"Welche Religion ist die richtige?" fragte Sabine Christiansen ihre Gäste am vergangen Sonntagabend. Zu ihren Gästen gehörten der Imam von Leipzig Hassan Dabbagh, der Schriftsteller und Jude Leon de Winter, der Weihbischof Hans-Jochen Jaschke und Pastor Peter Wenz.
Leider habe ich die Sendung nur in Intervallen sehen können. Christiansen, so mein Eindruck, versuchte eine Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung heraufzubeschwören und eine Gemischtregligionenhandlung zu eröffnen, so eine Art Tante-Emma-Laden der Religionen.
Der einzige, der erfasst hat, worum es überhaupt geht, wenn der Dialog mit den Muslimen gesucht wird, war und ist Leon de Winter, der darauf hinwies, dass nicht das "Religiöse", nicht das Trennende oder Verbindende der einzelnen Religionen, im Vordergrund stehen darf, sondern dass von den Muslimen ein klares Bekenntnis zu dem Staat, in dem sie es vorziehen zu leben, zu dessen Verfassung, den Grundrechten etc. zu fordern ist. Sie sollen ihre Religion leben dürfen, wie es ihnen beliebt, aber im Rahmen unseres Rechtssystems, im Rahmen unserer Freiheiten, im Rahmen von unserem Recht und Gesetz. Damit basta!
Heute wird einmal mehr
darüber diskutiert, dass der Imam zu Leipzig Hassan Dabbagh sich gegen Gewalt ausgesprochen hat, im gleichen Atemzug aber die Kofferbomber Deutschlands mit irrationalen Argumenten zu rechtfertigen versuchte. Man kann es auch anders sehen: Christiansen hat den Zuschauern klar vor Augen geführt, dass mit einem Imam wie diesem ist ein friedliches Zusammenleben nicht möglich ist; er sucht für geplante Terroranschläge nach Rechtfertigungen.
Aber darum geht es eigentlich gar nicht. Es geht darum, dass sich religiöse "Führer" des Islam anmassen, Verfassung, Recht und Gesetz der westlichen Staaten zu unterlaufen, was auch andere religiöse "Führer" auf den Plan rufen könnte... Wir wollen aber nicht zurück ins 16./17. Jahrhundert.