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Bio

Montag, 31. August 2009

Die Zecke als Heilerin

Ein Protein aus Zeckenspeichel könnte eines Tages die Krebstherapie verbessern. Das behaupten Biomediziner vom Instituto Butantan in Sao Paulo. Eine Substanz, die von weiblichen, vollgesaugten Zecken zur Hemmung der Blutgerinnung produziert wird, stellte sich im Rattenversuch als geeignetes Heilmittel gegen Krebs heraus. Untersucht wurde dabei der Speichel der Cayenne-Zecke, die besonders die subtropischen und tropischen Küstenregionen Südamerikas besiedelt, wo sie als Überträger des Fleckfiebers gilt.
Dass Zeckenspeichel für therapeutische Zwecke einsetzbar ist, haben die brasilianischen Forscher schon zuvor gezeigt. Die Substanz verfügt über spezielle Proteine, die die Blutgerinnung hemmen und so der Zecke erst ermöglichen, sich mit Blut von Tieren oder Menschen vollzusaugen. Blutgerinnung läuft generell in Kaskaden ab, wobei mehr als ein Dutzend von Blutgerinnungsfaktoren miteinander reagieren. Im Speichel angesaugter weiblicher Cayenne-Zecken wurden in früheren Studien Hemmstoffe gegen die Gerinnungsfaktoren II und X identifiziert.
Auf der Suche nach neuen Hemmstoffen wollte das Forscherteam um die Molekularbiologin Ana Marisa Chudzinski-Tavassi herausfinden, wie das Zeckenspeichel-Protein auf andere Zellen wirkt, unter anderem bei Tumorzellen. Das Protein tötete die Krebszellen überraschend ab, während es gesunde Zellen unberührt ließ. Um die Wirkung genauer zu entschlüsseln, behandelten die Forscher krebskranke Ratten mit dem Protein. "Falls man einen kleinen Tumor bei den Tieren 14 Tage lang behandelte, entwickelte er sich nicht weiter, sondern ging sogar leicht in seiner Masse zurück. Als wir die Behandlung über 42 Tage dauern ließen, wurde der Tumor vollständig eliminiert", berichtet die brasilianische Forscherin.
Das Zecken-Protein könnte eines Tages Medikamente für Haut-, Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs liefern. Das würde jedoch jahrelange klinische Tests und eine beträchtliche finanzielle Unterstützung erfordern, was in Brasilien der Einschätzung der Wissenschaftler zufolge nicht denkbar sei. Chudzinski-Tavassi hat das als "Faktor X aktiv" benannte Protein mittlerweile am Patentamt gemeldet. "Die Entdeckung ist eine Sache, die Umsetzung für medizinische Zwecke jedoch eine andere", so die Forscherin.
ptat

Mihail Sebastian - ein Antidemokrat?

Ioana Orleanu berichtet vom Aufruhr, den die Autorin Marta Petreu mit einem Buch über den rumänisch-jüdischen Schriftsteller Mihail Sebastian ausgelöst hat. Darin wirft sie Sebastian, dessen Tagebücher aus dem Zweiten Weltkrieg als Jahrhundertdokument gefeiert wurden, vor allem seine Nähe zu dem charismatischen, aber faschistischen Philosophen Nae Ionescu vor.
    "Marta Petreu aber hat leider durch maßlose Übertreibung Sebastian nur gründlich verfälscht. Dieser sei ein 'unverhohlener und eigentlicher Antidemokrat' gewesen, 'ein Antieuropäer, Beschwörer der Revolution, Profaschist, Bewunderer absoluter Führer und Anhänger der Massendiktatur'. Sebastian habe Nae Ionescus Ansichten geteilt und unter dessen Schutz alles, was im damaligen Rumänien Rang und Namen hatte, angegriffen."

Mittwoch, 22. April 2009

Beeren gegen Hautschäden

Eine in Beeren und Walnüssen enthaltene Substanz schützt die Haut vor Schäden, welche UV-Strahlen des Sonnenlichts verursachen. Täglich auf die Haut aufgetragen, wirkt eine Lösung des Antioxidans Ellagsäure entzündungshemmend und vorbeugend gegen Faltenbildung, berichten koreanische Forscher. Auf dem Wissenschaftskongress "Experimental Biology 2009" in New Orleans legten sie dar, worauf dieser Schutzmechanismus zurückzuführen ist. Ihre Befunde beruhen auf Untersuchungen menschlicher Hautzellen und Experimenten mit haarlosen Mäusen. Studien mit Menschen stehen noch aus.
"Unsere Ergebnisse zeigen, dass Ellagsäure die Faltenbildung und altersbedingte UV-Schäden der Haut verhindern kann, die durch Zerstörung von Kollagen und Entzündungsreaktionen verursacht werden", erklärten Ji-Young Bae und Young-Hee Kang von der südkoreanischen Hallym University. Ellagsäure ist ein als Antioxidans wirkendes Polyphenol, das in Himbeeren, Erdbeeren, Granatäpfeln und Walnüssen in besonders großer Menge enthalten ist. In Versuchen mit menschlichen Hautzellen konnten die Forscher nachweisen, dass der Inhaltsstoff die Produktion des Enzyms Matrix-Metalloproteinase drosselt, welches für den Abbau von Kollagen in geschädigter Haut verantwortlich ist. Zusätzlich hemmte Ellagsäure die Produktion eines an Entzündungsreaktionen beteiligten Moleküls.
Für die Tierversuche bestrahlten die Wissenschaftler nackte Mäuse acht Wochen lang dreimal wöchentlich mit UV-Licht. Die gewählte Strahlendosis verursachte Sonnenbrand und hätte auch beim Menschen zu leichten Hautschäden geführt. Die Hälfte der Tiere behandelten sie täglich mit Ellagsäure, die als Lösung auf die Haut aufgetragen wurde. Durch die Behandlung bildeten sich weniger Falten und Hautverdickungen. Das führen die Forscher darauf zurück, dass weniger Kollagen abgebaut wurde und das Ausmaß an Entzündungsreaktionen begrenzt blieb.
Joachim Czichos / Wa

Dienstag, 17. März 2009

Viagra-Ersatz auf Pflanzenbasis

Bio boomt. Selbst Pfizer wird das zu spüren bekommen, jetzt wo bereits ein Viagra-Ersatz auf Biobasis getestet wird. Die Berliner Universitätsklinik Charité testet zurzeit eine Potenzpille für Männer aus pflanzlichen Bestandteilen. Das Bio-Potenzmittel ist ersten Tests zufolge erfolgreicher als Viagra. In klinischen Versuchen hatten 50 Männer danach mehr Lust auf Sex, mehr Spaß im Bett und fühlten sich auch sonst wohler in ihrer Haut, berichtet Olaf Schröder vom Charité-Institut für Transfusionsmedizin. Er wertet die Ergebnisse der Tests als "sehr gut". Im Frühjahr 2010 soll das Bio-Potenzmittel auf den Markt kommen.
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Tipp E.S.

Samstag, 7. Februar 2009

Kreationisten und Muslime stärker als Darwin

Für Biologen ist die Evolution eine umfassend bewiesene Tatsache. Die überwältigende Mehrheit ihrer Mitbürger sieht dies – global betrachtet – anders.
Verlässliche Umfragen gibt es für die westliche Welt: Jon D.Miller, Eugenie C.Scott und Shinji Okamoto verglichen im August 2006 die Akzeptanz der Evolutionstheorie in 32 europäischen Ländern, Japan und den USA. In diesem Ranking kam die Schweiz auf Platz 22 (62 Prozent Darwin-Akzeptanz), vor der Slowakei, aber hinter Malta.
Die Studie zeigt ein West-Ost-Gefälle. In Westeuropa akzeptieren 69 Prozent die Evolutionstheorie, in Osteuropa sind es lediglich 60 Prozent. Der Kommunismus scheiterte auch bei seinem Versuch, die Menschen mit seiner materialistischen Weltanschauung zu beglücken. Nach 1989 strömten bibeltreue Evangelikale nach Osteuropa, aber auch die orthodoxe und die katholische Kirche stiessen in das ideologische Vakuum vor.
In erster Linie politisch motiviert ist auch die schärfer werdende Auseinandersetzung zwischen Islamisten und Laizisten in der Türkei. Als schrillster Gegner des Darwinismus hat sich der muslimische Erzkreationist Adnan Oktar etabliert. Er schiebt der Evolutionslehre gar die Schuld am Terrorismus zu. In der Studie von Miller landete die Türkei auf dem letzten, die USA auf dem vorletzten Platz.
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Donnerstag, 8. Januar 2009

Das Ende der Schöpfung

Charles Darwin, der den Menschen zum Tier unter den Tieren gemacht hat, feiert dieses Jahr den 200. Geburtstag. Kai Michel hat einen lesenswerten Artikel zur Evolutionstheorie geschrieben. Die Weltwoche bietet ihren Abonnenten online eine kostenlose Zusammenfassung von Charles Darwins «Die Abstammung des Menschen» an.
Für alle online geschaltet ist der nicht minder lesenswerte Artikel über den Kreationismus "Dinosaurier im Paradies".

Dienstag, 6. Januar 2009

Das hat Darwin übersehen

Gut einen Monat war Charles Darwin im September 1835 über die Galápagos-Inseln gestapft, die im Pazifik, rund 1000 Kilometer vor der Küste von Ecuador liegen. Dabei hatte er auf den Eilanden vor allem die Tier- und Pflanzenwelt näher unter die Lupe genommen - und wichtige Informationen für sein bahnbrechendes Werk "Die Entstehung der Arten" gesammelt, das vor genau 150 Jahren erschien.
Wie sich nun herausstellt, hat der renommierte Forscher damals allerdings alteingesessene Bewohner der Inseln übersehen: rosa gefärbte Leguane. Die Tiere kommen nur auf einer einzigen Insel des Galápagos-Archipels vor. Ein Forscherteam um Gabriele Gentile von der Universität Tor Vergata in Rom berichtet in PNAS (Vol.106, Nr. 2) über die Art.
Obwohl die Galápagos-Inseln seit langem intensiv erforscht werden, sind die rosafarbenen Tiere erst 1986 zufällig von einem Nationalpark-Ranger entdeckt worden. Sie leben ausschließlich in der Nähe des Vulkans Wolf auf der Galápagos-Insel Isabela. Gentile und sein Team gaben den bislang kaum untersuchten Tieren aufgrund ihrer Färbung den Namen "Rosada", was auf Spanisch "Rosa" bedeutet.
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Donnerstag, 25. Dezember 2008

Ist Gottesfürchtigkeit genetisch bedingt?

Haben moralische Überzeugungen biologische „Wurzeln“? Evolutionsbiologie und Religion waren sich selten näher als heute, berichtet Joachim Müller-Jung und fragt: Was reizt Darwinisten an den Fragen der Gläubigkeit?

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Was es alles gibt...

Bitte beachten Sie beim Einkauf Ihrer Weihnachtsgeschenke auf gute Pflanzen und schlecht Pflanzen. Die Seite hier wird Sie entlarven...

Montag, 24. November 2008

Willkommen der neuen Apfelfurchtfliege

Sie entstehe jetzt, die Rhagoletis pomonella, die Apfelfruchtfliege, exakt zu diesem Zeitpunkt, erklärt die englische Evolutionsbiologin Olivia Judson."Diese Art ist im Begriff, sich in zwei zu teilen. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts kamen Vertreter der Rhagoletis pomonella vor allem an Weißdorn- und Hagebuttensträuchern zusammen, um sich zu paaren und ihre Eier abzulegen. Doch dann wurden Äpfel nach Nordamerika eingeführt. Und einigen Hagebuttenfliegen gefiel die neue Frucht wohl besser, worauf sie anfingen, ihre Eier nun in Äpfel zu legen.
Inzwischen unterscheiden sich die Fliegen, die Äpfel lieber mögen, genetisch von denen, die Hagebutten bevorzugen. Dafür gibt es einige Gründe. Einer besteht darin, dass Fruchtfliegen zur Paarung auf Früchten zusammenkommen. Da die meisten Fliegen eine bestimmte Obstart bevorzugen, treffen also Fliegen, die Hagebutten mögen, auf andere Fliegen, die ebenfalls Hagebutten bevorzugen. Das gleiche gilt für Äpfel."

Wer suchet, der...

 

Reden & Widerreden

Schweinegrippe-Impfstoff.. .
Othmar von Matt, Claudia Marinka und Fränzi Rütti-Saner...
anaximander - 8. Nov, 00:53
Nur Freidenker sind als...
Nur Freidenker sind als Berater, Heiler oder Kader...
Gris-Gris - 7. Nov, 18:31
Der 9. November in den...
Europa muss kleiner werden, fordert Richard Wagner...
anaximander - 7. Nov, 15:43
Peter Handke "Wunschloses...
Peter Handke spricht im Interview mit Ulrich Weinzierl...
anaximander - 7. Nov, 15:15
Vom Leben in der Matrix
Ein Essay zur Netzkultur von Nicholas Carr.
anaximander - 7. Nov, 09:05
Beim Barte des Propheten
Das Bild stellt die vier männlichen Bundesräte...
herakleitos - 7. Nov, 04:36
Der bundesrat
führt sich auf, als wäre er Alleinherrscher...
Dorothea Minelli (Gast) - 7. Nov, 00:27
Miserabel informierte...
Die Debatte in der Arena um das Minarett-Verbot führt...
anaximander - 6. Nov, 23:22
Das verbotene Bild
Seltsam, dass der Bundesrat die Verwendung dieses...
anaximander - 6. Nov, 22:11
Jetzt
wird die Antirassismus-Kommission aktiv, wenn jemand...
anaximander - 6. Nov, 19:40
Hm, ich
bin versucht, dir zuzustimmen. Es ist entsetzlich,...
anaximander - 6. Nov, 19:39
Ego-Shooter
Das Computerspiel "Islam" gehört verboten, da...
Schoggo-TV - 6. Nov, 19:12
Ich bin kein Atheist...
ich bin ein Rechtgläubiger Grüner. Mehr dazu...
Andreas K. (Gast) - 6. Nov, 18:22
Wie schön,
dass wir Grünen endlich eine Religion sind. Jetzt...
Maia M. (Gast) - 6. Nov, 18:19
Impfstoff mit Mikrochips
Es liegt durchaus im Bereich des Möglichen, dass...
anaximander - 6. Nov, 17:48
Klimawandel ist jetzt...
Wir haben es einem britischen Richter zu verdanken,...
anaximander - 6. Nov, 17:39
Der 9. November
Wie üblich, wenn sich etwas jährt, wird in...
anaximander - 6. Nov, 16:53
Das irre Profil des Fort-Hood-Amokläufers
Er war dazu da, den Soldaten beim Verarbeiten ihrer...
anaximander - 6. Nov, 16:06
Gedruckt schon,
aber nicht freigeschaltet - wenigstens nicht, als ich...
anaximander - 5. Nov, 23:23
Artikel ist abgedruckt
Also in der AargauerZeitung (Mittelland-Zeitung) wurd...
Dani (Gast) - 5. Nov, 22:27

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