Ich sag's immer und immer wieder: die Gene sind allem Schuld. Wer sich Tag für Tag sinnlos zudröhnt, "leidet" an einem genetischen Defekt und wer soviel Alkohol in sich heinein schüttet, dass er nicht mehr weiss, was oben und unten ist, ebenfalls. Diese Gesellschaft ist krank und wird mit der Aufschlüsselung des Genoms noch kränker. So what? - Die Pharma-Sharholder freuts...
Doch jetzt zu der in Nature veröffentlichten Studie über Fruchtfliegen:
Bevor Fliegen Alkohol geniessen können, brauchen sie einen richtigen Kater. Wissenschafter haben entdeckt, dass das Gen für die Äthanol-Toleranz mit jenem zur Stressbewältigung identisch ist. Ob dies beim Menschen ebenso ist, wollen Forscher der
University of California in San Franzisko nun herausfinden. Der Mensch ist keine Drosophilia, trotzdem...
Diejenigen Fliegen, denen das "Kater-Gen" fehlte, waren in der Regel bei der zweiten Alkohol Dosis nach circa 23 Minuten am Boden. Das lege nahe, dass sie eine niedrigere Toleranz aufwiesen, sagen die an der Studie beteiligten Wissenschafter. Diese Kategorie Fliegen sterben früher und ertrugen Hitze wesentlich schlechter als jene Fliegen mit dem Kater Gen.
"Menschen," so die Wissenschafter, hatten mehrere "Gene, die denen der Fliege ähnlich sind", meint Heberlein. Zu diesem Schluss kommt auch die Forscherin Paula Hoffmann von der University of Colorado in Denver, die zahlreiche Versuche mit Alkohol und Mäusen gemacht hat. Das "Kater-Gen" ist sozusagen das zweite bekannte Gen, das mit Alkoholtoleranz zu tun hat. Hinzu kommt auch noch ein Gen für den Neurotransmitter namens Octopamin. Fehlen diese beiden Gene, weisen die Fliegen nahezu keine Alkoholtoleranz auf.
Und, wie bereits gesagt, die Pharma Industrie wird sich freuen: Die Forscher wollen jene Gene finden, die eine Alkoholsucht beim Menschen bewirken. Dadurch könnte schon im vorhinein festgestellt werden, ob jemand erblich vorbelastet ist oder nicht.
"Wenn wir verstehen, wie Alkoholtoleranz funktioniert, kann man es pharmakologisch steuern", zeigt sich Heberlein überzeugt.
Quelle: nature.com