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Forschung

Dienstag, 8. Mai 2012

Die Wende, eine Krankheit der Ostdeutschen

In Ostdeutschland gibt es offenbar eine Krankheit, die Westdeutschland gar nicht kennt. Sie heißt "die Wende" - und ist wissenschaftlich erwiesen. Anhand der sogenannten "Landgesundheitsstudie" haben der Mediziner und Soziologe Thomas Elkeles und seine Forschungsgruppe von der Hochschule Neubrandenburg ermittelt, wie es um die Gesundheit der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg steht. Für ihre Ergebnisse haben die Forscher auch DDR-Daten von 1973 sowie aus den Jahren 1994 und 2008 analysiert. Fazit: Gegenüber 1973 verzehren die Menschen im Nordosten zwar mehr Obst-, Gemüse- und Milchprodukte, wobei auch die Lebenserwartung der Ostdeutschen in den vergangenen 20 Jahren um zwei bis drei Jahre gestiegen ist. Diabetes und Allergien sowie Lungenkrebs nahmen nach der Wende jedoch zu.
Den Experten nach prägen auch verstärkt Erkrankungen, die einen psychischen Ursprung haben und sich körperlich zeigen, das Bild. "Für die Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ist mit der Vereinigung einiges schlechter geworden", sagt Elkeles im Interview. Die Ostdeutschen fühlen sich benachteiligt. "Das setzt sich fort in Beschwerden und Existenzängsten, die sich negativ auf die körperliche Gesundheit auswirken", sagt Elkeles.
Die Wissenschaftler unterstreichen, dass es zwar keine "Arbeitslosen-" oder "Armenkrankheit" gibt, sich jedoch psychische Beschwerden in körperlichen Leiden manifestieren. Die ländliche Schönheit um sie herum können viele Menschen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg wegen der körperlichen Beschwerden gar nicht genießen. Zudem leiden die Menschen an Erkrankungen, die aus Fettleibigkeit resultieren. "Eine schöne Landschaft alleine macht nicht Lebensqualität aus", sagt Elkeles.
Seit 1990 müssen die Bewohner der untersuchten Gemeinden auf immer mehr verzichten: Läden, Postämter, Kneipen, Restaurants und Kindergärten. Zehn bis 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten in den Gemeinden, in denen sie wohnen. Die Zufriedenheit mit dem Leben hat sich seit 1994 verschlechtert. "Wenn das Geld knapp ist, gibt es eben auch mal ungesundes Toastbrot für die Kinder. Das ist schon gut, wenn ich dann ein Glas Leberwurst aufmachen kann", sagt eine alleinerziehende erwerbslose Fabrikarbeiterin in einem Interview in der Studie.
ptat

Dienstag, 14. Februar 2012

Wer isst, wird dick und dumm

Übergewichtige belasten die Krankenkassen in einem Ausmaß, das scheinbar nicht zu dulden ist, so dass sie an allen Fronten mit allen möglichen und unmöglichen Maßnahmen bekämpft werden. Sie werden gescholten, gemobbt - und ausgegrenzt - unter dem Beifall von Politikern aller Couleur. Ganze Heerscharen von Wissenschaftlern, die ihre Abhängigkeit von Politikern nicht leugnen können, forschen auf dem Gebiet der Übergewichtigen. Gestern waren es die Kinder Übergewichtiger, die sie mit Pioglitazon behandeln und schlank halten wollen; heute sind die Alten an der Reihe. Sie versuchen Menschen zwischen 70 und 89 Jahren dazu zu bewegen, nicht mehr als 600 bis 1200 Kalorien pro Tag zu futtern - unabhängig von ihrer körperlichen Gesundheit, ihrer Sportlichkeit. Als Mittel dient ihnen die Demenz; sie führen an, wer über 2.140 Kalorien pro Tag zu sich nehme, werde an "Mild Cognitive Impairment" erkranken.
Damit wäre dann erwiesen, dass Alzheimer eine angefressene Krankheit ist, für die jeder Mensch selbst die Verantwortung trägt.

Dienstag, 7. Februar 2012

Fossiles Leben im Wostoksee?

Der Wostoksee ist ein gigantisches Wasserreservoir unter der Antarktis. Auf der Suche nach fossilem Leben ist es russischen Wissenschaftlern gelungen, den See anzubohren.
Wissenschaftler dürfen sich alles erlauben und müssen vor nichts Halt machen. Egal, was sie mit ihrem Handeln bewirken.
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Freitag, 13. Januar 2012

Yersinia pestis - Wirkmechanismus geklärt

Wissenschaftler der Universitäten Würzburg und Stony Brook haben den Bindungs- und Wirkmechanismus von zwei neuen Hemmstoffen aufgeklärt, die den Erreger der Pest, das Bakterium Yersinia pestis, angreifen. Die Stoffe stammen von der Gruppe der Pyridone. Die neuen Hemmstoffe lagern sich an das Bakterienenzym FabV an und behindern es bei seiner Arbeit. Dieses Enzym vollzieht bei der Produktion der bakteriellen Fettsäuren den letzten Arbeitsschritt.
Wird das Enzym blockiert, stirbt der Pesterreger ab. Denn ohne Fettsäuren kann er seine schützende Umhüllung, die Zellmembran, nicht instand halten. "Noch aber hemmen die beiden Stoffe das Enzym nicht gut genug - davon, dass ein Medikament auf den Markt kommt, sind wir noch weit entfernt", sagt Professorin Caroline Kisker vom Rudolf-Virchow-Zentrum der Universität Würzburg.
Kisker und ihre Kollegen werden die neuen Hemmstoffe weiter analysieren. In ihren Labors hantieren die Wissenschaftler nicht mit Pesterregern, sondern mit dem isolierten Enzym. Im Verbund mit den Hemmstoffen bringen sie es in eine kristalline Form. In diesem Zustand können sie im Detail analysieren, wie die Hemmstoffe sich an das Enzym anlagern.
ptat

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Gruppendynamik hemmt Forschung

Eine niederländische Studie entlarvt die Gründe für mangelnde Kooperation und überhastete Publikationen in vielen Bereichen der wissenschaftlichen Forschung.
"Was dem einzelnen Forscher nützt, ist häufig schlecht für die Wissenschaft insgesamt. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung niederländischer Forscherinnen, die ineffektive Gruppendynamiken anhand einer Fallstudie untersucht hatten. Das gleiche Phänomen fanden sie auch in Kooperationen von Forschungsverbünden, wie sie in der Online-Fachzeitschrift "PLoS Medicine" schreiben. Mit ihrer Publikation erhoffen sich die Autorinnen eine breitere Diskussion über problematische wissenschaftliche Praktiken. Sie knüpften damit an vorhergehende Studien an, die eine schlechter werdende Qualität von Fachartikeln aufgrund wirtschaftlichen Drucks bemängelt hatten."
[ weiter ]

Freitag, 28. Oktober 2011

Dank Hirn-Scans sind Träume lesbar

    "Was wir träumen, könnte in nicht allzu ferner Zukunft tatsächlich objektiv anhand der Hirnaktivität gemessen werden. Ein entscheidender Schritt dorthin ist Forschern der Max-Planck-Gesellschaft gelungen: Mit Hilfe sogenannter luzider Träumer, die sich ihrer Träume bewusst sind und sie auch willentlich beeinflussen können, sowie bildgebender Verfahren konnten sie die Aktivität im Gehirn während des Träumens analysieren und direkt auf den Inhalt des Geträumten zurückführen. Ihre Erkenntnisse zeigen, dass das Gehirn im Traum ähnlich reagiert wie bei im Wachzustand ausgeübten Handlungen, berichten sie im Fachblatt "Current Biology".

    "Wir können mit dieser Kombination aus Hirnströmen während des Schlafs, bildgebenden Verfahren und luzidem Träumen jedoch nicht nur einfache Bewegungen im Traum untersuchen, sondern auch die Aktivierungsmuster im Gehirn bei visuellen Traumwahrnehmungen messen", sagt Martin Dresler vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München. Um Geträumtes und Hirnaktivität in eine unmittelbare Beziehung zueinander setzen zu können, muss klar sein, dass Inhalt des Traums und der Augenblick der Messung zeitlich übereinstimmen. Dresler und seine Kollegen von der Berliner Charité und vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig hatten daher mit einem luziden Träumer gearbeitet, dessen Hirnaktivität sie während des Schlafs in einem Kernspintomografen beobachteten. Sie baten den Freiwilligen, in einem bewussten Traum die Hände willentlich zu Fäusten zu ballen und diese Traumhandlung vorher durch bestimmte Bewegungen der Augen anzukündigen. So wussten die Wissenschaftler, wann die Hirnaktivität die zuvor abgesprochene Traumhandlung widerspiegelte, erst die linke, danach die rechte Hand für jeweils Sekunden wiederholt zur Faust zu ballen.

    Sie beobachteten: Auch bei der Bewegung im Traum wurde eine Region in sensomotorischen Bereichen des Gehirns aktiviert, die an der Ausführung von Bewegungen beteiligt ist. Ein ähnliches Aktivitätsmuster trat auch dann auf, wenn sich der Proband im wachen Zustand die Bewegung vorstellte. Bei einem weiteren Probanden konnten die Forscher mit einer anderen Methode - der sogenannten Nah-Infrarot-Spektroskopie - darüber hinaus zeigen: Es tritt auch eine gesteigerte Aktivität in Hirnbereichen auf, die an der Planung von Bewegung beteiligt sind. "Unsere Träume sind also kein 'Schlaf-Kino', in dem wir passiv ein Geschehen nur beobachten, sondern schließen Aktivität in denjenigen Hirnregionen mit ein, die für die Traumhandlung relevant sind", erklärt Michael Czisch, ebenfalls vom MPI für Psychiatrie.

    Auch während des luziden Träumens sind die charakteristischen Merkmale des gewöhnlichen REM-Schlafs zu beobachten, der Schlafphase, in der Träume besonders intensiv erlebt werden. Dennoch unterscheidet sich diese Art zu träumen vom nicht-luziden Träumen insofern, dass der Schlafende die Sinnestäuschungen des Traums als solche erkennt und erfasst und dabei vollen Zugang zu seinen kognitiven Fähigkeiten hat. Daher, so räumen die Forscher ein, kann nicht ganz ausgeschlossen werden, dass sich die neuronale Aktivität im Hirn bei nicht-luziden Träumen von der bei luziden Träumen unterscheidet. Um dies näher zu untersuchten, sei etwa eine Möglichkeit, dass luzide Träumer bestimmte Träume nachträumen und man dann die jeweiligen Muster vergleicht. Zudem gibt es bereits Ansätze, die Häufigkeit luziden Träumens, das eher selten vorkommt, durch Methoden wie transkranielle Gleichstromstimulation künstlich zu erhöhen.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Mit mehr Geld in Beziehungsprobleme

Jetzt ist es wissenschaftlich erwiesen: Wer in einer Beziehung lebt, in der beide viel Wert auf Geld und Reichtum legen, handelt sich Beziehungsprobleme ein.
    Am glücklichsten sind Ehen, in denen beide Partner nicht nach Reichtum streben, berichten US-Forscher im "Journal of Couple & Relationship Therapy". Das Ergebnis kam für sie überraschend: Sie hatten bei der Befragung von mehr als 1.700 Ehepaaren erwartet, dass die Probleme bei unterschiedlich denkenden Partnern am größten sein müssten.
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Mittwoch, 28. September 2011

Schutz vor Zybriden und Chimären

Weil Forscher menschliche Gene für Medikamententests in Mäuse oder anderes Getier verpflanzen, ist der deutsche Ethikrat in Sorge und fordert neue Gesetze. Das ist natürlich Quatsch, denn neue oder strengere Gesetze vermögen nicht, uns zu schützen.
    Zybriden entstehen, wenn Forscher den Kern einer menschlichen Zelle, der das gesamte Erbgut enthält, in eine entkernte tierische Eizelle einpflanzen. Der Name Zybriden setzte sich aus dem Begriff "zytoplasmatische Hybriden" zusammen. Zum Zytoplasma zählen grob alle Teile einer Zelle außer dem Kern.
    Zybriden sind seit 2009 in England erlaubt. Damals berichteten auch deutsche Medien von der "britischen Chimäre": An der Universität Newcastle und dem Londoner King's College werden Zellkerne von Menschen in die Hülle einer Rindereizelle verpflanzt. Das Erbgut aus der Rinderzelle wird vorher entfernt. Dem im Laborgefäß heranwachsenden Embryo sollen dann Stammzellen zu Forschungszwecken entnommen werden. Nach spätestens 14 Tagen muss er abgetötet werden. Wirkliche Mischwesen sind diese so erzeugten Embryonen allerdings nicht. Sie enthalten zu 99 Prozent das Erbgut eines Menschen.
Kein Fortschritt ohne Risiko....

Freitag, 9. September 2011

Arktis-Eis schmilzt

Statt zu klagen, sollten wir uns darauf besinnen, dass unter dem arktischen Eis riesige Erdöl- und Gasvorräte lagern. Das bedeutet, dass es dort Bäume gewachsen sind, Sträucher - eine Vegetation, die uns unbekannt ist.
Gestern betrug die Meeres-Eisfläche in der Arktis nur noch 4,240 Mio. Quadratkilometer.
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Mittwoch, 8. Juni 2011

Neue Variante des Killerkeims MRSA

Während Deutschlands Beamte und Bürokraten vergeblich nach dem Auslöser des EHEC suchen, haben Wissenschaftler eine neue Variante des gefürchteten Killerkeims MRSA auf britischen Bauernhöfen entdeckt.
    Die Erreger wurden sowohl bei Kühen als auch bei Menschen nachgewiesen, und die Publikation in Lancet Infectious Diseases (2011; doi: 10.1016/S1473-3099(11)70126-8) liefert plausible Hinweise, dass eine zoonotische Übertragung erfolgt.
    Das Team um Mark Holmes von der Universität Cambridge hat den Erreger zunächst in der Milch von Kühen entdeckt, die an einer Mastitis erkrankt waren. Der Erreger vermehrte sich im Labor auch in Gegenwart von Oxacillin und anderen Antibiotika, gegen die MRSA resistent geworden sind. Die anschließende Polymerasekettenreaktion (PCR) auf das Resistent-Gen mecA fiel indes negativ aus.
    Dies deutet auf einen genetisch veränderten Erreger hin. Holmes und Mitarbeiter konnten schließlich einen neuen MRSA-Stamm identifizieren. Sie entwickelten einen PCR-Test, mit dem sie dann gezielt in mecA-negativen MRSA-Isolaten von Patienten nach dem neuen Erreger suchten: In Schottland waren 12 von 16, in England 15 von 26 und in Dänemark 24 von 32 Patienten positiv.

Wer suchet, der...

 

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anaximander - 19. Mai, 22:58
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anaximander - 19. Mai, 22:09
Nackt-Streik
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anaximander - 19. Mai, 15:04

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