Den eifrigen Blick-Abonnenten muss man wieder einmal gratulieren; sie leisten mit ihren Abonnementsgebühren einen aktiven Beitrag zur Verbreitung unkritischer, aber regierungstreuer Artikel. Die Redakteure dieses Boulevardblättchens erlauben es sich nicht, Hildebrands Geschäfte kritisch zu hinterfragen; sie verbreiten der Einfachheit halber die Ansichten der Widmer-Schlumpf und stehen hinter dem Notenbanker auch noch, nachdem er über die eigenen Fehler gefallen ist. Doch wenn es um Konrad Hummler von der Bank Wegelin geht, wird er in Bausch und Bogen verurteilt, weil er die Dinge beim Namen nennt - und zu seiner Meinung steht. Der
Artikel von Daniel Meier gleicht mehr einem regierungsfreundlichen, widmer-schlumpf-gefälligen Scherzartikel, denn einer Denkleistung.
Konrad Hummler, mit seinem Privatvermögen haftender Teilhaber der Bank Wegelin & Co., hat zusammen mit den anderen Teilhabern, sein Lebenswerk an die Raiffeisen Banken verkauft. Er hat zum Schutz der Nicht-US-Kunden eine kluge Lösung gewählt, eine Bank namens "
Notenstein" (Website noch nicht aufgeschaltet) gegründet, den Grossteil der Kunden und Mitarbeiter von Wegelin in diese transferiert und danach diese Bank an die Raiffeisen verkauft. Von den acht Teilhabern der Bank Wegelin bleiben sechs zurück, während zwei in die Notenstein gewechselt haben. Die sechs Teilhaber werden sämtliche Auseinandersetzungen mit den US-Strafverfolgungsbehörden führen und zugleich noch bestehende US-Kunden endgültig abarbeiten.
Hummler hat die Interessen der Wegelin-Kunden in den Mittelpunkt seines Handelns gestellt, während UBS-, CS-, Kantonal- und Nationalbanker, ähnlich wie so viele an der Regierung beteiligte Politker, nach der Devise "nach mir die Sintflut" gehandelt haben.