Seyran Ates und die doppelte Staatsbürgerschaft
Seyran Ates schreibt in ihrem Essay zur doppelten Staatsbürgerschaft:
E.S.
- "Kann man ein Land lieben? Man könne es wertschätzen, sagen viele, sich dessen bewusst sein, dass man in einem guten Land lebt, in einem Land, in dem Demokratie keine Theorie, sondern Praxis ist, in dem Rechtsstaatlichkeit nicht nur auf dem Papier steht, sondern gelebte Realität ist. Darum habe ich freiwillig die türkische Staatsbürgerschaft abgegeben und besitze nur noch die deutsche. Weil es für mich stimmiger ist, weil es für mich sicherer ist. Natürlich habe ich mit der Abgabe der türkischen Staatsangehörigkeit meine türkische Seite weder ab- noch aufgegeben. Meine türkische Sprache, der türkische Teil meiner Seele und meiner Identität sind existent wie eh und je.
Warum also habe ich meinen türkischen Pass zurückgegeben? In der Türkei wäre ich nie so sicher als Bürgerin wie in Deutschland. Ich traf also eine Entscheidung für eine politische Heimat. Weil ich in diesem Land ein kritischer Geist, eine unbequeme Person, eine streitbare Juristin, vehemente Frauenrechtlerin und Feministin sein darf, ohne mit der Angst zu leben, nach einem Artikel, einem Interview oder einer Buchveröffentlichung von Sicherheitsbeamten einer Behörde abgeholt zu werden, um dann jahrelang in Untersuchungshaft zu sitzen, weil ich angeblich den Staat beleidigt habe."
E.S.
anaximander - Sa, 09.03.2013 21:52 - Kommentar verfassen
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