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Digitale Gesellschaft

Mittwoch, 23. April 2008

"Generation Google" leidet an Informationsmangel

Eine aktuelle Studie der Sheffield University zeigt, dass junge User - wie ein Teil der Journalisten - nur sehr oberflächlich recherchieren und Inhalte bestenfalls überfliegen. Die einen wissen nicht, wie umgehen mit Suchmaschinen, die anderen sind an der Nutzung neuer Technologien einfach nicht interessiert. Letzteres gilt scheinbar immer noch als chic.
Vielfach verbringen die Jugendlichen nur wenige Minuten damit, wissenschaftliche Artikel zu lesen und nur wenige greifen ein zweites Mal auf einen bestimmten Beitrag zurück. "Es scheint, als würden sie online gehen, um das Lesen im klassischen Sinne zu vermeiden", so die Studienautoren. Die Tendenz zur oberflächlichen, ungenauen Recherche zeigt sich laut der Untersuchung aber nicht nur bei Jugendlichen, sondern bis hin zu den Professoren selbst. Vielfach wurde zunächst angenommen, dass die Online-Suche für die Teenager eine Selbstverständlichkeit ist und sie mit den technischen Mitteln umgehen können. Offenbar sind die meisten jedoch lediglich mit Seiten wie Facebook oder Wikipedia vertraut, es fehlt ihnen aber an fundiertem Wissen.
ptat

Montag, 4. Februar 2008

Transmediale zum Gähnen langweilig?

Auf dem Medienkultur-Festival Transmediale in Berlin sieht Elke Buhr vor lauter Medien die Botschaft nicht mehr. "Genau das ist ja gelegentlich das Problem bei der Szene, die auf der Transmediale ihr Forum findet: Man ist technologisch so avanciert, dass man vergisst, was man mit dieser Technologie eigentlich transportieren wollte. Auffällig war das in diesem Jahr wieder bei einigen der vorgestellten Kunstprojekte. Sounds aus einem finnischen Atomkraftwerk mit Bildern von Bäumen im Wald zu kombinieren, hört sich vielleicht interessant an, wirkt aber als Video zum Gähnen langweilig. Und wenn jemand Schrifttafeln in der Internet-Welt Second Life aufstellt, interessiert das in der Realität nur am Rande. Insgesamt wirkte die Kunstausstellung zum Festival, das in diesem Jahr erstmals wieder im Haus der Kulturen der Welt stattfand, eher schwach.
Aber immerhin hatte sich die Transmediale diesmal ein Thema gesucht, das der digitalen Selbstverliebtheit Substanzielles entgegensetzen konnte. "Conspire", war das Motto dieser ersten Transmediale unter der Leitung des kanadischen Architekten Steven Kovacs, der charmant und klug durch das Kongress-Programm führte: Es ging um Verschwörungstheorien. Ein Thema, das geradezu konstitutiv ist für das Internet, das ästhetisch, spielerisch und nicht zuletzt politisch anschlussfähig ist."

Freitag, 1. Februar 2008

Weg mit den Hausaufgaben

Seit gut 150 Jahren gibt es allgemeinbildende Schulen in Deutschland, und genauso lange existiert der Hauptfeind aller freien, unbeschwerten Nachmittagsvergnügungen - Hausaufgaben.
Doch Hausaufgaben, so Professor Hans Gängler von der Fakultät Erziehungswissenschaften der TU Dresden, brächten einen Nutz von Null. Und darum will er sie abschaffen. Er ist im Rahmen einer Forschungsarbeit damit befasst, Strategien zu entwerfen, die den Wissenserwerb im Unterricht ermöglichen - durch pädagogisch begleitete Übungs- und Förderkurse. - Will Gängler die Hausaufgaben durch Nachsitzen wegrationalisieren? - Oder werden uns in Schulhäusern neben Lehrern und Schülern, Diät-Assistenten, Lebensberatern, Sozialarbeitern und Psychologe auch noch Übungsbeauftragte und Föderkursspezialisten begegnen?
Man sollte dieses Forschungsgebiet den Neurologen und Bionikern überlassen; sie könnten ein Programm entwickeln, das Lernen unnötig macht und das Wissen direkt ins Gehirn appliziert. Damit der Bildungshunger getilgt wird, die Lehrer entlassen und die Schulhäuser in Spielsalons umgewandelt werden können.
Herakleitos

Sonntag, 6. Januar 2008

Die Freunde der offenen Gesellschaft

laden zum liberalen Lagerfeuer am 26. Januar 2008 in Berlin."Wir laden ein: Zum Liberalen Lagerfeuer, am 26. Januar in Berlin. Eine Tagesordnung wird es nicht geben. Das Lagerfeuer soll eine Gelegenheit für Blogger, Kommentatoren und Leser sein sich in lockerer Atmosphäre bei Bier und gutem Essen kennenzulernen. Dafür haben wir bereits diverse Lokalitäten im Auge.
Als eingeladen darf sich betrachten, wer
1. Rule of Law, Demokratie und Freiheit vertritt,
2. hier oder in der bloggenden Nachbarschaft schreibt, liest oder kommentiert und
3. uns treffen will.
Den endgültigen Ort und die genaue Zeit werden wir in der zweiten Januarwoche via Mail an alle bekanntgeben, die in einer Mail an df{ätt}fdog.org oder über das untestehende Kontaktformular Interesse bekundet haben.
Dass mit den übermittelten Informationen sorgfältig umgegangen wird, versteht sich von selbst."

Montag, 3. Dezember 2007

Von Urinstinkten geprägte Social Networks

Traditionelle Stammeskulturen könnten die unbewussten Vorbilder für moderne Social Networks wie MySpace oder Facebook sein, meinen Wissenschaftler. In den Mustern der Network-Kommunikation wie dem Durchstöbern von Profilen, dem Hinterlassen von Nachrichten und dem Schließen neuer Freundschaften zeigen sich alte Muster der oralen Kommunikation und diese sei die Basis jeder menschlichen Erfahrung, meint Lance Strate, Professor an der Fordham University. Durch die Verknüpfung mit Kommunikationsmustern, die tief in uns allen verwurzelt sind, lässt sich auch die Popularität der Online-Netzwerke erklären, berichtet die New York Times.
Die Ausdrucksweise in Social Networks erinnert stärker an orale Kommunikation als an schriftliche, meinen Wissenschaftler wie Irwin Chen vom Parsons College: "Oralität ist partizipatorisch, interaktiv, gemeinschaftlich und auf die Gegenwart fokussiert. Das Web vereint all das." Die These von der Oralität des Internets wurde bereits 1982 von Walter J. Ong formuliert und beeinflusst nun die wissenschaftliche Erforschung von Social Networks. Ong meinte, dass orale Kommunikation Menschen in Gruppen vereine.
Parallelen lassen sich auch zu Stammeskulturen ziehen. Identitäten entstehen in diesen Gemeinschaften daraus, wie andere Menschen einen kennen. Diese Muster zeigen sich auch bei Facebook: "Menschen projizieren ihre Identitäten, indem sie ihre Beziehungen zu anderen Menschen ausstellen", meint der Ethnologe Michael Wesch. Man definiert sich selbst also dadurch, mit wem man befreundet ist. Auch die regelmäßigen Geschenke, die in Stammesgesellschaften ausgetauscht werden, finden in Facebook ihre Entsprechung im "Poking" einer Art, auf sich aufmerksam zu machen.
Doch auch fundamentale Unterschiede lassen sich zwischen Social Networks und traditionalen Gesellschaften feststellen. Während diese Kulturen höchst formelle und ritualisierte Kontakte pflegen, ist der Umgang im Internet von auffälliger Zwanglosigkeit geprägt. Auch die Bedeutung sozialer Kontakte ist im Internet wesentlich geringer als in Stammeskulturen, wo diese eine Überlebensnotwendigkeit darstellen.

Samstag, 11. August 2007

Bürgerrechtler wider Willen

Daniel Schulz beobachtet beim Jahrestreffen des Chaos Computer Clubs in Eberswalde einen Wandel vom Hackerbund zur Bürgerrechtsbewegung. Sie machen gegen den Überwachungsstaat mobil, haben aber gar keine Lust auf Lobbyarbeit. "Ein paar seltsame Ideen müssen wohl abfallen wenn der Chaos Computer Club zum internationalen Treffen der Hacker ruft - um klar zu machen, wie bedrohlich die angereisten Technikexperten die staatlichen Überwachungsmaßnahmen inzwischen finden. "Bei der Volkszählung 1983 haben sich die Leute noch gewehrt aber heute halten sie einfach still", sagt Starbug einer der bekanntesten Hacker des Chaos Computer Club - kurz CCC. Er hat die Säure-Anekdote erzählt. Den Namen hinter seinem Pseudonym will er nicht verraten. Er redet lieber darüber, warum es bei den Vorschlägen von Innenminister Wolfgang Schäuble nicht den gleichen vehementen Protest gibt wie 1983: "Bei der Volkszählung konnte man die Überwachung quasi anfassen, die Zähler sollten schließlich vor die Haustür kommen. Aber heute läuft das über komplexe Technik und das können sich viele Menschen nicht vorstellen." Genau das will er ändern. Naja, eigentlich will er das nicht."

Mittwoch, 8. August 2007

Hommage auf William Gibson

resepktive auf dessen Roman-Trilogie "Neuromancer". Darin kommt Georg Klein auch auf die theologischen Abgründe dieser noch auf Schreibmaschine erdachten Cyberspace-Vision zu sprechen: "Wozu sind all die Maschinen, diejenigen, die wir bereits besitzen, und diejenigen, von denen wir noch träumen, letztlich gut? Das erste Gerät, das in William Gibsons legendärem Science-Fiction-Roman «Neuromancer» beschrieben wird, ist der künstliche Arm eines Barkeepers: «Es war eine russische Militärprothese, ein Greifer mit sieben Funktionen, rückkopplungsgesteuert und eingegossen in schmuddeliges, pinkfarbenes Plastik.»
Gemessen an dem, was künstliche Gliedmassen gegenwärtig leisten können, ist der falsche Arm, den Gibson seinen Lesern im Jahre 1984 als zukünftig vorstellt, weiterhin von einer beeindruckend futuristischen Brauchbarkeit.
[...]
«Das Fleisch, das spricht», also der Mensch, liegt in einem merkwürdigen Hader mit dem, was er als sein Eigenstes erkennt. Sosehr es seinen Scharfsinn auch in die Pflicht nimmt, das Gehirn kommt nicht umhin, sich einzugestehen, dass auch seine schönsten Neuronenblitze leibliche Phänomene sind. Und die «Evolution der Maschinenintelligenz», die rasante Verbesserung der Maschinen in der Moderne, weiss zuletzt nichts Besseres, als den Leib, aus dessen Kerker sie wegwill, in einem technologisch generierten Raum erneut zu repräsentieren. Gibsons Helden, fanatische Computer-Freaks, Cyberspace-Junkies und mikrochirurgisch verbesserte Cyborgs, müssen erkennen, dass der grandios hochgewölbte Regenbogen der Technikentwicklung schliesslich dort wieder Fuss fasst, wo einst die Religion und nach ihr die Kunst ihren Ausgang genommen haben: in der schmerzensreichen, aber auch lustvollen Selbsterfahrung des Fleisches."

von von Georg Klein in der NZZ

Freitag, 27. Juli 2007

Die neuen Barbaren

Wir leben im Zeitalter der Information und des globalen Marktes, aber zugleich auch in einer Zeit der neuen Ignoranz und des neuen Barbarentums. Schuld am kulturellen Vergessen sind nicht zuletzt jene, die im Kult der Vergangenheit eine verfälschte Erinnerung pflegen.
[ mehr ]

Freitag, 20. Juli 2007

Medienkunst und Wissenschaften im Gespräch

An der ETH Zürich fand das Symposium "Digital Art Weeks", organisiert vom Lehrstuhl Computersysteme. Digital Art Weeks betrachtet sich als Schnittstelle zwischen Kunst und Naturwissenschaften, während Tweakfest die Schnittstelle von Medienkunst zur Wirtschaft sein will.
Villö Huszai war dabei und kommt zum Schluss: Schade ist, dass ETH-Studierende an den unterschiedlich gut besuchten Veranstaltungen kaum zu sehen waren. Dafür kann man wohl nicht nur die Semesterferien verantwortlich machen: Der Medienkunst ist es offenbar noch immer nicht gelungen, ihren Anspruch, zwischen Technologie- und Kunstbereich zu vermitteln, auch auf technischer Seite populär zu machen.

Sonntag, 8. Juli 2007

Sie sind da, die sieben neuen Weltwunder

Die Chinesische Mauer, die Christus-Statue in Rio de Janeiro, die Inka-Ruinen von Machu Picchu in Peru und die Ruinen der Maya-Stadt Chichen-Itza in Mexiko, der Taj Mahal in Indien, die Felsenstadt Petra in Jordanien und das Colosseum in Rom: Das sind die sieben neuen Weltwunder.

Wer suchet, der...

 

Reden & Widerreden

Schöne Wunschvorstellung,
die sich jedenfalls nicht dadurch realisieren lässt,...
Gilbert-rgbm - 18. Mai, 08:09
Bündner SVP will...
Dieser Wunsch sei ihr Befehl! - und zwar basta! "...Das...
anaximander - 18. Mai, 00:43
Bundesrat Leuenberger...
Schon das ist ein gutes Zeichen. Weniger gut allerdings...
anaximander - 18. Mai, 00:34
Ehrenmorde sind kein...
Amnesty International vertritt, nicht immer, aber immer...
anaximander - 17. Mai, 23:13
Ja, tin. Aber es ist...
Ja, tin. Aber es ist schon eigenartig, dass ganz unterschiedliche...
Gris-Gris - 17. Mai, 22:14
Ja eben
Aber die Medienwelt (und ein paar BloggerInnen) halten...
tin11 - 17. Mai, 21:37
Sorry - ich wollte das...
Sorry - ich wollte das noch korrigieren mit: http://www.textlog.d e/38374.html und http://w ww.korrekturen.de/beliebte _fehler/weissmachen.shtml Und...
Gris-Gris - 17. Mai, 21:15
So eine Partei ist auch...
So eine Partei ist auch nur ein Verein. Und wenn ein...
Gris-Gris - 17. Mai, 21:04
Früher einmal hiess...
Früher einmal hiess das "Schutzhaft". Nein,...
Gris-Gris - 17. Mai, 20:12
Ach so,
jetzt haben wir ein neues Feindbild: die Richter. Du...
tin11 - 17. Mai, 19:52
Hallo
Du kennst doch den Witz: Wenn wir den Beamten und Richtern...
blogguru - 17. Mai, 19:41
Verhaftungsgrund: Karikatur
In Holland ist ein Karikaturist wegen des Verdachts...
anaximander - 17. Mai, 18:53
Firefox 3 - Release Candidate...
Nach fünf Beta-Versionen haben die Firefox-Entwickler...
anaximander - 17. Mai, 18:39
Die Po-Zusammenhänge...
Die Po-Zusammenhänge lassen wir mal weg, Schoggo-TV,...
Gris-Gris - 17. Mai, 18:38
Entzauberung des Bio-Mythos
Maxeiner und Miersch sind keine Öko-Fetischisten....
anaximander - 17. Mai, 18:00
Ja und?
Zufrieden jetzt? Nur - was ändert eigentlich jetzt?...
tin11 - 17. Mai, 17:57
Mediale Fehlinformation
Den Verfechtern des Verwaltungsstaates passt die Einbürgerungsinitiative...
anaximander - 17. Mai, 16:28
Auschlussverfahren gegen...
(sda) Der Zentralvorstand der SVP Schweiz eröffnet...
anaximander - 17. Mai, 15:56
Etwas Gescheites von...
Die SP fordert, nicht nachhaltig produzierte Agrartreibstoffe...
anaximander - 17. Mai, 15:22
Es wurde dir
doch schon gesagt, dass die Arena keine Live-Sendung...
tin11 - 17. Mai, 15:08

Andernorts

Jonathan Littell ist nur an Sex interessiert
Tilman Krause hat Jonathan Littell in Berlin gelauscht...
regulaerni - 17. Mai, 12:52
“Meere” erscheint Ende Mai
Rund fünf Jahre nach dem Verbot des Romans “Meere”...
regulaerni - 16. Mai, 22:44
Jonathan Littell erklärt die Nazis
Tilmann Krause hat mitverfolgt, wie Jonathan Littell...
regulaerni - 15. Mai, 11:14
“Neid” von Elfriede Jelinek
Hubert Spiegel hat sich mit dem Buch, das kein Buch...
regulaerni - 13. Mai, 15:37
75. Jahrestag der Bücherverbrennung
Zum 75. Jahrestag der Bücherverbrennung am 10....
regulaerni - 8. Mai, 17:10
30. Solothurner Literaturtage - Rückblick
Roman Bucheli hat in Solothurn scheinbar ein anregendes...
regulaerni - 6. Mai, 13:15
Calmy-Rey bedauert
dass die offizielle Schweiz von Israel nicht eingeladen...
regulaerni - 4. Mai, 19:07
Grosses Benefizkonzert mit Noëmi Nadelmann
zugunsten der Stiftung “Denk an mich”....
regulaerni - 3. Mai, 09:32

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Meine Kommentare

Schade,
in den frühen Jahren wurde noch live gesendet....
litart - 17. Mai, 13:10
Dessen bin
ich mir durchaus bewusst. Allerdings macht sich der...
litart - 16. Mai, 23:00
So kommt doch
der mannheemer Slang endlich wieder einmal zum Zug...
litart - 16. Mai, 21:58
Der Halter
für Männer wäre zu weit unten - außerhalb...
litart - 16. Mai, 18:40
Die Mitarbeiter-Motivation
kommt nicht nur bei der Pharma zu kurz. Mich graut...
litart - 16. Mai, 11:29
Hm, tin,
findest du dies okay - ich meine sowohl rinks als auch...
litart - 15. Mai, 22:50
Die Kippa?
Yep, das ist die Regel unter "Anstand". Ein Tschador...
litart - 15. Mai, 15:47
Hier ist der Spruch
"Wehret den Anfängen" angebracht.
litart - 15. Mai, 14:56

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