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Film

Samstag, 21. November 2009

Stanley Kubricks Utopien in Kisten

Tobias Kniebe hat mehr als einen Blick in die ausaufernde Materialsammlung zu Stanley Kubricks nie gedrehtem Napoleon-Film werfen können und schreibt:
    "Kubricks Treatment liest sich da noch ganz unentschieden. Es will alles. Er beginnt wirklich mit der Geburt, er endet mit Napoleons Tod auf St. Helena. Er verzeichnet alle Highlights und alle großen Errungenschaften dieses monumentalen Lebens, vom Sturm auf Toulon bis zum Code Civil. Im Grunde schreibt er eine 100-teilige Vorabendserie, oft mit seinem sehr speziellen, bösen Humor gewürzt: 'In dieser Nacht ging Napoleon mit romantischen Gedanken an Josephine zu Bett. Josephine ging mit Barras zu Bett.' Man liest es und denkt sich bei vielen dieser Pointen: Wie zum Teufel will er das zeigen?"

Donnerstag, 19. November 2009

Schily, Ströbele und Horst Mahler

Stefan Reinecke kann dem Dokumentarfilm "Die Anwälte - eine deutsche Geschichte" von Birgit Schulz, mit dem sie die Lebenswege von Otto Schily, Hans-Christian Ströbele und Horst Mahler nachzeichnet nichts sonderlich Ästhetisches abgewinnen.
    "Die Regisseurin kommt ihren Figuren nicht nahe. Das ist kein Wunder, es sind Anwälte, Selbstdarstellung, Verschwiegenheit und Kontrollsucht gehen eine schwierige Melange ein ... Trotzdem ist 'Die Anwälte' eine Fundgrube. Auf einem Tonband aus Stammheim etwa liefert sich Schily mit dem Vorsitzenden Richter ein theaterreifes Rede-, nein Schreiduell. Schily, der Großbürgersohn, war der raffinierteste der RAF-Anwälte. Der kluge Prozessbeobachter der FAZ, Jürgen Busche, hat mal beschrieben, warum. Schily schlug auch dem Richter gegenüber 'den herrischen, herablassenden, schnarrenden Ton an, mit dem in seinem Elternhaus das Hausmädchen abgekanzelt wurde, wenn es die Treppe nicht richtig geputzt hatte'."
Dafür ist Daniel Kohtenschulte von Birgit Schulz' Dokumentarfilm über Schily, Ströbele und Mahler, "Die Anwälte", ganz begeistert.
    Die Filmemacherin Brigit Schulz hatte es also nicht einfach mit ihren Stoff, und doch ist ihr einer der besten deutschen Kinofilme des Jahres 2009 gelungen. Und, ja, es ist sogar ein aufregend visueller Film, wenn auch auf eine zurückhaltende Art.

Dienstag, 17. November 2009

Araújo Film zum Sextourismus in Brasilien

Joel Zito Araújo hat einen Film über Sextourismus in Brasilien gedreht. Jetzt hat er ein Gespräch mit Philipp Lichterbeck über schwarze Frauen und die Krise des weißen Mannes geführt.

Montag, 16. November 2009

Bettina Oberli "Tanöd"

Hanns-Georg Rodek führt mit Produzent Bernd Eichinger und Regisseurin Bettina Oberli ein Gespräch über ihre "Tannöd"-Verfilmung.

Mittwoch, 11. November 2009

Michael Moore "Kapitalismus: eine Liebesgeschichte"

Sandra Zistl berichtet von der Abrechnung des Robin Hood der Unterschichten mit dem Finanzkapitalismus.
    Amerika ist voller Menschen, die diesen schmerzhaften Prozess der Desillusionierung durchmachten. Voller kleiner Michaels, die groß wurden und sich fragen, was eigentlich passiert ist. Also hat sich der Autor und Filmemacher Michael Moore aufgemacht, „sie“ zu finden: die Schuldigen. Er tourt durchs Land, holt sich argumentative Munition bei Arbeitern, Angestellten, vereinzelten Politikern. Dann zieht er los, um die zu befragen, die das Schlamassel heraufbeschworen oder nicht verhindert haben: Finanz-Jongleure in New York, korrupte Politiker in Washington und in den Weiten Amerikas.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

"Das weiße Band" beschwört die böse Zeit

""Das weiße Band" von Michael Haneke ist ein konservativer Film, aber kein Film für Konservative. Ein konservativer Film, weil die wunderbar komponierten Schwarz-Weiß-Bilder (Kamera: Christian Berger) und die langen Einstellungen etwa an Jean-Marie Straubs "Chronik der Anna Magdalena Bach" von 1968 erinnern; kein Film für Konservative, weil sich das Landleben als genauso vertiert erweist wie in Peter Fleischmanns Verfilmung von Martin Sperrs "Jagdszenen aus Niederbayern", ebenfalls von 1968; weil die gute alte Zeit schlicht und einfach der Hort des Bösen ist."
[ mehr ]
via E.S.

Park Chan-wook "Durst"

Im Gespräch mit Anke Leweke erklärt Park Chan-wook das Prinzip seines Films "Durst": "Weil ich den Akzent auf den moralischen Verfall meines Helden gelegt habe, wird dem Genre alles Fantastische genommen. Ich finde, dass es deshalb ein sehr realistischer Vampirfilm geworden ist, der existenzielle Fragen aufwirft.".
Auch mit Daniel Kothenschulte spricht Park Chan-wook über seinen Film.
Und Hanns-Georg Rodek bespricht den "hinreissend undisziplinierten katholischen Vampirfilm Durst" aus Korea ebenfalls.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Lars von Trier "Planet Melancholia"

Der dänische Filmemacher Lars von Trier versucht sich in einem neuen Genre: Wie sein Produzent Peter Aalbæk Jensen am Wochenende in Helsinki verriet, trägt der nächste Film des zuletzt mit dem umstrittenen "Antichrist" in den Kinos erfolgreichen Dänen den Arbeitstitel "Planet Melancholia".
Dabei soll es sich um einen Katastrophenfilm handeln. Über den genauen Inhalt verriet Jensen lediglich, dass der romantische Dichter Lord Byron in dem Film vorkommen soll und die Erde einem anderen Planeten namens Melancholia begegnet. Happy End soll es keines geben. Das Drehbuch schreibt Von Trier selbst. Das Budget ist laut der finnischen Tageszeitung "Helsingin Sanomat" mit fünf Millionen Euro veranschlagt.
derStandard

Michael Haneke: "Das weisse Band"

Anke Westphal schreibt über Michael Hanekes Film "Das weiße Band":"Dieser Film ist das Ungeheuerlichste, Schönste und Größte, was dem deutschsprachigen Kino seit langem widerfahren ist." Er erzählt von einer Reihe seltsamer und schrecklicher Vorfälle, die sich kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs in einem norddeutschen Dorf ereignen. Wunderschöne, die Rezensentin an August Sander erinnernde Bilder, zeigen die damals übliche Erziehung der Kinder:
    "Strafe wird hier als Grundlage für Achtung angesehen und 'Reinigung durch Züchtigung erlangt'. Das wird in einem Ton höchster Vernunft vorgetragen, dem kaum zu widerstehen ist - es ist ein geschlossenes System der Repression, das sich selbst für das beste System hält. Und das ist vielleicht das Irritierendste: wie hier immerfort innere Not reproduziert wird, die sich als Böswilligkeit, Neid, Stumpfsinn und Apathie äußert. Eigentlich ist alles mit einem Tabu belegt, und noch jede Nichtigkeit wird schwer bestraft."

Mittwoch, 30. September 2009

Terrordrohnung gegen "Inglorious Basterds"

Sie mögen denken, man könne Quentin Tarantinos Film "Inglorious Basterds" positiv, negativ oder gleichgültig gegenüberstehen. Sie irren: es gibt Leute, die ihn derart hassen, dass sie drohen, ein Kino in die Luft zu sprengen. Das ist in Hoyerswerda geschehen. Die Luft war raus, die Polizei konnte das Kino nicht schützen, der Film wurde abgesetzt. Das ist Terror.

Wer suchet, der...

 

Reden & Widerreden

Mensch ärgere dich...
Der Bürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln,...
anaximander - 21. Nov, 23:14
Thilo Sarrazin - Ermittlungen...
Diese Meldung dürfte zum Thema der Sonntagszeitungen...
anaximander - 21. Nov, 17:14
Hm, ich bezweifle,
dass diese Gedankengänge auf das Studium zurückzuführen...
anaximander - 21. Nov, 17:10
Re: "Übereinstimmung...
Walthers geistiger Vater und Necla Kelec haben ähnliches...
Schoggo-TV - 21. Nov, 16:59
Berlin will eines Terroristen
Hüter sein. Der Terrorist, der Rekruten für...
Amadeo (Gast) - 21. Nov, 16:47
Wenn zwei dasselbe tun...
Alle Fundamentalisten sind uns ein Gräuel. Den...
anaximander - 21. Nov, 16:44
Ja, das wäre ihm...
gönnen. Interessant aber die Übereinstimmung...
anaximander - 21. Nov, 16:01
Berlin will 9/11-Terrorisen...
Gesandte der Deutschen Bundesregierung sollen sicherstellen,...
anaximander - 21. Nov, 16:00
Re: "Abgekupfert"?
Ne, glaub' ich nicht, aber das zeigt das Problem: Walther...
Schoggo-TV - 21. Nov, 15:54
Yep, ich erinnere mich.
Ob Kelec bei Walther abgeschrieben hat? ;-)
anaximander - 21. Nov, 15:49
Schwarze Liste der Lehrer
Skandal oder gute Nachricht - für Lehrer, für...
anaximander - 21. Nov, 15:46
"Der deutsche Reisepass...
titelte Schoggo-TV bereits am 24. Juli 2007 -> hier...
Schoggo-TV - 21. Nov, 15:01
Stanley Kubricks Utopien...
Tobias Kniebe hat mehr als einen Blick in die ausaufernde...
anaximander - 21. Nov, 12:46
Defloration der Unwegsamkeit
Der dänische Schriftsteller Jens Christian Gröndahl...
anaximander - 21. Nov, 12:43
Ja, das ist,
weil sie so schlecht bezahlt sind und auf keine Art...
anaximander - 21. Nov, 12:34
Schirrmacher "Internet...
Frank Schirrmacher wirbt im Interview nachdrücklich...
anaximander - 21. Nov, 12:33
Diagnose
Hat vielleicht was mit Depression im Leistungssport,...
Schoggo-TV - 21. Nov, 12:30
Necla Kelek zum Holocaust
Necla Kelek hat am 9. November in der Frankfurter Paulskirche...
anaximander - 21. Nov, 10:38
Naja, ich habe da ganz...
Naja, ich habe da ganz andere Dinge erlebt: Ich kenne...
Horst (Gast) - 21. Nov, 08:36
Betrug in der Challenge...
Eine europaweit tätige Bande soll Fußball-Schiedsrichter...
anaximander - 21. Nov, 02:13

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