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Gen Debatte

Montag, 16. April 2012

Gene bestimmen Gefühlsblindheit und Empathie

Wie zum Beispiel Ehepartner miteinander streiten und einer auf die Gefühle des anderen reagiert, wird von den Genen mitbestimmt. Das berichten Psychologen der Universtiät Freiburg, der University of California und der Ohio State University in der Fachzeitschrift "Emotion". "Stabile, genetische Grundlagen steuern die Bedürfnisse und Präferenzen mit, die Menschen in einer Partnerschaft haben", erklärt Studienautor Dominik Schöbi im Interview.
Die Forscher untersuchten 76 Paare im durchschnittlich elften Ehejahr. In insgesamt vier zeitlich getrennten Sitzungen wurden sie gebeten, vor einer Videokamera Gespräche zu führen. So sollten sie etwa ein bereits schwelendes Konfliktthema diskutieren oder auch ein Problem von einem der beiden Partner besprechen, bei dem der andere Unterstützung lieferte. Zudem entnahm man den Probanden Speicheltests und erstellte so genetische Fingerabdrücke.
Bei der Genotypisierung konzentrierten sich die Forscher auf das 5-HTT-Gen, das in der Membran von Nervenzellen für den Transport des Stimmungshormons Serotonin kodiert. Zwei verschiedene Varianten dieses Gens existieren - jene mit langen und jene mit kurzen Allelen, wobei Nervenzell-Membranen mit der langen Variante mehr Transportermoleküle für Serotonin enthalten als bei der kurzen Variante. Da jeder Mensch je eine Genkopie beider Eltern erbt, gibt es die Genotypen "lang-lang", "kurz-kurz" und "lang-kurz".
Wie die Forscher zeigten, hängt soziale Sensitivität mit der Ausprägung des Gens zusammen: "Personen mit einem oder zwei kurzen Allelen reagierten stärker auf positive Gefühle, jedoch auch auf Angst, Deprimiertheit und Nervosität des Partners vor der Interaktion. Zudem waren sie viel eher bereit, auf positive Gefühle einzugehen als Personen mit langen Allelen", berichtet Schöbi. Vertreter der langen Gen-Variante waren weit eher blind gegenüber Gefühlen des anderen, leiden dafür aber weniger unter schlimmen Erlebnissen.
Das Ergebnis hilft, die unterschiedlichen Zugänge zu Gefühlen in Beziehungen besser zu verstehen. "Es gibt eindeutig dauerhafte, biologische Merkmale einer Person bei der Übertragung von Stress und Emotionen. Dennoch wirken sich derartige Einflüsse immer nur auf sehr spezifische Aspekte der Interaktion aus, die wiederum außer von den Genen auch von der Vorgeschichte eines Menschen und der unmittelbaren Situation selbst abhängt", so Schöbi.

ptat

Freitag, 20. Mai 2011

Der unsichtbare Hunger

Der Biochemiker Gottfried Schatz empfiehlt gentechnisch veränderten, lizenzfreien Goldenen Reis als wirksames Mittel im Kampf gegen die weitverbreitete Mangelernährung.

Dienstag, 2. März 2010

EU-Zulassung für Gen-Kartoffel

Die EU-Kommission hat dem Chemiekonzern BASF den Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffel "Amflora" erlaubt. Die Industrie freut sich; die Grünen toben. Die Kartoffel wird in Mecklenburg-Vorpommern bereits in Freilandversuchen getestet.

Montag, 8. Juni 2009

Plädoyer für die Chimäre

Der Biologe Richard Dawkins sieht die Zukunft der Gentechnik im Vereinen von menschlichen und tierischen Zellen. Er plädiert dafür, sich schon einmal mit dem Gedanken an Chimären anzufreunden.
Danke, Herr Dawkins, wir erwarten von der Wissenschaft nichts Gescheiteres...

Dienstag, 21. Oktober 2008

Goldener Reis

enthält Beta-Carotin, das im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird.Millionen Menschen in der Dritten Welt fehlt dieses Vitamin, dessen Mangel zur Erblindung oder sogar bis zum Tod führen kann. Der Goldene Reis könnte also millionenfach Menschenleben retten...Doch Genfood ist schlecht; es ist besser, hungernde Kinder in den Entwicklungsländern sterben zu lassen. So erfolgt eine natürliche Auslese, sagen die Gegner von Genfood - zwischen den Zeilen.
stolen by David Harnasch

Mittwoch, 13. August 2008

Der besorgte Prinz Charles

Er kann sich mit Genfood beim besten Willen nicht anfreunden. Im Gegenteil, er sieht überall, wo die Vorsilbe Gen steht, furchtbare Gefahren lauern. "Die multinationalen Lebensmittelkonzerne hätten "ein gigantisches Experiment mit der Natur und der gesamten Menschheit" gestartet, das ernsthaft schiefgelaufen sei, sagte der 59-Jährige am Mittwoch dem "Daily Telegraph"."Woher er wohl sein Wissen nimmt, der Britische Thronfolger mit dem Bio-Tick?Wenn die großen Konzerne die Massenproduktion von Lebensmitteln übernähmen, seien kleine Bauern und die Umwelt in Gefahr, sagte der Thronfolger.Die kleinen Bauern sind Gefahr, weil die Subventionen abgebaut werden, an die sich die Kleinbauern so sehr gewöhnt haben, dass sie zwar Erbsen aussäen, diese aber nicht ernten, weil es zu mühsam ist und zu wenig Geld bringt."Wir sollten über die Sicherheit von Lebensmitteln sprechen und nicht über deren Produktion - darauf kommt es an, und das verstehen die Leute einfach nicht", ärgert sich Charles, der seit langem als ausgewiesener Anhänger der Bio-Landwirtschaft gilt.Was bitte ist an Bio besser als an IP?""Wir sollten über die Sicherheit von Lebensmitteln sprechen und nicht über deren Produktion - darauf kommt es an, und das verstehen die Leute einfach nicht", ärgert sich Charles, der seit langem als ausgewiesener Anhänger der Bio-Landwirtschaft gilt."Wir können so lange diskutieren, bis ein Drittel der Weltbevölkerung verhungert ist...
Reuters

Montag, 28. April 2008

MRSA - Gensequenz des Bakteriums entschlüsselt

Wissenschaftler des Istituto di Tecnologie Biomediche haben in Zusammenarbeit mit dem Dipartimento di Malattie Infettive am Istituto Superiore della Sanità und dem Dipartimento di Biologia an der Unversität Roma Tre die Gensequenz des Acinetobacter Baumannii entschlüsselt . Das wegen seiner Antibiotika-Resistenz besonders in Krankenhäusern gefürchtete Bakterium sorgt allein in Italien für 4.500 bis 7.000 Todesfälle im Jahr. [mehr hier]
"Die Genom-Sequenzierung ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung effizienterer Methoden zur Identifikation und Kontrolle dieses gefährlichen Killers," bestätigt Projektleiter Gianluca De Bellis. "Sie bietet die Grundlage für eine rasche Diagnose und einen gezielten Therapieansatz. Ermöglicht hat uns dies die Verwendung eines neuen und vor kurzem nochmals verbesserten Sequenzverfahrens, das in wenigen Stunden über 100 Millionen DNA-Basen generiert . Das bedeutet einen ganz erheblichen Zeit- und Kostenvorteil gegenüber der bisher üblichen Methodik. "
Die genetische Aufschlüsselung des Acinetobacter Baumannii wird über die Web-Seite der Öffentlichkeit zum freien Gebrauch zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe des innovativen Sequenzierungs-Verfahrens wollen die italienischen Forscher außerdem neue Stoffe zur Entwicklung von Antibiotika ermitteln. Dabei soll das Phänomen der Antibiotika-Resistenz sowohl aus der Sicht der Grundlagenforschung als auch der angewandten Forschung durchleuchtet werden.
Die Untersuchung über den genetischen Aufbau des Acinetobacter Baumannii ist über das vom italienischen Investitionsfond für Grundlagenforschung FIRB unterstützte Programm "Grandi Laboratori" finanziert worden. Einzelheiten sollen in der von der American Society of Microbiology herausgegebenen Fachzeitschrift "Antimicrobial Agents and Chemotherapy" veröffentlicht werden.

Mittwoch, 2. April 2008

Hybrid-Embryonen aus Mensch und Tier geschaffen

HybridembryonenWissenschaftler der Newcastle University haben erstmals in Großbritannien Hybrid-Embryonen geschaffen, die teilweise menschlichen und teilweise tierischen Ursprungs sind. Die Embryonen überlebten bis zu drei Tage und sind Teil eines Forschungsprogramms zu einer Reihe von Krankheiten. Diese Nachricht kommt rund einen Monat vor der offiziellen Diskussion zur Zukunft derartiger Forschungsansätze.
Die katholische Kirche bezeichnet diese Forschungen laut BBC als "monströs". Medizinische Organisationen und Patientengruppierungen argumentieren, dass diese Studien entscheidend für das Verständnis von Krankheiten seien. Sie gehen davon aus, dass damit neue Möglichkeiten für die Behandlungen von Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer geschaffen werden könnten.
Unter dem Mikroskop sehen die runden Zellbündel aus wie jeder andere drei Tage alte Embryo. Geschaffen wurden sie durch die Injektion von DNA aus menschlichen Hautzellen in Eizellen aus Eierstöcken von Kühen, aus denen fast das ganze genetische Material entfernt wurde. Die Wissenschaftler rechtfertigen dieses Vorgehen damit, dass menschliche Eizellen nur in sehr beschränktem Ausmaß zur Verfügung stehen. Die Hybrid-Embryonen sollen nur der Wissenschaft dienen und sich nie über den 14. Tag hinausentwickeln dürfen. Die Wissenschaftler wollen so Stammzellen gewinnen, um eine Reihe von Krankheiten wie Diabetes, Schlaganfall zu erforschen und neue Behandlungsansätze zu entwickeln.
Der leitende Wissenschaftler John Burn bezeichnet dieses Vorgehen als vollkommen ethisch. "Es handelt sich um ein zugelassenes Forschungsprojekt, das sehr sorgfältig evaluiert wurde. Das ist ein Vorgang, der nur im Labor stattfindet. Diese Zellklumpen werden sich nie weiterentwickeln dürfen und werden auch nie implantiert." Man verfüge derzeit über vorläufige Daten, die viel versprechend seien. Der nächste Schritt sei, dass die Embryos bis zum 6. Tag überleben sollen. Dann erst könne man Stammzellen gewinnen. Das Forschungsvorhaben wurde von der britischen Human Fertilisation and Embryology Authority zugelassen.
Mehr bei BBC

Sonntag, 9. März 2008

Das wiederholt klonbare Haustier

pitbull_klonBooger ist vor eineinhalb Jahr gestorben und treibt sich jetzt im Pitbull-Himmel herum. Die trauernde Besitzerin entnahm dem toten Pitbull Gewebe aus dem Ohr und schickte diese an die südkoreanische Firma RNL bio, die mit der Universität Seoul assoziiert ist. Die Firma wird einen geklonten Booger erschaffen. Zum ersten Mal wird ein Hund kommerziell geklont.
Wenn dies gelingt - Zweifel bestehen kaum - dürfte sich ein riesiger Markt erschließen und eine neue Lifestye-Dimension eröffnen: Der wiederverwendbare Hund. Damit bricht eine neue Epoche im Miteinander von Mensch und Hund an. Das koreanische Team ist der Leader beim Hundeklonen. Der Durchbruch gelang ihr vor zweieinhalb Jahren, als der Öffentlichkeit der Hund Snuppy vorgestellt wurde. Der geklonte Afghane entstand dadurch, dass genetisches Material eines drei Jahre alten Afghanen in eine leere Eizelle impantiert wurde. Unter Laborbedingungen werden diese Zellen zur Teilung und zum Wachstum angeregt, bis sich ein Embryo - ein Zellhaufen - entwickelt hat. Diese wird in den Uterus einer Leihmutter eingesetzt. In Snuppys Fall in den Uterus einer Labradorhündin. Um Snuppy herzustellen wurden mehr als 1000 mit fremdem Genmaterial besetzte Eier in 123 Leihmutterhündinnen eingesetzt: Das Resultat bestand in drei Schwangerschaften und schlussendlich zwei lebend geborenen Welpen.
Mit Spannung erwarten Hundeliebhaber, Genetiker und Ethiker die Ankunft von Booger II.
Sollte das Klonen Boogers tatsächlich gut ausgehen, kann sich jeder seinen Liebling neu erschaffen lassen - solange den Hundehaltern das Geld nicht ausgeht.
Ein geklonter Hund soll 150.000 USDollare kosten. Ein Pappenstiel beim heutigen Dollarkurs...
Quelle NZZ am Sonntag Print / Autor Ronald Gerste

Freitag, 18. Januar 2008

Schwarze Schafe sterben früher

Das ist keine Anmache - und bestimmt kein Rassismus.Die urtümlichen Soay-Schafe leben ausschließlich auf dem St.-Kilda-Archipel nordwestlich der schottischen Küste und haben sich seit rund 4000 Jahren ungestört entwickelt. Es gibt sowohl Tiere mit hellem als auch mit dunklem Fell. Doch in der Population geschieht etwas Verblüffendes: Aus ungeklärter Ursache wurden die dunklen Exemplare in den vergangenen mindestens 20 Jahren immer seltener, obwohl sie stets größer und kräftiger sind als ihre hellbraunen Artgenossen. Den klassischen Vererbungsregeln zufolge müssten die schwarzen Schafe eigentlich ihre helleren Geschwister verdrängen, weil sie besser angepasst sind."Mit einem Massen-Gentest bei mehr als 2500 Schafen haben britische Forscher nun das Rätsel um das mysteriöse Verschwinden dunkler Tiere gelöst. Das Gen, das die dunkle Fellfarbe bei den Soay-Schafen bestimmt, ist demnach untrennbar mit anderen Erbanlagen verknüpft, die den dunklen Tieren eine schlechtere Gesundheit bescheren. Das berichten John Slate und seine Kollegen von der University of Sheffield im Wissenschaftsmagazin "Science" (Bd. 319, S. 318).
Die von den Forschern entdeckte Genkopplung betrifft Bereiche im Erbgut, die mit der Fellfarbe zusammenhängen, sich jedoch auch nachteilig auf die Fortpflanzungs- und Überlebensrate auswirken. Dunkle Schafe sind demnach also zwar größer, leben jedoch kürzer und pflanzen sich weniger erfolgreich fort als helle Tiere. Deshalb sinke ihr Anteil in einer Herde, schreiben die Wissenschaftler.
Auch wenn bestimmte Eigenschaften wie etwa die Fellfarbe nur von einem einzigen Gen abhängen, könne doch die Vererbung dieser Information ein komplizierter genetischer Prozess sein, erklären die Forscher. Die natürliche Auslese wirke sich nicht nur auf die sichtbaren Merkmale aus, sondern betreffe auch diejenigen Gene, die den entsprechenden Eigenschaften zugrunde liegen.
Das Phänomen der Genkopplung gelte jedoch nicht für schwarze Schafe generell, betonte Slate. Die dunkle Fellfarbe anderer Schafrassen habe eine andere genetische Basis als das dunkle Fell der Soay-Schafe."

Quelle

Wer suchet, der...

 

Reden & Widerreden

In eigener Sache
wir bloggen derzeit wieder hier
anaximander - 18. Mrz, 14:27
"Inferno" 1. Kapitel
finden Sie auf secondlitart - hier.
anaximander - 18. Mrz, 12:01
Minder-Hauen auf Economiesuisse
Voll dumpfer Blödheit hauen die Medien auf Economiesuisse...
anaximander - 10. Mrz, 17:49
Herzlichen Dank
ich habe den Link korrigiert
anaximander - 10. Mrz, 09:55
Du hast hier...
aus Versehen den Artikel von der Ates verlinkt.
Belleeer - 10. Mrz, 07:44
Staatlich subventionierte...
Die Zukunft der Suppenküchen sieht rosig aus... In...
anaximander - 10. Mrz, 01:45
Die Sympathisanten Nordkoreas
Richard Herzinger hegt weder Sympathien für den...
anaximander - 9. Mrz, 23:58
Seyran Ates und die doppelte...
Seyran Ates schreibt in ihrem Essay zur doppelten Staatsbürgerschaft: "Kann. ..
anaximander - 9. Mrz, 23:53
Mob macht Jagd auf Christen...
Ausgangslage: Ein Christ soll den Propheten beleidigt...
anaximander - 9. Mrz, 19:31
Bundesrätlich verordnete...
Der Bundesrat trifft Massnahmen, um die Zahl der Organspender...
anaximander - 9. Mrz, 16:53
Ehre für Samira...
Das amerikanische Außenministerium ist, aller...
anaximander - 8. Mrz, 22:06
US-Banken lösen...
Während Widmer-Schlumpf eifrig darum bemüht...
anaximander - 7. Mrz, 16:27
Aktion: Single mit Kind...
Würden Sie einen allein stehenden Mann/eine allein...
anaximander - 6. Mrz, 18:07
Kein Stromabkommen mit...
Die Schweiz darf auf gar keinen Fall ein Stromabkommen...
anaximander - 6. Mrz, 17:57
Die Magie der Hohnstangen
Für Aldo Keel sieht es so aus, als ob in Norwegen...
anaximander - 6. Mrz, 09:09
Dieter Pfaff nachgerufen
Dieter Pfaff, besser bekannt als Bloch und "Der Dicke",...
anaximander - 6. Mrz, 09:03
Hugo Chavez ist tot
Hugo Chavez ist tot. Er hat den Kampf gegen den Krebs...
anaximander - 6. Mrz, 00:06
Yep, das ist alles
korrekt. Es ist allerdings viel schlimmer, als die...
anaximander - 6. Mrz, 00:02
.
Da scheint im Satire-Video The One About The UN (von...
hammond - 5. Mrz, 23:31
Kampfsaufen bei den Vereinten...
Wenn die Vertreter von 193 Ländern am UN-Hauptsitz...
anaximander - 5. Mrz, 21:02

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