(dpa) - Der französisch-amerikanische Filmregisseur Jules Dassin («Rififi») ist am Montag im Alter von 96 Jahren in Athen gestorben. Dies meldete die halbamtliche griechische Nachrichtenagentur ANA.
Dassin war am 18. Dezember 1911 in Middletown (US-Bundesstaat Connecticut) geboren worden. In seiner rund 40-jährigen Karriere hat Dassin mit Vorliebe Krimis, Gangsterparodien und Gesellschaftskomödien gedreht.
Zu seinen bedeutendsten Filmen zählen «Nazi Agent» (1942), «Brute Force» (1947), eine Anklage des Faschismus, der realistische Polizeithriller «Naked City» (1948), «Sonntags nie» (1960), der Kriminalfilm «Topkapi» (1964), «Uptight» (1968) nach «The Informer» von John Ford, bei dem er die in Irland spielende Handlung in ein schwarzes Getto verlegte, sowie «Die Athener Revolte» mit prominenten Griechen als Laiendarsteller.
Nachdem er 1950 als Kommunist vom Komitee für unamerikanische Umtriebe beschuldigt wurde, wanderte er nach Europa aus. 1966 heiratete Dassin die griechische Schauspielerin Melina Mercouri und kämpfte an ihrer Seite gegen die griechische Obristenjunta im Exil in Paris.
Nach der Wiederherstellung der Demokratie in Griechenland 1974 lebte Dassin in Athen und wurde griechischer Ehrenbürger. «Griechenland beklagt den Verlust eines wirklichen Freundes und großen Künstlers», sagte der griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis. Dassin soll seinem Wunsch entsprechend in Athen neben dem Grab Melina Mercouris beigesetzt werden, berichtete das griechische Fernsehen.
Die WELT