"In einem Interview mit dem „Zeit-Magazin“ spricht Schmidt jetzt über Twitter, Facebook und die Piratenpartei.
Auf die Frage nach der Macht des Internets sagte Schmidt: „Drei Dinge fallen mir dazu ein. Erstens: Das Internet gehört kaum zu meiner Welt. Zweitens: Ich empfinde es als bedrohlich. Und drittens: Es hat Zukunft.“
Bedrohlich – warum? Schmidt argumentiert, dass das Netz weltweit tiefgreifende Änderungen auslöst: Die Kommunikation werde oberflächlicher, hinter vielen spontanen Reaktionen stecke kein langes Nachdenken mehr. Die Qualität der einzelnen Mitteilung nehme ab.
Schmidt: „Ich habe etwas gelesen, und sofort twittere ich dagegen oder darüber, und dann womöglich auch noch in falscher Grammatik.“
Interview-Partner und „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo staunt: „Sie wissen, was Twitter ist!“ Schmidt entgegnet: „Ja, das habe ich inzwischen auch gelernt.“
Der Altkanzler weiß aber auch um die positiven Veränderungen, die das Internet mit sich bringt. Eine Frau in der arabischen Welt, sagt er, werde sich dank Handys und Facebook kaum mehr zwangsverheiraten und beschneiden lassen. Schmidt: „Unbestreitbar führt das Internet auch zu positiven Entwicklungen.“
Auch in Deutschland wird der Einfluss des Internet auf Politik und Gesellschaft weiter zunehmen, glaubt Schmidt: „Ein Beispiel dafür ist die Piratenpartei.“ Bisher hätten die Piraten den großen Volksparteien zwar „noch nichts Wesentliches weggenommen, aber ihr Stimmenanteil wächst“. Laut aktuellen Umfragen sogar auf bis zu 13 Prozent!"
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