Neuro-Justiz
Hirnforscher machen in "PopScience" und sprechen dem Menschen die Willensfreiheit ab. Wir haben hier schon öfter darüber debattiert, dass, wenn das Gehirn Verbrechen quasi in Eigenregie begeht, an allem Verbrecher konsequenterweise nicht mehr bestraft werden dürften.
Der Berner Eduard Kaeser, der Physik studiert und in Philosophie promoviert hat, hat sich eingehend damit auseinandergesetzt. Und schlussfolgert "Zweifellos wird uns die Hirnforschung der Zukunft noch viel über die neurobiologische Basis des menschlichen Geistes, also auch der Moral lehren. Aber selbst wenn wir in Zukunft statt von Schuld nun von Ungleichgewicht im Stirnhirn sprechen würden, hätten wir die Rede über Personen und ihre Verantwortung auch prinzipiell nicht ersetzt durch die Rede über Netzwerke von Milliarden emsiger Neuronen. Das ist nicht Wissenschaft, sondern Pop-Science: Windmacherei mittels Wissenschaft. Die vollmundige Behauptung, die Neurobiologie habe den «Beweis» erbracht, dass unser Handeln vollständig durch unser Gehirn determiniert sei, läuft im Übrigen auffallend windschief am «Manifest» aus dem Jahre 2004 vorbei. Darin hatten führende deutsche Neurobiologen geschrieben, man verstünde noch nicht einmal in Ansätzen, wie das Gehirn arbeitet.
Woraus ich mir, bei allem Respekt für die Fortschritte der Neurowissenschaften, eine kleine Moral zu ziehen erlaube: Es gilt, wenn vom Hirn die Rede ist, nicht den Kopf zu verlieren – und mit ihm den ganzen Rest."Mich erinnern die Aussagen der Hirnforscher stark an Insassen der Psychiatrie, die von sich behaupten, Gott habe ihren den Befehl erteilt, zu rauben, zu stehlen, zu morden...
Der Berner Eduard Kaeser, der Physik studiert und in Philosophie promoviert hat, hat sich eingehend damit auseinandergesetzt. Und schlussfolgert "Zweifellos wird uns die Hirnforschung der Zukunft noch viel über die neurobiologische Basis des menschlichen Geistes, also auch der Moral lehren. Aber selbst wenn wir in Zukunft statt von Schuld nun von Ungleichgewicht im Stirnhirn sprechen würden, hätten wir die Rede über Personen und ihre Verantwortung auch prinzipiell nicht ersetzt durch die Rede über Netzwerke von Milliarden emsiger Neuronen. Das ist nicht Wissenschaft, sondern Pop-Science: Windmacherei mittels Wissenschaft. Die vollmundige Behauptung, die Neurobiologie habe den «Beweis» erbracht, dass unser Handeln vollständig durch unser Gehirn determiniert sei, läuft im Übrigen auffallend windschief am «Manifest» aus dem Jahre 2004 vorbei. Darin hatten führende deutsche Neurobiologen geschrieben, man verstünde noch nicht einmal in Ansätzen, wie das Gehirn arbeitet.
Woraus ich mir, bei allem Respekt für die Fortschritte der Neurowissenschaften, eine kleine Moral zu ziehen erlaube: Es gilt, wenn vom Hirn die Rede ist, nicht den Kopf zu verlieren – und mit ihm den ganzen Rest."Mich erinnern die Aussagen der Hirnforscher stark an Insassen der Psychiatrie, die von sich behaupten, Gott habe ihren den Befehl erteilt, zu rauben, zu stehlen, zu morden...
anaximander - Mo, 12.05.2008 17:11 - Kommentar verfassen
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