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Bücher / Books

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Dienstag, 5. März 2013

Frank Schirrmachers Polemik

Martin Meyer bespricht im Feuilleton Frank Schirrmachers Polemik "Ego". Schirrmacher, so Meyer, neigt dazu, einseitig zu werten - und alles, was ihm nicht in den Kram passt, zu übersehen: "Dass Politik und verwaltende Bürokratie das Blaue vom Himmel versprachen, derweil die Leistungsbilanz auf dem Kriechgang lief; und dass die meisten Traktanden im Sinne einer Rückkehr zu geordneten Haushalten bis heute weitherum tabu sind - Italien darf grüßen."

Mittwoch, 27. Februar 2013

Stéphane Hessel ist tot

Der Autor des Manifests "Empört euch!", Stéphane Hessel, ist tot. Er starb in der Nacht zum Mittwoch, wie seine Ehefrau Christiane Hessel-Chabry der Nachrichtenagentur AFP sagte.
Seine Streitschrift "Empört euch!" brachte die Banken ins Wanken.

Freitag, 22. Februar 2013

Das Schwein in Strauss-Kahn

Die Publizistin Marcela Iacub hat über ihre sieben Monate dauernde Affäre mit Dominique Strauss-Kahn und seinen Hang zum Gruppensex ein Buch geschrieben. Sascha Lehnartz hat es sich zu Gemüte geführt.
    Iacub ist überzeugt, dass die Verachtung ein Resultat der Unterdrückung der Sexualität selbst ist. Insofern zieht sie an Strauss-Kahn gerade die Tatsache an, dass ein Teil von dessen Persönlichkeit das Sexuelle gerade nicht permanent unterdrückt, sondern gelegentlich munter auslebt.

    Iacub wählt zur Beschreibung dieses Faszinosums die hübsche Metapher des "Schweins", das wohl irgendwie in jedem Menschen, besonders vernehmlich aber in DSK stecke. Es versprühe jene Kraft, die immer wieder "rationales" und "angemessenes" Handeln verhindert, weil es die Lust an der Überschreitung und am Exzess zu sehr genießt.

    Das Drama des Dominique Strauss-Kahn besteht für die Erzählerin Iacub nun allerdings nicht darin, dass dieser den inneren Eber zu häufig von der Leine gelassen hätte, sondern im Gegenteil vielmehr darin, dass er den einzig wirklich freien Teil seines Wesens am meisten an sich gehasst habe. Das, was an Strauss-Kahn "kreativ, künstlerisch und schön" sei, sagt Iacub in einem Interview mit dem Magazin, "gehört zum Schwein und nicht zum Mann".

Freitag, 18. Januar 2013

Pola Kinskis Erinnerungen

Pola Kinski erzählt in ihrem Buch "Alles über meinen Vater" die Geschichte eines Kinderschänders. Doch Kinski war für viele ein Genie des Films und der Bühne.
Christian Füller teilt die Einschätzung Willi Winklers in der Süddeutschen, Pola Kinski bediene den Voyeurismus mit Kindermund in ihrem Buch über den Missbrauch durch ihren Vater Klaus Kinski, nicht. Winkler tappe in jene Fallen, die man kenne, wenn es darum gehe, das Opfer unglaubwürdig zu machen - und die Leistungen ihres Peinigers herauszuarbeiten.
    Ihr Buch, so lautet die paradoxe Anklage Winklers, 'wirkt authentisch und scheint doch von professioneller Hand geschrieben’'. Wie apart! Normalerweise wirft man Opfern vor, dass sie nicht glaubwürdig seien. Diesmal heißt das Vergehen, Pola Kinski lasse 'keine Klischee-Vokabel aus’' und 'bedient einen Voyeurismus’' - das ist perfide, ja ungeheuerlich.“"

Sonntag, 2. Dezember 2012

Schöne neue Welt des Islam äh: Slam

Es geht um das neuen Buch von Akif Pirincci "SLAM". Dort gibt es keine Frauen mehr. Vielleicht hat es nie welche gegeben. Kaum einer kann sich daran erinnern.
Michael Mirsch hat das Buch gelesen und schreibt dazu
    Im 27. Jahrhundert herrschen auf der Erde paradiesische Zustände: Die Weltbevölkerung ist auf zwei Milliarden Einwohner geschrumpft, Krieg und Gewalt kennt man nur aus verstaubten historischen Dokumenten, der Wohlstand ist atemberaubend, die Menschen arbeiten eigentlich nur noch, weil es ihnen sonst langweilig ist, mittels bahnbrechender Durchbrüche in der Medizin kann jeder bei guter Gesundheit bis zu 200 Jahre alt werden.
[ weiter ]

Sonntag, 25. November 2012

Wolfgang Benz entblösst sich

Er wurde bezahlt für "Antisemitismusforschung", der Wolfgang Benz, der soeben ein Buch veröffentlicht hat, in dem er aus den Juden des 19. Jahrhunderts die Muslime des 21. Jahrhunderts macht. Kalus Rüdiger Mai hat das Buch gelesen und rezensiert.
    Wahllos verwendet er Begriffe wie Islamophobie, Islamfeindschaft, Muslimfeindschaft und Islamkritik. In der Vielzahl der Phrasen erkennt Benz zwar an, dass der Islam vielschichtig und facettenreich ist, aber die Feststellung hat keine Folgen. Um den Islamgegner zu kreieren, benötigt er folgerichtig den Islam. Eine gesellschaftliche Minderheit, die eine Mehrheit als Muslime einordnet, wird diskriminiert. Ein Taschenspielertrick kommt dem Autor zu Hilfe...
[ mehr ]

Freitag, 16. November 2012

Stephane Hessel und Dalai Lama erklären den Frieden

Sie sind Narzissen und Plattitüdenakrobaten, alle beide, schreibt Jörg Sundermeier, der das 72 Seiten umfassende "Werk" von Stéphane Hessel und dem Dalai Lama gelesen hat.
    Wie konkrete Politik bei den Herren aussieht, skizziert der Gottesmann anhand der aktuellen Krisenproteste: "Nehmen wir einmal die Streiks, die Unruhen in Griechenland und anderswo - vielleicht wären sie nicht aufgetreten, wenn man die strengen Sparauflagen behutsam, schrittweise eingeführt und nicht mit einem Schlag brutal durchgesetzt hätte. Für mich zeigt sich hier ein Mangel an ganzheitlicher Perspektive." Dass der Dalai Lama glaubt, "behutsam eingeführte" - jedoch gleichbleibende - Sparauflagen hätten die griechischen Protestierer vor ihrer Armut bewahrt, zeigt einen Mangel an ökonomischem Verständnis. Der alte Herr Hessel nickt nur dazu. Jaja, alles ist ja irgendwie Geist und eine Handvoll Weltweisen werden's schon richten. Wenn man nur auf sie hören würde! Nun mag man es den beiden nicht verdenken, wenn sie sich auf ihre alten Tage hofieren lassen wollen. Erschreckend ist jedoch, welch großen Erfolg die kleinen Büchlein voller Gemeinplätze haben, die alte Herren wie Hessel derzeit zu Stars machen.
Stéphane Hessel, Dalai Lama: "Wir erklären den Frieden!" Ullstein Verlag, Berlin 2012, 72 Seiten, 9,99 Euro

Sonntag, 30. September 2012

Günter Grass mit Zucker im Tank

Wie bereits berichtet, stichelt Günter Grass in seinem Gedichtband
"Eintagsfliegen" erneut gegen Israel. Erste Zitate aus dem Buch legen den Verdacht nahe: Grass dichtet, weil er zu alt oder zu
faul ist, ordentliche Texte zu schreiben, schreibt Henryk M. Broder.
E.S.

Samstag, 29. September 2012

Günter Grass prügelt weiter auf Israel

Da hat er doch unlängst "mit letzter Tinte" auf die Juden eingeschlagen. Die Hoffnung vieler, er werde danach nicht auch noch zum letzten Kugelschreiber greifen, hat sich nicht bewahrheitet. Sein neuster Coup ist ein Gedichtband mit dem Titel "Eintagsfliegen". Darin würdigt der deutsche Literaturnobelpreisträger den wegen Spionage zu 18 Jahren Haft verurteilten israelischen Nukleartechniker Mordechai Vanunu als "Held unserer Tage" und als "Vorbild" und wirft Israel vor, es gefährde den brüchigen Weltfrieden, weil es auf dem Erstschlag gegen Iran bestehe.
Grass wird nur noch älter. Nicht klüger.

Donnerstag, 27. September 2012

Rezensionen Rowling "Plötzlicher Todesfall" (Sammlung)

Sie häufen sich bereits heute, die Rezensionen zum ersten Erwachsenenbuch der Joanne K. Rowling, das den Titel "Plötzlicher Todesfall" trägt. Dass schon so viele vorhanden sind, gleicht einem Wunder, durfte das Buch bis gestern nur von der Guardian-Redaktion und jener des New Yorker gelesen werden.
Noch liegt Rowling hinter Shades of Grey. Lesen Sie die Live Rezensionen im Live Ticker.

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