Genetik bestätigt: Genie und Wahnsinn
Forscher haben ein Gen entdeckt, das gleichermaßen für Kreativität und für Verrücktsein verantwortlich zu sein scheint. Die Genetik bestätigt die Redensart vom schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn.
- die Genetik legt einen wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen schöpferischer Kreativität und Krankheiten wie Schizophrenie und Psychosen nahe. Nach vielen Enttäuschungen präsentierte 2002 ein isländisches Forschungsteam um den ehemaligen Harvard-Neuropathologen Kári Stefánsson seine Ergebnisse zu einem Gen, das, so vermuteten die Forscher, in einem ursächlichen Zusammenhang zur Schizophrenie stehen müsse. Neuregulin 1 (NRG1) nennt es sich, es verfügt über Signalübertragungsfunktionen zwischen Zellen und ist für ihre Interaktion verantwortlich.
Störungen der NRG1-Signalübertragung wurden von den Forschern fortan mit Schizophrenie in Verbindung gebracht, zumindest mit Aufmerksamkeitsstörungen. Die eigentliche Entdeckung folgte sieben Jahre später. Eine Studie der renommierten Semmelweis-Universität in Budapest zeigte in der Fachzeitschrift "Psychological Science": Nicht nur für ein höheres Schizophrenierisiko sollte die Genvariante von Neuregulin 1 stehen, sondern auch für Kreativität.
Schriftsteller, Dichter, Musiker, Maler, Erfinder - alle Träger einer Genvariante? Die Rede vom schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn schien ein Fundament zu bekommen. Untersuchungen des Wissenschaftlers Szabolcs Kéri begründeten den Verdacht, dass Neuregulin 1 die Verarbeitung von Informationen im Gehirn hemmt, aber auch frei für Ideen macht. Kéri hatte herausgefunden, dass es zwei Varianten des Gens gibt, die unterschiedliche Ausprägung sei entscheidend.
anaximander - Sa, 08.12.2012 23:55 - Kommentar verfassen
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