Der 9. November in den Feuilletons
Europa muss kleiner werden, fordert Richard Wagner in seinem Blick zurück auf das Jahr 1989.
Es darf nicht vergessen werden, wie einverstanden im Grunde auch der Westen mit der Mauer war, verlangt Joachim Güntner: "Die SED-Strategie einer Konsolidierung durch Abschottung schien aufzugehen, und die Westmächte waren erleichtert, den Konfliktherd Berlin nun ins Korsett geschnürt zu sehen. Das half, den Kalten Krieg kalt bleiben zu lassen. Die USA, Frankreich und England fanden die Lage so übel nicht. Und die Bundesrepublikaner? Auch sie beruhigten ihr Mitgefühl mit den Eingemauerten bald."
- Das Jahr 1989 stand weitgehend im Zeichen der Unvernunft. Und nur diese Unvernunft, ihr Ausmaß, konnte die tektonischen Platten in Bewegung setzen. Plötzlich hatten die Menschen keine Angst mehr, und niemand wird ausreichend argumentieren können, warum das so war. Seid unvorsichtig, war die Parole des Tages. Und damit war die Stunde der Masse gekommen, und auch die Stunde der stillschweigenden Allianz zwischen dieser Masse und den oppositionellen Intellektuellen.
- Dann, kaum zu sehen, war rechts oben eine einspaltige Meldung von höchstens 20 Zeilen Länge eingefügt. Sie trug den Titel "Öffnung aller Übergänge der innerdeutschen Grenze". Mehr nicht.
Es darf nicht vergessen werden, wie einverstanden im Grunde auch der Westen mit der Mauer war, verlangt Joachim Güntner: "Die SED-Strategie einer Konsolidierung durch Abschottung schien aufzugehen, und die Westmächte waren erleichtert, den Konfliktherd Berlin nun ins Korsett geschnürt zu sehen. Das half, den Kalten Krieg kalt bleiben zu lassen. Die USA, Frankreich und England fanden die Lage so übel nicht. Und die Bundesrepublikaner? Auch sie beruhigten ihr Mitgefühl mit den Eingemauerten bald."
anaximander - Sa, 07.11.2009 15:34 - Kommentar verfassen
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