Aktiver Schwanz hilft beim Klettern
Es ist ein Schwanztrick, der die Geckos, zusätzlich zu besonders geschickten Kletterern macht. Dass sie äußerst behände selbst glatte, senkrechte Flächen hinauf huschen können, bewerkstelligen sie nicht nur mit den Saugnäpfchen an ihren Füssen, sonder mit dem Schwanz. Mit ihm stützen sie sich geschickt ab, wenn sie drohen, ins Schleudern zu geraten. Sie benutzen ihn dann wie ein fünftes Bein, haben amerikanische Biologen mithilfe von Hochgeschwindigkeitsaufnahmen beobachtet. Sollten die flinken Reptilien dennoch einmal den Halt verlieren, ist es wiederum der Schwanz, mit dessen Hilfe sie sich in der Luft drehen, um auf allen Vieren zu landen. Diese Erkenntnisse, welche die Forscher im Fachblatt "PNAS" beschreiben, könnten bei der Verbesserung technischer Geräte wie Kletterrobotern oder Raumgleitern helfen.
"Als wir all unsere Geckos über perfekte Oberflächen laufen ließen, rutschten sie niemals aus und gebrauchten auch ihren Schwanz nicht", erzählt Robert J. Full von der University of California in Berkeley. "Aber wenn wir eine rutschige Stelle einsetzen, stellten wir fest, dass sie eine aktiven Schwanz haben, der wie ein fünftes Bein funktioniert und sie davor schützt zurückzukippen. Das ist eine unentdeckte Funktion für Schwänze, die uns viel darüber erzählt, wie ein aktiver Schwanz das Verhalten von Wirbeltieren beeinflussen kann." Die Biologen hatten Geckos der Art Cosymbotus platyurus mit Hochgeschwindigkeitskameras dabei gefilmt, wie sie senkrechte Flächen empor kletterten.
In kritischen Situationen wie zum beim Überqueren rutschiger Stellen spielt der Schwanz eine entscheidende Rolle, beobachteten die Forscher. Sie waren überrascht, dass die Tiere sich mithilfe des Schwanztricks bis zu 60 Grad zurück neigen, auf die vertikale Fläche zurückkehren und die rutschige Stelle überqueren können. Wenn ein Gecko mit einem Fuß den Halt verliert, kommt der Schwanz ins Spiel. Er tippt dann mit dem Schwanz auf die Oberfläche, um ein Zurückkippen zu verhindern, bis die Zehen erneut Halt gewinnen können. Das alles spielt sich im Bereich von Millisekunden ab - Geckos können eine Wand mit einer Geschwindigkeit von einem Meter in der Sekunde hinauf rennen, wobei sie ihre Zehen etwa 30 Mal in der Sekunde aufsetzen und wieder ablösen. Bei größeren Problemen flachen die flinken Tiere ihren Schwanz sogar ab und setzen ihn ähnlich wie einen Fahrradständer ein, um ihre Position zu stabilisieren.
Wenn die Tiere trotz des geschickten Schwanzeinsatzes den Halt einmal völlig verlieren und fallen, ist es ebenfalls der Schwanz, der sie rettet: Dann bringt dieser sie mit einer schnellen Bewegung in die richtige Haltung, um unbeschadet auf allen Vieren landen zu können. In der Natur hilft ihnen dieses Manöver vermutlich dabei, in brenzligen Situationen von einem Ast zu gleiten und so einem Räuber zu entkommen. "Diese Entdeckung ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Grundlagenforschung zu unerwarteten Anwendungen führen kann", erklärt Full. Beispiele seien etwa neue Kletter- und Gleitroboter, hochgradig manövrierfähige, unbemannte Luftfahrzeuge oder sogar energieeffiziente Kontrolle von Raumfahrzeugen.
Quelle: "Active tails enhance arboreal acrobatics in geckos", Robert J. Full et al.; Proceedings of the National Academy of Sciences, (Vol. 105, S. 4215) / Übersetzt von Cornelia Pfaff
"Als wir all unsere Geckos über perfekte Oberflächen laufen ließen, rutschten sie niemals aus und gebrauchten auch ihren Schwanz nicht", erzählt Robert J. Full von der University of California in Berkeley. "Aber wenn wir eine rutschige Stelle einsetzen, stellten wir fest, dass sie eine aktiven Schwanz haben, der wie ein fünftes Bein funktioniert und sie davor schützt zurückzukippen. Das ist eine unentdeckte Funktion für Schwänze, die uns viel darüber erzählt, wie ein aktiver Schwanz das Verhalten von Wirbeltieren beeinflussen kann." Die Biologen hatten Geckos der Art Cosymbotus platyurus mit Hochgeschwindigkeitskameras dabei gefilmt, wie sie senkrechte Flächen empor kletterten.
In kritischen Situationen wie zum beim Überqueren rutschiger Stellen spielt der Schwanz eine entscheidende Rolle, beobachteten die Forscher. Sie waren überrascht, dass die Tiere sich mithilfe des Schwanztricks bis zu 60 Grad zurück neigen, auf die vertikale Fläche zurückkehren und die rutschige Stelle überqueren können. Wenn ein Gecko mit einem Fuß den Halt verliert, kommt der Schwanz ins Spiel. Er tippt dann mit dem Schwanz auf die Oberfläche, um ein Zurückkippen zu verhindern, bis die Zehen erneut Halt gewinnen können. Das alles spielt sich im Bereich von Millisekunden ab - Geckos können eine Wand mit einer Geschwindigkeit von einem Meter in der Sekunde hinauf rennen, wobei sie ihre Zehen etwa 30 Mal in der Sekunde aufsetzen und wieder ablösen. Bei größeren Problemen flachen die flinken Tiere ihren Schwanz sogar ab und setzen ihn ähnlich wie einen Fahrradständer ein, um ihre Position zu stabilisieren.
Wenn die Tiere trotz des geschickten Schwanzeinsatzes den Halt einmal völlig verlieren und fallen, ist es ebenfalls der Schwanz, der sie rettet: Dann bringt dieser sie mit einer schnellen Bewegung in die richtige Haltung, um unbeschadet auf allen Vieren landen zu können. In der Natur hilft ihnen dieses Manöver vermutlich dabei, in brenzligen Situationen von einem Ast zu gleiten und so einem Räuber zu entkommen. "Diese Entdeckung ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Grundlagenforschung zu unerwarteten Anwendungen führen kann", erklärt Full. Beispiele seien etwa neue Kletter- und Gleitroboter, hochgradig manövrierfähige, unbemannte Luftfahrzeuge oder sogar energieeffiziente Kontrolle von Raumfahrzeugen.
Quelle: "Active tails enhance arboreal acrobatics in geckos", Robert J. Full et al.; Proceedings of the National Academy of Sciences, (Vol. 105, S. 4215) / Übersetzt von Cornelia Pfaff
anaximander - Do, 20.03.2008 13:23 - Kommentar verfassen
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