the world and he turned it into wealth
Took sickness and disease and he turned it into health
He’s the neighborhood bully

What’s anybody indebted to him for?
Nothin’, they say. He just likes to cause war
Pride and prejudice and superstition indeed
They wait for this bully like a dog waits to feed
He’s the neighborhood bully

What has he done to wear so many scars?
Does he change the course of rivers? Well, the neighborhood bully, he’s just one man

His enemies say he’s on their land
They got him outnumbered about a million to one
He got no place to escape to, no place to run
He’s the neighborhood bully

The neighborhood bully just lives to survive
He’s criticized and condemned for being alive
He’s not supposed to fight back, he’s supposed to have thick skin
He’s supposed to lay down and die when his door is kicked in
He’s the neighborhood bully

The neighborhood bully been driven out of every land
He’s wandered the earth an exiled man
Seen his family scattered, his people hounded and torn
He’s always on trial for just being born
He’s the neighborhood bully

Well, he knocked out a lynch mob, he was criticized
Old women condemned him, said he should apologize.
Then he destroyed a bomb factory, nobody was glad
The bombs were meant for him. He was supposed to feel bad
He’s the neighborhood bully

Well, the chances are against it and the odds are slim
That he’ll live by the rules that the world makes for him
’Cause there’s a noose at his neck and a gun at his back
And a license to kill him is given out to every maniac
He’s the neighborhood bully

He got no allies to really speak of
What he gets he must pay for, he don’t get it out of love
He buys obsolete weapons and he won’t be denied
But no one sends flesh and blood to fight by his side
He’s the neighborhood bully

Well, he’s surrounded by pacifists who all want peace
They pray for it nightly that the bloodshed must cease
Now, they wouldn’t hurt a fly. To hurt one they would weep
They lay and they wait for this bully to fall asleep
He’s the neighborhood bully

Every empire that’s enslaved him is gone
Egypt and Rome, even the great Babylon
He’s made a garden of paradise in the desert sand
In bed with nobody, under no one’s command
He’s the neighborhood bully

Now his holiest books have been trampled upon
No contract he signed was worth what it was written on
He took the crumbs of the world and he turned it into wealth
Took sickness and disease and he turned it into health
He’s the neighborhood bully

What’s anybody indebted to him for?
Nothin’, they say. He just likes to cause war
Pride and prejudice and superstition indeed
They wait for this bully like a dog waits to feed
He’s the neighborhood bully

What has he done to wear so many scars?
Does he change the course of rivers? Does he pollute the moon and stars?
Neighborhood bully, standing on the hill
Running out the clock, time standing still
Neighborhood bully

E.S.

...und wir erinnern uns doch!

Während Henryk M. Broder die Deutschen mit "Vergesst Auschwitz" beauftragt, ruft Klaus Bittermann "Hurra, wir erinnern uns!"
    Die verstorbene Herausgeberin der Zeit, Marion Gräfin Dönhoff, die für das bessere, für das »andere Deutschland« eintrat, hielt von Daniel Jonah Goldhagens Buch über den Vernichtungsantisemitismus der Deutschen, »Hitlers willige Vollstrecker«, nicht viel, weil sie befürchtete, es könne »den mehr oder weniger verstummten Antisemitismus wieder neu beleben«. Sie hoffte, man könne den Antisemitismus totschweigen. Einer, der sich im Dönhoffschen Sinne immer wieder schuldig macht, indem er den Antisemitismus der Deutschen entfacht, ist der Publizist Henryk M. Broder, der die Antisemiten immer wieder und mit voller Absicht provoziert. Dönhoff gilt als große Demokratin, Broder als »umstritten«.
[ mehr ]
E.S.

Mittwoch, 25. April 2012

Wien und Hitler-Vorbild Lueger

Cathrin Kahlweit beschreibt das Hadern der Wiener mit ihrem antisemitischen Stadtvater Karl Lueger. Als legendär galt Karl Lueger zu Lebzeiten und auch danach, der junge Adolf Hitler ließ sich vom Judenhass des Wiener Bürgermeisters inspirieren. Noch
mehr als hundert Jahre nach seinem Tod erinnern
in Wien Denkmäler und Straßennamen an Lueger.
Damit soll nun Schluss sein - zumindest ein bisserl.
E.S.

Dienstag, 24. April 2012

Daniel Vischer wettert gegen Israel

Gut, meint Vischer, Nationalrat und Schweizer Palästinenserfreund, dass sich Deutschland der politischen Fesseln entledigt und mit Grass über Israel und die Juden Klartext redet.
Mehr davon finden Sie hier

Freitag, 20. April 2012

Massloser noch als Grass & Co.

Und keiner tritt dagegen an.
    "Boykottiert Firmen, die Israel unterstützen! Besondere Erwähnung verdient der an dieser Stelle der Springer-Verlag, dessen Mitarbeiter per Arbeitsvertrag verpflichtet sind, nur positiv über Israel zu berichten. Vor diesem Hintergrund ist die Bezeichnung gewisser Blätter als “Judenpresse” wohl weniger ein Schimpfwort als vielmehr die zutreffende Umschreibung der einseitig philosemitischen und anbiedernden Berichterstattung über Israel und die Juden."
Quelle und mehr

Sonntag, 15. April 2012

Ehemalige Täter entlasten sich mit Israel-Kritik

sagt der Kommunikationswissenschafter Maximilian Gottschlich im Interview über die neuen Erscheinungsformen des Antisemitismus.
E.S.

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