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Film

Donnerstag, 15. Oktober 2009

"Das weiße Band" beschwört die böse Zeit

""Das weiße Band" von Michael Haneke ist ein konservativer Film, aber kein Film für Konservative. Ein konservativer Film, weil die wunderbar komponierten Schwarz-Weiß-Bilder (Kamera: Christian Berger) und die langen Einstellungen etwa an Jean-Marie Straubs "Chronik der Anna Magdalena Bach" von 1968 erinnern; kein Film für Konservative, weil sich das Landleben als genauso vertiert erweist wie in Peter Fleischmanns Verfilmung von Martin Sperrs "Jagdszenen aus Niederbayern", ebenfalls von 1968; weil die gute alte Zeit schlicht und einfach der Hort des Bösen ist."
[ mehr ]
via E.S.

Park Chan-wook "Durst"

Im Gespräch mit Anke Leweke erklärt Park Chan-wook das Prinzip seines Films "Durst": "Weil ich den Akzent auf den moralischen Verfall meines Helden gelegt habe, wird dem Genre alles Fantastische genommen. Ich finde, dass es deshalb ein sehr realistischer Vampirfilm geworden ist, der existenzielle Fragen aufwirft.".
Auch mit Daniel Kothenschulte spricht Park Chan-wook über seinen Film.
Und Hanns-Georg Rodek bespricht den "hinreissend undisziplinierten katholischen Vampirfilm Durst" aus Korea ebenfalls.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Lars von Trier "Planet Melancholia"

Der dänische Filmemacher Lars von Trier versucht sich in einem neuen Genre: Wie sein Produzent Peter Aalbæk Jensen am Wochenende in Helsinki verriet, trägt der nächste Film des zuletzt mit dem umstrittenen "Antichrist" in den Kinos erfolgreichen Dänen den Arbeitstitel "Planet Melancholia".
Dabei soll es sich um einen Katastrophenfilm handeln. Über den genauen Inhalt verriet Jensen lediglich, dass der romantische Dichter Lord Byron in dem Film vorkommen soll und die Erde einem anderen Planeten namens Melancholia begegnet. Happy End soll es keines geben. Das Drehbuch schreibt Von Trier selbst. Das Budget ist laut der finnischen Tageszeitung "Helsingin Sanomat" mit fünf Millionen Euro veranschlagt.
derStandard

Michael Haneke: "Das weisse Band"

Anke Westphal schreibt über Michael Hanekes Film "Das weiße Band":"Dieser Film ist das Ungeheuerlichste, Schönste und Größte, was dem deutschsprachigen Kino seit langem widerfahren ist." Er erzählt von einer Reihe seltsamer und schrecklicher Vorfälle, die sich kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs in einem norddeutschen Dorf ereignen. Wunderschöne, die Rezensentin an August Sander erinnernde Bilder, zeigen die damals übliche Erziehung der Kinder:
    "Strafe wird hier als Grundlage für Achtung angesehen und 'Reinigung durch Züchtigung erlangt'. Das wird in einem Ton höchster Vernunft vorgetragen, dem kaum zu widerstehen ist - es ist ein geschlossenes System der Repression, das sich selbst für das beste System hält. Und das ist vielleicht das Irritierendste: wie hier immerfort innere Not reproduziert wird, die sich als Böswilligkeit, Neid, Stumpfsinn und Apathie äußert. Eigentlich ist alles mit einem Tabu belegt, und noch jede Nichtigkeit wird schwer bestraft."

Mittwoch, 30. September 2009

Terrordrohnung gegen "Inglorious Basterds"

Sie mögen denken, man könne Quentin Tarantinos Film "Inglorious Basterds" positiv, negativ oder gleichgültig gegenüberstehen. Sie irren: es gibt Leute, die ihn derart hassen, dass sie drohen, ein Kino in die Luft zu sprengen. Das ist in Hoyerswerda geschehen. Die Luft war raus, die Polizei konnte das Kino nicht schützen, der Film wurde abgesetzt. Das ist Terror.

Mittwoch, 23. September 2009

Gib die Habgier auf!

fordert die Filmheldin Hildegard von Bingen, Hauptfigur im neuen Film der Margarethe von Trotta, Kaiser Barbarossa auf. von Trotta spricht im Interview mit Hanns-Georg Rodel über Kapitalismuskritik und Visionen bei Rosa Luxemburg und ihrer neuen Filmheldin Hildegard von Bingen. von Trotta bewundert die Selbstlosigkeit der beiden Frauen und hat sich davon zu ihrem neuen Film verführen lassen
    "Sie setzen sich selbstlos für Andere ein. Rosa Luxemburg hat für eine gerechtere Welt gekämpft und dabei ihr Leben verloren. Hildegard von Bingen lebt für Gott, aber auch für die Menschen, indem sie gegen Korruption in der Kirche und die Bereicherung der Kleriker angeht. "Gib die Habgier auf!", mahnt sie Kaiser Barbarossa. "Die Zeiten haben sich verdunkelt von den Ränken der Vielen." Das lässt sich eins zu eins in die Gegenwart übernehmen. Was die Rosa immer verstört hat, war, dass ihre Genossen Dinge forderten, die sie selbst nicht einhielten. Genau den gleichen Anspruch stellt Hildegard an ihre Klosterbrüder."

Samstag, 19. September 2009

"Katyn", die blutige Lüge

Rekonstruktion, Autobiographie, Schlüsselfilm über die polnische Nachkriegszeit - das alles ist Andrzej Wajdas, dessen Vater in Katyn von den Sowjets ermordet worden war, faszinierendes Drama "Das Massaker von Katyn". Andreas Kilb hat den Film gesehen.
    "Man sieht, wie die Männer mit den grünen Uniformen, viele von ihnen im Generals- und Majorsrang, aus den Lastwagen gezogen werden, wie sie mit zitternden Lippen ihr letztes Vaterunser sprechen, während man ihnen Stricke um Hals und Hände bindet, wie der Genickschuss ihre Köpfe zerfetzt und sie mit blutiger Stirn vornüberfallen, bis ihre Körper in frisch ausgehobenen Gruben in langen Reihen neben- und übereinanderliegen. Planierraupen beginnen damit, die Leichen mit Erde zu bedecken. So, sagt der Film, ist es gewesen, so geschah es in Katyn im Frühjahr 1940, und kein Fragen und Zweifeln löscht diese Bilder wieder aus."

Mittwoch, 16. September 2009

"Antichrist" und die Rolle der Zuschauer

In Cannes gab es nach der Vorführung von Lars von Triers Film "Antichrist" Proteste, in Toronto blieb alles ruhig. Beim deutschen Filmstart hielt die Mehrzahl der Kritiker das Werk für eine Provokation, einen Beweis für die Kraft des Kinos. Verena Lueken aber mag den Film nicht auf sich beruhen lassen; sie stellt die noch offenen Fragen, weil sie die Rolle nicht mag, die man ihr als Zuschauerin zubilligt.
    "Wir erleben ein sadistisches Strippenziehen, und an den Strippen hängen die Figuren ebenso wie die Zuschauer. ... Wie groß ist eine Kunst, die den Zuschauer aller Empfindungsfreiheit, aller Reaktionsmöglichkeiten beraubt? Was ist von Bildern zu halten, in denen unsere Phantasie keinen Spielraum mehr hat, weil sie uns nur als Gefangene in die imaginären Spukwelten ihres Regisseurs ziehen?"

"Dude" - ein religiöses Phänomen

Der Film "The Big Lebowski" über den von Jeff Bridges so genial gespielten "Dude" Jeffrey Lebowski wird zu einer Art religiösem Phänomen, berichtet Joan Anderman im Boston Globe: "The film - which was released to mixed reviews and spent all of six weeks in theaters, barely recouping its $15 million budget - has spawned a vibrant subculture that draws both scholars and slackers to the fold. The Dude has been cited in hundreds of doctoral dissertations and academic papers over the past decade. There is a religion called Dudeism, boasting more than 50,000 ordained Dudeist priests, and a publication called the Dudespaper, 'a lifestyle magazine for the deeply casual.' Film producer Jeff Dowd, the actual person on whom the character of the Dude is based, has launched a second career making personal appearances as The Real Lebowski."

Dienstag, 15. September 2009

Patrick Swayze ist tot

Der 57-jährige Swayze sei am Montag im Beisein seiner Familie gestorben, teilte die Managerin des Schauspielers, Annett Wolf, mit.
Swayze war 1987 durch seinen hinreissenden Auftritt in dem Film "Dirty Dancing" bekannt geworden. 1990 bewies er seine Qualitäten an der Seite von Demi Moore in dem romantischem Drama "Ghost". Insgesamt erhielt er drei Nominierungen für einen Golden Globe Filmpreis.
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