Gentechnisch veränderte Mohrrüben könnten helfen, das Osteoporoserisiko zu senken. Amerikanische Forscher haben dazu Pflanzen erzeugt, die mehr Kalzium speichern als die Ausgangsform. Fütterungsversuche mit Mäusen sowie eine erste Studie mit Menschen ergaben jetzt, dass sich die Kalziumeinlagerung in das Knochengewebe durch Verzehr der neuartigen Karottenvariante deutlich steigern lässt. Der gleiche gentechnische Eingriff könnte auch den Kalziumgehalt und damit den Nährwert anderer Nahrungspflanzen steigern, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences".
"Eine nur geringfügige Veränderung eines Gens ermöglicht es, den biologisch verfügbaren Kalziumgehalt der Karotten zu erhöhen", sagt Kendal Hirschi vom Vegetable and Fruit Improvement Center der Texas A&M University in Houston. Das Gen sCAX1 kommt in allen Pflanzen vor und bewirkt die Produktion eines Proteins, das Kalzium in die Zelle transportiert. Hirschi und seine Kollegen vom Baylor College of Medicine verkürzten dieses Gen der Ackerschmalwand, wodurch sich die Aktivität des Kalziumtransports verstärkte. Das so veränderte Gen schleusten die Forscher in das Erbgut der Mohrrübe ein, was zu einer Verdopplung des Kalziumgehalts der Wurzel führte. Mäuse, denen diese Möhren verfüttert wurden, lagerten auch doppelt so viel des Minerals in ihre Knochen ein wie Mäuse, die die gleiche Menge normale Möhren gefressen hatten. Eine Studie mit 30 erwachsenen Menschen ergab eine zusätzliche Kalziumaufnahme von 41 Prozent pro hundert Gramm Möhren.
Es sei gesünder, so die Forscher, Gemüse mit einem erhöhten Kalziumgehalt zu essen, als den Mineralstoff in Form von Nahrungsergänzungsmitteln einzunehmen. Eine verbesserte Kalziumzufuhr wäre eine wichtige Vorsorgemaßnahme, um das Osteoporoserisiko weltweit zu senken. Noch werden die transgenen Mohrrüben nur in streng kontrollierter Umgebung in Gewächshäusern angepflanzt. Weitere Forschungen seien nötig, so Hirschi, bevor dieses Gemüse mit erhöhtem Nährwert dem Verbraucher angeboten werden könnte.
Joachim Czichos/Baylor College of Medicine / PNAS