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Samstag, 17. Mai 2008

Entzauberung des Bio-Mythos

Maxeiner und Miersch sind keine Öko-Fetischisten. In ihrem Buch „Biokost & Ökokult“ nehmen sie die vermeintlich gesunde und umweltfreundliche Alternative zum konventionellen Landbau in Augenschein. Anne Bogdanski hat nicht Unrecht, wenn sie schreibt Nahrungsaufnahme ist heute Politik.

Dirk Maxeiner, Michael Miersch: „Biokost & Ökokult“. Welches Essen ist wirklich gut für uns und unsere Umwelt. Piper Verlag, München 2008

Mittwoch, 14. Mai 2008

Friedliche Turiner Buchmesse

Franz Haas meldet einen friedlichen Verlauf der Turiner Buchmesse. "Das Motto der Messe, «Die Schönheit wird uns retten», stammt nur indirekt aus Dostojewskis «Idiot». Auch die schöne Blonde auf dem Logo kommt uns nur halb bekannt vor, denn es ist nicht wirklich die Venus von Botticelli, sondern deren Imitation mit dem Gesicht eines ukrainischen Fotomodells. Die Schönheit der literarischen Kunst und der Schrecken der politischen Wirklichkeit schlossen zumindest vom 8. bis 12. Mai einen Vernunftfrieden, von dem alle profitierten: das beträchtliche Aufgebot an grossen israelischen Autoren (Abraham B. Yehoshua, Aharon Appelfeld, Meir Shalev), die 1400 anwesenden Verlage, die 800 Veranstaltungen mit 1800 Vortragenden in 24 Sälen – und schliesslich auch die 5000 friedlichen Protestierer, die am Samstag bei einem Marsch durch die Stadt die Gelegenheit hatten, auf die katastrophale Situation der Palästinenser hinzuweisen, ohne sich selbst durch Gewalt ins Unrecht zu setzen.
Das Epizentrum des Protests war die Universität, wo unter palästinensischen Fahnen ziemlich dünn besetzte Stände mit Flugblättern aufwarteten. Kurz vor Beginn der Messe hatten der politisch kopfscheu gewordene Philosoph Gianni Vattimo und der unvermeidliche Tariq Ramadan in einem Seminar noch einmal zum Boykott aufgerufen, mit wenig Erfolg, trotz ein paar verbrannten israelischen Flaggen. Zwar ist die Besucherzahl (insgesamt etwa 300 000) am Samstag wegen der Demonstration etwas unter den Erwartungen geblieben, aber das sei teilweise auch noch die Nachwirkung eines landesweiten Streiks der Verkehrsmittel am Freitag gewesen, meint Ernesto Ferrero, der Leiter der Buchmesse. Ferrero skizziert auch schon das diplomatische Programm für das kommende Jahr: Ägypten als Ehrengast, wobei aber auch palästinensische und israelische Autoren zu Debatten eingeladen werden."

Dienstag, 13. Mai 2008

Herzls Traum und die israelischen Literaten

Carsten Hueck hat für einen Artikel zum 60. Geburtstag Israels mit einigen Schriftellern über die Zukunftsperspektiven des Landes gesprochen. Unter anderem zitiert er Abraham B. Yehoshua: "'Obwohl wir uns mit den Palästinensern einig sind, dass es zwei Staaten geben wird' bemerkt er, 'scheint die Teilung immer schwieriger zu werden. Zum ersten Mal haben alle das Gefühl, dass nur eine externe Macht sie durchsetzen kann. Sie muss äußerst behutsam vollzogen werden. Wie die Trennung von siamesischen Zwillingen.'"

Die 'tote' Mutter von Michel Houellebecq

Die von Michel Houllebeq vor zwei Jahren totgesagte Mutter gibt in Frankreich quicklebendig Interviews: "In diesen beschimpft sie ihren Sohn als einen an seinen Mitmenschen notorisch desinteressierten 'Parasiten'. Sollte er sich noch ein weiteres Mal schlecht über sie äußern, dann - so droht die heute auf la Reunion lebende Algerierin - würde sie ihm mit einem Stock so fest 'in die Fresse schlagen', dass kein Zahn mehr am Platze bliebe. Das Feuilleton freut sich. Wann kriegt man schon mal eine Mutter vors Mikrofon, die Gewaltfantasien gegen ihr Kind so beherzt zu Markte trägt?"

Freitag, 9. Mai 2008

Buchmesse Turin - kein Echo in den Feuilletons

- oder haben Sie in den Feuilletons auch nur den kleinsten Hinweis auf der Linken und Tareq Ramadans Protest gegen Israel als Gastland der Turiner Buchmesse gefunden? Gar eine Distanzierung vom Boykottaufruf - oder so?
Vollkommenes, feiges Schweigen. Auch in den Druckausgaben?

Donnerstag, 8. Mai 2008

Buchmesse Turin unter Polizeischutz eröffnet

Unter massivem Polizeischutz hat der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano die internationale Buchmesse von Turin eröffnet.
"Die Messe muss ein Ort des interkulturellen Dialogs und nicht des politischen Streits sein", sagte Napolitano bei der Eröffnung der 21. "Fiera del Libro" in der piemontesischen Metropole.
Die Messe war wegen der Teilnahme Israels als Ehrengast in den vergangenen Monaten zum Gegenstand heftiger politischer Auseinandersetzungen geworden. Einmal mehr haben sich linke Parteien zu Helfershelfern des Antisemitismus - dieses linken Antisemitismus, den es, wenn man den Anti-Rassismus-Hütern glauben mag, gar nicht gibt - gemacht.
Der Verband "Free Palestina", eine Bewegung aus linksradikalen und globalisierungskritischen Aktivisten, forderte einen Boykott der Buchmesse. Die Einladung Israels sei unannehmbar. Israel sei ein "rassistischer Henker-Staat", der "mehr denn je die Menschenrechte mit Füßen tritt".
Israel töte "die Identität, die Kultur und die Rechte des palästinensischen Volkes", hieß es im Appell, der vom globalisierungskritischen Internetdienst Indymedia verbreitet wurde. Einige Schriftsteller aus Kuba und Venezuela erklärten, sie würden dem Boykott folgen und nicht an der Buchmesse teilnehmen.
Und Tariq Ramadan hat sich wieder einmal von seiner "besten" Seite gezeigt:"Die linksradikalen Parteien und der ägyptische Schriftsteller Tariq Ramadan kritisierten vor allem den italienischen Staatschef Giorgio Napolitano, der als erster Präsident die Buchmesse eröffnen wird. Napolitanos Präsenz wurde von Ramadan, einem international renommierten Islamgelehrten, als "Fehler" bezeichnet. Damit erhalte die Buchmesse mit Israel als Schwerpunktland eine "politische Bedeutung". Napolitanos Mitarbeiter wiesen die Kritik zurück. Es sei zwar legitim, Israels Politik zu kritisieren, aber nicht hinnehmbar, dessen Existenzrecht in Frage zu stellen."
sda / Vienna

Mittwoch, 7. Mai 2008

Redakteur müsste man sein...

Weil Israel den 60. Geburtstag feiert, ist Israel auch Ehrengast auf Buchmessen. z.B. am Salon du Livre, aber auch in Turin und Jerusalem. Muslimische Intellektuelle, darunter der Islamist und Publizist Tariq Ramadan, sowie die Organisation "Free Palestine" rufen zum Boykott der Turiner Messe auf. Sie wird am 8.Mai eröffnet, auch hier ist Israel Ehrengast. Die südafrikanische Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Nadine Gordimer wurde vorwiegend über das Internet unter Druck gesetzt, der Jerusalemer Buchmesse eine Absage zu erteilen. Selbst der britische Neurobiologe Steven Rose, der schon 2002 im "Guardian" zum Akademikerboykott gegen Israel aufrief, hat im April einen offenen Brief an Gordimer veröffentlicht. Nadine Gordimer hat nicht Jerusalem, dafür aber den Boykottaufrufen eine Absage erteilt.
Und Anne Catherine Simon entblödet sich nicht, ihren Beitrag zu den Boykottaufrufen mit "Ehrengast Israel spaltet die Literatur" zu betiteln...
Wenn man Redakteurin ist, darf man sich das scheinbar leisten.

Dienstag, 6. Mai 2008

Pen World Voices Festival N.Y.

Jordan Mejias berichtet vom New Yorker Pen World Voices Festival."Zum Ersten ist das Festival, wie es sich bei einer Organisation vom Schlage des Pen gehört, kein Ereignis, das in aufrührerischeren Zeiten als fachidiotisch gegolten hätte. Diesmal war das bereits an dem Stuhl zu erkennen, der bei allen Veranstaltungen unbesetzt blieb. Er war für einen der vielen Schriftsteller und Journalisten reserviert, die in Chinas Gefängnissen verschwunden sind. Hundert Tage vor Beginn der Olympischen Spiele wollte der Pen nicht nur mit dem leeren Stuhl, sondern auch mit einer Petition, die der Vertretung Chinas bei den Vereinten Nationen überreicht wurde, auf das offenbar immer noch nicht laut genug gen Himmel schreiende Unrecht aufmerksam machen. Und damit war die leidige Politik nicht etwa abgehakt. Das Podium erklommen auch Mia Farrow und Bernard-Henri Lévy, um uns den endlosen Horror von Darfur ins Gedächtnis zu rufen. Verdrängen zwecklos, zumindest einen Abend lang. Eine Ferienwoche im literarischen Elfenbeinturm war ja auch nirgendwo angekündigt."

Montag, 5. Mai 2008

Eva Herman stellt neues Buch vor

Ihr neues Buch trägt den Titel "Das Überlebensprinzip - Warum wir die Schöpfung nicht täuschen können". An der Präsentation dieses Buches sagt sie "Unsere Gesellschaft wird zunehmend zwangsverändert. Die kollektive Betreuung scheint zum Staatsziel zu werden."
So Unrecht hat Eva Herman gar nicht, wenn sie sagt, Frauen würden "politisch gewollt in die Erwerbstätigkeit gedrängt". Drei Viertel aller Mütter würden während der ersten drei Jahre gerne bei ihren Kindern bleiben - wenn das Geld nicht fehlte. Vor allem aber, wenn sie die Qualität von Kinderkrippen kritisiert: "Für ein Huhn in der Legebatterie gibt es inzwischen - zum Glück - eine Mindestvorschrift des Platzangebotes." Dafür hätten sich viele Menschen eingesetzt. "Für unsere Kinder existieren keine derartigen Vorgaben, unser Betreuungsschlüssel sieht manchmal 20 und mehr Kinder pro Betreuerin auf engstem Raum vor."
Mehr über das Buch

Samstag, 19. April 2008

Enzensbergers Erzählung zum Tag des Buches

Hans Magnus Enzensberger hat zum Internationalen Tag des Buches eine Geschichte für Theresia zum 18. Geburtstag geschrieben und unter dem Titel "Die verschwundenen Habseligkeiten" veröffentlicht.

Wer suchet, der...

 

Reden & Widerreden

Bündner SVP will...
Dieser Wunsch sei ihr Befehl! - und zwar basta! "...Das...
anaximander - 18. Mai, 00:43
Bundesrat Leuenberger...
Schon das ist ein gutes Zeichen. Weniger gut allerdings...
anaximander - 18. Mai, 00:34
Ehrenmorde sind kein...
Amnesty International vertritt, nicht immer, aber immer...
anaximander - 17. Mai, 23:13
Ja, tin. Aber es ist...
Ja, tin. Aber es ist schon eigenartig, dass ganz unterschiedliche...
Gris-Gris - 17. Mai, 22:14
Ja eben
Aber die Medienwelt (und ein paar BloggerInnen) halten...
tin11 - 17. Mai, 21:37
Sorry - ich wollte das...
Sorry - ich wollte das noch korrigieren mit: http://www.textlog.d e/38374.html und http://w ww.korrekturen.de/beliebte _fehler/weissmachen.shtml Und...
Gris-Gris - 17. Mai, 21:15
So eine Partei ist auch...
So eine Partei ist auch nur ein Verein. Und wenn ein...
Gris-Gris - 17. Mai, 21:04
Früher einmal hiess...
Früher einmal hiess das "Schutzhaft". Nein,...
Gris-Gris - 17. Mai, 20:12
Ach so,
jetzt haben wir ein neues Feindbild: die Richter. Du...
tin11 - 17. Mai, 19:52
Hallo
Du kennst doch den Witz: Wenn wir den Beamten und Richtern...
blogguru - 17. Mai, 19:41
Verhaftungsgrund: Karikatur
In Holland ist ein Karikaturist wegen des Verdachts...
anaximander - 17. Mai, 18:53
Firefox 3 - Release Candidate...
Nach fünf Beta-Versionen haben die Firefox-Entwickler...
anaximander - 17. Mai, 18:39
Die Po-Zusammenhänge...
Die Po-Zusammenhänge lassen wir mal weg, Schoggo-TV,...
Gris-Gris - 17. Mai, 18:38
Entzauberung des Bio-Mythos
Maxeiner und Miersch sind keine Öko-Fetischisten....
anaximander - 17. Mai, 18:00
Ja und?
Zufrieden jetzt? Nur - was ändert eigentlich jetzt?...
tin11 - 17. Mai, 17:57
Mediale Fehlinformation
Den Verfechtern des Verwaltungsstaates passt die Einbürgerungsinitiative...
anaximander - 17. Mai, 16:28
Auschlussverfahren gegen...
(sda) Der Zentralvorstand der SVP Schweiz eröffnet...
anaximander - 17. Mai, 15:56
Etwas Gescheites von...
Die SP fordert, nicht nachhaltig produzierte Agrartreibstoffe...
anaximander - 17. Mai, 15:22
Es wurde dir
doch schon gesagt, dass die Arena keine Live-Sendung...
tin11 - 17. Mai, 15:08
Schade,
in den frühen Jahren wurde noch live gesendet....
anaximander - 17. Mai, 13:10

Andernorts

Jonathan Littell ist nur an Sex interessiert
Tilman Krause hat Jonathan Littell in Berlin gelauscht...
regulaerni - 17. Mai, 12:52
“Meere” erscheint Ende Mai
Rund fünf Jahre nach dem Verbot des Romans “Meere”...
regulaerni - 16. Mai, 22:44
Jonathan Littell erklärt die Nazis
Tilmann Krause hat mitverfolgt, wie Jonathan Littell...
regulaerni - 15. Mai, 11:14
“Neid” von Elfriede Jelinek
Hubert Spiegel hat sich mit dem Buch, das kein Buch...
regulaerni - 13. Mai, 15:37
75. Jahrestag der Bücherverbrennung
Zum 75. Jahrestag der Bücherverbrennung am 10....
regulaerni - 8. Mai, 17:10
30. Solothurner Literaturtage - Rückblick
Roman Bucheli hat in Solothurn scheinbar ein anregendes...
regulaerni - 6. Mai, 13:15
Calmy-Rey bedauert
dass die offizielle Schweiz von Israel nicht eingeladen...
regulaerni - 4. Mai, 19:07
Grosses Benefizkonzert mit Noëmi Nadelmann
zugunsten der Stiftung “Denk an mich”....
regulaerni - 3. Mai, 09:32

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Meine Kommentare

Schade,
in den frühen Jahren wurde noch live gesendet....
litart - 17. Mai, 13:10
Dessen bin
ich mir durchaus bewusst. Allerdings macht sich der...
litart - 16. Mai, 23:00
So kommt doch
der mannheemer Slang endlich wieder einmal zum Zug...
litart - 16. Mai, 21:58
Der Halter
für Männer wäre zu weit unten - außerhalb...
litart - 16. Mai, 18:40
Die Mitarbeiter-Motivation
kommt nicht nur bei der Pharma zu kurz. Mich graut...
litart - 16. Mai, 11:29
Hm, tin,
findest du dies okay - ich meine sowohl rinks als auch...
litart - 15. Mai, 22:50
Die Kippa?
Yep, das ist die Regel unter "Anstand". Ein Tschador...
litart - 15. Mai, 15:47
Hier ist der Spruch
"Wehret den Anfängen" angebracht.
litart - 15. Mai, 14:56

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